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Wie Wahrnehmungsfilter Deine Kommunikation beeinflussen – ein Auszug aus “Reicher als die Geissens”

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Wahrnehmungsfilter sind ein großes Hindernis in der Kommunikation. Hier zeige ich Dir das an einem Beispiel, das ich in meinem Buch Reicher als die Geissens beschrieben habe.

Tinder und die Frage “Willst du eine feste Beziehung?”

Erst kürzlich saß ich in einem Café, um einige E-Mails am Computer zu bearbeiten. Neben mir saß ein Pärchen, das scheinbar sein erstes Date über Tinder (eine Dating-App) hatte. Da beide nicht besonders leise sprachen, war ich praktisch voll dabei.

Nach einigen Minuten fragte das Mädchen: “Möchtest du denn eine feste Beziehung?”, worauf der männliche Teilnehmer antwortete: “Nein, auf keinen Fall …” Da ich so saß, dass ich beide Gesichter sehen konnte, merkte ich sofort, dass nach dieser Frage die Stimmung deutlich eingetrübt war. Woran lag das? Ganz einfach, das Mädchen hätte die Antwort des jungen Mannes einfach nur wertfrei bestätigen und anschließend fragen sollen: “Nur dass ich es richtig verstehe, was genau verstehst du denn unter einer festen Beziehung?

Der junge Mann hätte wahrscheinlich geantwortet: “Ich verstehe unter einer festen Beziehung Klammern, dass man gegenseitig kontrolliert wird, dass man sich auf die Nerven geht, keine Freiheiten mehr hat, dauernd Rechenschaft ablegen muss und zu Dingen gezwungen wird, die man nicht tun möchte.”

Hätte das Mädchen dieses Buch hier gelesen, würde sie nun antworten: “Danke für deine ehrliche Antwort. Nur eine Sache verstehe ich noch nicht. Wie kommst du darauf, dass das eine feste Beziehung wäre?” Der Mann würde wahrscheinlich antworten: “Na ja, in meinen letzten beiden Beziehungen war das so, und viele meiner Freunde berichten Ähnliches …”

Jetzt hätte die Frau gesagt: “Ganz ehrlich, mein lieber Tinder-Freund, wenn so eine feste Beziehung ist, dann will ich das auch nicht. Für mich war eine feste Beziehung immer etwas, bei dem man sich emotional fest zueinander hingezogen fühlt, gemeinsame Ziele hat und gemeinsam Seite an Seite dafür kämpft.

Dass man tollen und sehr vertrauten Sex hat, sich alles erzählen kann, dabei jeder seine Freiheiten hat und jeder wirklich freiwillig da ist. Für mich ist eine feste Beziehung wie ein Wellness-Urlaub, in den man zurückkehren kann, nachdem man sich mit den Problemen in der Schule und dem Berufsleben auseinandersetzen musste.”

Wie hätte unser männlicher Tinder-Teilnehmer wohl darauf reagiert? Das überlasse ich Deiner Fantasie. Neben den Wörterbuch-Definitionen (die vielen schon nicht bekannt sind) gibt es nämlich bei einigen Wörtern noch sehr, sehr subjektive Auslegungen, wie Du am Beispiel unseres Tinder-Dates gesehen hast.


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Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “Der königliche Eisberg”

So, wie Wahrnehmungsfilter Deine Kommunikation beeinflussen – ein Auszug aus “Reicher als die Geissens”

Tinder und die Frage “Willst Du eine feste Beziehung?” Erst kürzlich saß ich in einem Cafe, um einige E-Mails am Computer zu bearbeiten. Neben mir saß ein Pärchen, das scheinbar sein erstes Date über Tinder (eine Dating-App) hatte. Da beide nicht besonders leise sprachen, war ich praktisch voll dabei.

