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Was verhindert konzeptionelles Verstehen?

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Neben den negativen Glaubenssätzen zum Thema “Lernen” gibt es noch weitere Hindernisse beim Studieren. Hier erhältst Du eine Übersicht. Tiefergehendes Wissen zu den einzelnen Punkten findest Du in weiteren Blogartikeln.


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Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “High-Tech-Lernen (& -Lehren)”

Was verhindert konzeptionelles Verstehen?

Teil 3: Was verhindert konzeptionelles Verstehen? Hier gibt es ein wunderschönes Schaubild. 

Es gibt sechs Hauptpunkte, die konzeptionelles Verstehen verhindern. 

Die erste ist die Einstellung: “Ich weiß schon alles und brauche keine Hilfe-Einstellung.” Hat man oft damit zu tun, weil die Leute durch die Schule so malträtiert wurden, dass sie einfach sagen: “Boah, lass mich damit in Ruhe, ich weiß schon alles, ich brauche nichts mehr. Danke.”

Das zweite Hindernis ist: Keine Orientierung zum Fachgebiet oder Thema. Das heißt: Du sollst in ein Thema einsteigen und fängst ganz vorne an, gehst dann ganz tief ins Detail und weißt überhaupt nicht, wo Du bist. Gehen wir auch noch drauf ein. 

Dritter Punkt: Über missverstandene Worte hinweggehen. 

Vierter Punkt: Zu viel Theorie, zu viel Bedeutung, zu wenig echtes “begreifen” und zu wenig Fleisch. Also zu wenig Masse daran. 

[Fünfter Punkt:] Dann zu schnelle, zu große oder zu schwierige Schritte, zu steiler “Gradient”. Die meisten Leute wissen noch nicht, was ein “Gradient” ist. Das heißt: Die Schritte müssen klein genug sein.

[Sechster Punkt:] Und übergeordnete Daten und Wichtigkeiten sind nicht erkennbar, “Datenhierarchie”. Was meine ich damit? Na ja, bei jedem Fachgebiet, wenn Ihr es neu studiert, stehen Informationen scheinbar in Konflikt. Tun sie aber nicht, weil es eine Hierarchie gibt.

Die einen sind wichtiger als die anderen. Und wenn Du die Hierarchie weißt, dann ist es auch nicht verwirrend und dann steht es auch nicht im Konflikt. 

Und neben den negativen Glaubenssätzen zum Thema “Lernen” gibt es noch weitere Hindernisse beim Studieren. Lass uns diese auf den folgenden Seiten genauer anschauen. Das heißt: Wir greifen da jetzt tiefer an und schauen uns jeden einzelnen an.

Grundlegend ist das Problem – das hatten wir vorher schon besprochen – in der Schule, Universität, Ausbildung. 

Weil eben die Art auszubilden nicht wirklich gut war, hat man jede Menge negative Glaubenssätze gemacht, wie zum Beispiel; “Oh Gott, ich kann keine Mathematik!”, “Ich verstehe das nicht.”, “Ich habe kein Talent dafür.”, dies, das, jenes. Na ja, neben dem, die wieder loszuwerden, müssen wir es jetzt halt eben richtig machen.

“Ich weiß schon alles und brauche keine Hilfe-Einstellung.” Es gibt Leute, die denken, sie wissen schon alles oder wissen alles besser. Versuch mal, so jemandem etwas beizubringen oder ihm eine neue Idee zu vermitteln. Das ist unmöglich. Aber es muss gar nicht so krass sein. Fast jeder hat Bereiche, in denen er sich gut auskennt oder denkt, sich gut auszukennen und in denen er nicht so bereitwillig neue Informationen annimmt.

Dies kann bewusst oder unbewusst sein. Auch die Themen “Hilfe ist Schwäche” und “Persönlicher Blickwinkel” spielen hier hinein. Mit “persönlichen Blickwinkel” meinen wir einfach, dass der sagt: “So, ja, das ist doch nicht wichtig und das habe ich schon versucht.” Also persönliche Erfahrungen. 

Tipp an Euch als Zuhörer: Schmeißt die Einstellung “Ich weiß schon alles” völlig raus und “Brauche keine Hilfe” erst recht, immer. Die richtige Einstellung ist: “Nur ein Tipp” und es hat sich schon gelohnt. So gehe ich an alles ran. 

Beachte den sogenannten “Dunning-Kruger-Effekt”. Er bezeichnet die Fehleinschätzung unwissender Menschen, das eigene Wissen und Können zu überschätzen. Der “Dunning-Kruger-Effekt” sagt im Endeffekt eins: “Je doofer die Leute sind und je weniger sie wissen, desto mehr schätzen sie ihr Wissen ein.”

Das heißt: Es wurden Versuche gemacht, wo wirklich geschaut wurde. So, dort haben wir Leute, die wissen nur ein bisschen was. Und dann haben wir Leute, die wissen richtig was. Und die Frage ist: “Wie viel weißt du?” Und die, die ganz wenig wussten, dachten, sie wissen sehr viel. Und die, die viel wussten, dachten: “Eigentlich weiß ich ziemlich wenig.” 

Sozialpsychologen hatten in Studien bemerkt, dass etwa beim Erfassen von Texten, beim Schachspielen und Autofahren Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen.

In Kurzform: Je dümmer jemand ist, für desto schlauer hält er sich. Hart, aber wahr. Woran liegt das? Ganz einfach, weil ein Doofer noch gar nicht die große Tragweite erkannt hat. Also, der hat einfach so ein paar einzelne Informationen und sagt: “Ja, ich weiß doch alles.” Ja? Und einer, der richtig tief einsteigt, weiß, wie viel er weiß und er weiß aber auch, wie viel er nicht weiß. Er ist sich praktisch viel mehr bewusst der Zone, des Bereichs, von dem er keine Ahnung hat. Während der, der gerade am Anfang steht, denkt: ”Ach, ist doch alles ganz einfach!” Weil er die Top-Pareto-1-Prozent gut hingekriegt hat, denkt er: Jetzt ist er “der Chef” mit allem.

Ich möchte dabei darauf hinweisen, dass der Zweite Weltkrieg von den Deutschen aus einem Grund verloren wurde, wegen siebeneinhalb Zentimetern. Alle Leute denken immer, dass der Zweite Weltkrieg deswegen verloren wurde – was ja gut war, dass er verloren wurde –, dass wir in Stalingrad dann vom Winter überrascht wurden. Das war der deutschen Wehrmachtsleitung aber auch klar, dass Stalingrad im Winter keinen Spaß macht. Dort sind die ganzen LKW stecken steckengeblieben, die Versorgung ist zusammengebrochen und das war dann der Anfang vom Ende.

Tatsächlich war aber die ganze Versorgung eigentlich viel früher geplant, über die Schiene. Nur hat der Zar damals, als die Eisenbahnen gebaut werden sollten und er kurz vorher schlechte Erfahrungen mit Napoleon machte, gesagt: “Nee, auf keinen Fall, die sind bei uns so schon so durchmarschiert. Jetzt stellen wir denen nicht noch Eisenbahn hin, damit der nächste bei uns durchmarschiert. Deswegen besorgen wir uns eine ganz andere Schienenbreite als der Rest von Europa.”

Das heißt: Die Russen haben siebeneinhalb Zentimeter breitere Schienen. Und das hat die Wehrmacht übersehen. Und die haben das perfekt geplant. Perfekt. Aber sie haben die siebeneinhalb Zentimeter übersehen. Also, so viel zu “Ich weiß schon alles!”. 

Die korrekte Einstellung ist: “Ich weiß, dass ich sehr viel mehr nicht weiß, als ich weiß. Also, was kann ich hier noch lernen?” Und: “Nur ein Tipp!” und es hat sich schon gelohnt, der cool ist.

Auswirkungen von dieser schlechten Einstellung – nämlich: “Ich weiß schon alles und brauche keine Hilfe” –: 

Neues, tieferes Wissen wird oft nicht akzeptiert oder angenommen. 

Bestehendes Wissen wird nicht hinterfragt. Man operiert auf Vorurteilen. Braucht Ihr ja nur mal die breite Öffentlichkeit anschauen, wenn Du da irgendwie versuchst, Wahrheiten zu erklären. “Nein nein, das weiß ich schon alles. Habe ich schon alles im Spiegel gelesen.” und 

Du kannst Dich nicht weiterentwickeln und verbessern. 

So, hier siehst Du einen Geschäftsmann [Grafik]: “Komm, ich zeig Dir die wichtigsten Prinzipien des Geldes.” Und der vergammelte Typ auf der Parkbank mit den kaputten Schuhen sagt: “Ach, hör auf, ich kenne all diese Schlaumeier-Sprüche schon.” 

Das hast Du oft so: Leute, die dauernd Beziehungsprobleme haben, fragen nur Leute, die auch Beziehungsprobleme haben [Axel schmunzelt] und lassen sich von denen ins Recht setzen, anstatt mal Leute zu fragen, die sehr erfolgreiche Beziehung führen: “Sag mal, was machst Du richtig?”

Aber dafür müsste man ja die “Ich brauche keine Hilfe-Einstellung” fallen lassen und dafür müsste man sich ja eingestehen, dass man vielleicht noch nicht alles weiß. 

Übrigens, und das haben schon die alten griechischen Philosophen herausgefunden: “Ich weiß, dass ich nichts weiß.” Also “nichts” ist nicht ganz korrekt, das ist einfach nur, um das besser darzustellen. Aber “ich weiß, dass ich nichts weiß”, ist eine Erkenntnis, die üblicherweise – da kannte man den Dunning-Kruger-Effekt noch nicht – üblicherweise nur schlauere Leute bekommen. 

Also, Fragen dazu?

Teilnehmer: Diejenigen, die von sich meinen, sie wüssten schon alles, sind davon felsenfest davon überzeugt. Und kann man … Gibt es irgendeinen Satz oder irgendetwas, womit man denen vielleicht das Umdenken so zumindest schon mal antriggern kann?