Nach einigen Minuten fragte das Mädchen (ist aber schon ein paar Tage her, heute kommt man da schneller zum Punkt): “Möchtest Du denn eine feste Beziehung?” Worauf der männliche Teilnehmer antwortete: “Nein, auf keinen Fall.” Da ich so saß, dass ich beide Gesichter sehen konnte, merkte ich sofort, dass nach dieser Frage die Stimmung deutlich gedrückt war. Woran lag das? 

Ganz einfach, das Mädchen hätte die Antwort des jungen Mannes einfach nur wertfrei bestätigen und anschließend fragen sollen: “Nur dass ich es richtig verstehe, was genau verstehst Du denn unter einer festen Beziehung?” Gibt es ja keine einheitliche Definition davon, was eine feste Beziehung ist. Der junge Mann hätte wahrscheinlich geantwortet: “Ich verstehe unter einer festen Beziehung klammern, dass man gegenseitig kontrolliert wird, dass man sich auf die Nerven geht, keine Freiheit mehr hat, dauernd Rechenschaft ablegen muss und zu Dingen gezwungen wird, die man nicht tun möchte.”

Hätte das Mädchen dieses Buch hier gelesen, würde sie nun antworten oder das Eisberg-Booklet gemacht: “Danke für Deine ehrliche Antwort. Nur eine Sache verstehe ich noch nicht. Wie kommst Du darauf, dass das, was Du gerade beschrieben hast, eine feste Beziehung wäre?” Der Mann würde wahrscheinlich antworten: “Na ja, in meinen letzten beiden Beziehungen war das genauso, und viele meiner Freunde berichten Ähnliches.”

Jetzt hätte die Frau gesagt: “Ganz ehrlich, mein lieber Tinder-Freund, wenn so eine feste Beziehung ist, dann will ich das auch nicht. Für mich war eine feste Beziehung immer etwas, bei dem man sich emotional fest zueinander hingezogen fühlt, gemeinsame Ziele hat und gemeinsam Seite an Seite dafür kämpft. Dass man tollen und sehr vertrauten Sex hat, sich alles erzählen kann, dabei jeder seine Freiheiten hat und jeder wirklich auch freiwillig da ist. Für mich ist eine feste Beziehung wie ein Wellness Urlaub, in den man zurückkehren kann, nachdem man sich mit dem Problem in der Schule und im Berufsleben auseinandersetzen musste.” 

Wie hätte unser männlicher Tinder-Teilnehmer wohl darauf reagiert? Das überlasse ich Deiner Fantasie. Neben den Wörterbuch-Definitionen (von denen es ja viele gibt, die wir gar nicht kennen, die vielen gar nicht bekannt sind) gibt es nämlich bei einigen Wörtern noch sehr, sehr subjektive Auslegungen. Also Gesichtspunkt bezogen, feste Beziehungen: schön, richtig, gut, nett. Das sind alles subjektive Begriffe. 

… gibt es nämlich bei einigen Wörtern noch sehr, sehr subjektive Auslegungen, wie Du am Beispiel unseres Tinder-Dates gesehen hast. 

Übrigens das vollständige Buch kannst Du Dir übrigens hier gegen eine Versandkosten-Pauschale kostenlos physisch bestellen. Scanne dafür einfach den QR-Code oder klicke ihn an, wenn Du es digital hast. Oder die Original Hörbuch Version findest Du in unserer kostenlosen Dellenhauer-App kostenlos inklusive Hörbuch.

Hierzu noch ein paar Worte von mir: Was will ich mit diesem Beispiel hier sagen? Wenn Dich jemand verstimmt, stelle erst mal sicher, dass Du ihn richtig verstanden habe und stell auch erst mal sicher, dass er Dich richtig verstanden hat. Weil wenn er sagt: “Nein, ich will keine feste Beziehung!” Dann ist ja die Frage als nächstes: “Was ist denn für die ich eine feste Beziehung?”