Alex: Deswegen gibt es ja diese Booklets, damit man sie rausgibt. Schau, in dem Moment, wo Du jetzt was sagst und der die Rollläden schon heruntergelassen hat, da ist keine Chance mehr. Also es ist das gleiche Prinzip wie im Verkauf. Wenn der Kunde einmal dicht gemacht hat, es dann zu reparieren ist schlecht. Es ist besser, es von Anfang an nicht zu verkacken.

So, das heißt also: Ich würde es unabhängig von einer Situation … Ich weiß nicht, ob Du das kennst. Du streitest Dich mit Deinem Ehepartner, Deinem Freund, Deiner Freundin, Deiner Mutter, wem auch immer. Du streitest Dich mit dem und in diesem Moment, wenn dann die Fronten verhärtet sind, ist es schwierig, Übereinstimmung zu kriegen. In diesem Fall deeskaliert man einfach. 

Also, ich mache es jetzt mal am krassen Beispiel: Streit. Das heißt so irgendwie … Du sagst einfach: “Okay, gut, alles klar.” Bis die – ja, wie soll ich sagen – Emotionen wieder unten sind. Ne. So, dann schreibst Du es Dir aber auf, dass Du es nicht vergisst. Und dann sagst Du: “Komm Mama, wir gehen mal essen.” Und dann sprichst Du mit ihr eine halbe Stunde über schöne Sachen und so weiter und so weiter und so weiter. 

Und dann sagst Du: “Du, Mama, ich habe mal unsere letzten Zusammenkünfte so ein bisschen Revue passieren lassen und dabei ist mir eine Sache aufgefallen. Bei mir wäre es schon wichtig, dass wir langfristig ein gutes Verhältnis haben und so weiter … Wäre das auch in Deinem Interesse?” “Ja klar, Sohn.” Jetzt ist sie zugänglich, jetzt ist sie im Modus des Zuhörens.

Wenn die Leute erst mal dicht gemacht haben, sind sie im Modus der Abweisung. Dann versuchs nicht, sondern sagst Du: “Schau mal, ich weiß nicht, ob es Dir auffällt, aber was mich immer auf die Palme bringt: Ich versuche Dir was zu erzählen, du unterbrichst mich dreimal, dann werde ich wütend, weil ich mich abgewertet fühle. Nicht, dass es richtig wäre, aber es passiert halt, weil ich mich abgewertet fühle, weil ich dauernd unterbrochen werde. Und dann wirfst Du mir vor, dass ich wütend bin. Und dann haben wir uns in den Haaren. Das ist doch irgendwie Quatsch, was wir da machen. Also nicht du, sondern wir. So, hast du eine Idee, wie wir das für die Zukunft vielleicht irgendwie verändern könnten?”

Das heißt also: Du kannst es nicht in der Konfliktbehafteten Situation machen, sondern Du musst es vorher machen, idealerweise. Und wenn Du es schon mal verkackt hast, dann baue einfach die Connection wieder auf, sorge für eine ablenkungsfreie Umgebung, für eine angenehme Umgebung, sorge dafür, dass die Kommunikation gut ist, dass die in einem guten Modus ist und dann sprich es sehr wohlwollend an.

 In Kurzform: Wenn die Leute auf dem Balkon stehen und die Vergangenheit anschauen, ist es leichter, sich zu verändern, als wenn sie in die Situation gerade total verwickelt sind.

Also in dem Moment, wo der sagt: “Ne, weiß ich schon alles”, brauchst Du nicht diskutieren. Sagst Du: “Hey, das ist super. Okay, alles klar, dann lassen wir das.” Das ist das, was Du sagst; schreibst es Dir aber auf und greifst es beim nächsten Mal auf. Oder noch besser: Du verteilst diese Booklets, die auch mit offenem Copyright sind, an so viele Leute wie Du kennst.

Weil wenn sie es selber lesen, ohne dass es irgendeiner sagt und ohne dass man es ihnen von außen aufzwingt, … Weißt Du, ich kenne das bei mir auch: Wenn Du dann irgendwas sagst, dann denken die Leute immer: “Ah, der will jetzt nur seine Agenda durchdrücken.” 

Ich will ja bei jemandem, den ich gar nicht kenne – der dieses Booklet dann irgendwann kriegt – keine Agenda durchdrücken. Weißt Du? 

Und wenn man dann neutral draufschaut und sagt … Erkennt man ja auch: Na ja,”Ich brauche keine Hilfe.” ist Käse, weil Du sitzt jetzt gerade auf dem Stuhl. Du kriegst zumindest die Hilfe von dem Stuhl. Ja? Und der Boden hilft Dir, dass Du nicht auf der Erde sitzen musst und die Erde hilft Dir, dass Du nicht in den Erdkern fällst und die Luft hilft Dir dabei, dass Du überhaupt überleben kannst.

Also, “Ich brauche keine Hilfe.” ist – habe ich Dir gerade demonstriert – einfach Käse! 

Vielleicht brauche ich nicht jede Hilfe, aber keine ist auf jeden Fall falsch. Das ist so ähnlich, wie wenn die Feministen sagen, sie brauchen keine Männer mehr. Dann sage ich: “Na ja, die Straße, der Stuhl, das Haus, haben das Frauen gebaut?” Also das ist einfach zu absolut die Aussage.

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