Also wenn ich der Meinung bin es ist was tolles, Du reagierst anders als ich, dann kann ich es natürlich damit erklären, dass Du blöd bist. Ich könnte es aber auch erklären mit: “Oh, da scheint ja was anderes verstanden zu haben, als ich dachte.” 

Dann frage ich doch einfach die Frage: “Nur, dass ich es verstehe, was verstehst Du denn unter einer festen Beziehung?” “Ja, klammern, gefangen sein und so?” “Gott bewahre. Nein, nein, das will ich auch nicht. Also, ich meinte damit eigentlich X, Y und Z. Kein Streit, keine Verstimmung, keine enttäuschten Erwartungen.” Einfach nur: Wie meinst Du das genau? Das ist es eigentlich so einfach, macht nur keiner. 

Dann auch noch mal zur Beziehungs-Realität: Ich glaube, mit dieser Definition von fester Beziehung würden eigentlich alle ganz gut übereinstimmen. Hört sich eigentlich echt gut an. Wie ist denn die Realität? Emotional fest zueinander hingezogen wird kaputt gemacht, in dem man keine Ahnung hat über Eisberge. Man verstimmt sich dauernd gegenseitig, für nichts. Will ich das Gleiche, für nichts. 

Gemeinsame Ziele, weiß man nicht genau, weil die muss man ja kommunizieren können, dass der andere sie auch so versteht, wie Du sie meinst, ist auch nicht ganz klar.

Und wenn der eine jetzt in die Richtung rennt zum Kämpfen und Du in die Richtung, obwohl eigentlich beide … Also er dachte, Du rennst mit ihm, Du dachtest, sie rennt mit Dir. Tollen und vertrauten Sex gut, der hängt natürlich auch davon ab, wie Du Dich anderweitig verstehst. Bist Du die ganze Zeit sauer, weil Du ent-täuscht bist, weil Du falsche Erwartungen hast, dann ist natürlich damit auch Essig.

Irgendwann hast Du auch keine Lust mehr, dem anderen alles zu erzählen, weil Du denkst, der reagiert immer so komisch. So, Freiheiten kann ich nicht gewähren, wenn ich Angst vor Verlusten habe, die von vor 20 Jahren kommen, als mein Hamster gestorben ist. Und ob jeder freiwillig da ist, ist auch nicht sicher. So Wellness-Urlaub ist ab und zu mal ein bisschen fraglich. 

… in den man zurückgehen kann, nachdem man sich mit den Problemen in der Schule und dem Berufsleben auseinandersetzen musste. So, wie ist es für viele? Die komm nach Hause und sagen: “Oh Gott, lieber noch ein bisschen länger arbeiten, als wieder den schlecht gelaunten Typ zu treffen.” Aber genau genommen ist es alles Eisberg-Problematik. Schade eigentlich. 

Bei Scheidungsraten in Deutschland von 50 Prozent, übrigens Spanien 96. Übrigens auch, die Scheidung initiiert zu 70 Prozent von Damen – zu 90 Prozent, wen die Damen Akademikerinnen sind. Also die haben da einfach höhere Standards als die Männer, die Männer scheinbar leidungsfähiger zu sein – ganz schön bitter. 

Also Du fragst einfach, bevor Du … Ist auch wieder erst “Erst kundschaften, dann angreifen”. Der reagiert nicht, wie es Deiner Meinung nach angemessen … Als Du willst ja etwas rüberbringen, was Nettes, und er reagiert schlecht. Aber das ist natürlich gleich erklärt: “Der ist blöd, der versteht mich nicht, ist ein anderer Typ, bla bla bla.” 

Nein, stell Dir erst mal sicher, dass er auch das verstanden hat, was Du meintest. Sie hat es ja nur “feste Beziehung” als etwas sehr Positives definiert. Er, als etwas sehr negatives. Stell einfach sicher, dass Du richtig verstanden wurdest und stell sicher, dass Du richtig verstanden hast – das ist das Hauptproblem.

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