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Definitionen genau lesen und Wörter nachschlagen

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Schlage alle Wörter im Wörterbuch nach, die Du nicht zu 100 % verstehst.
Also alle Wörter, die Du NICHT “wie aus der Pistole geschossen” definieren könntest.

Schlage aber nicht nur Spezialwörter nach, sondern auch ganz normale Wörter, bei denen Du Dir nicht 100%ig sicher bist, ob Du wirklich alle Definitionen kennst (www.duden.de).

Beispiel: Das Wort “zurichten” hat 2 völlig unterschiedliche Bedeutungen:

Grafik zu: Definitionen genau lesen und Wörter nachschlagen, zurichten: a) für einen bestimmten Zweck aufbereiten, zurechtmachen b) stark beschädigen, abnutzen

Weitere Beispiele:

Beispiel: “Was für ein schöner Stuhl!” (auf das Objekt bezogene Definition) zu “Der Stuhl des Präsidenten ist sehr anspruchsvoll” (hier ist das Wort “Stuhl” bildsprachlich als Position gemeint).

Grafik zu Definitionen genau lesen und Wörter nachschlagen, Beispiel umfahren a) außen herumfahren b) überfahren

Beispiel: “Den Demonstrationszug solltest du unbedingt umfahren!” (Definition im Sinne “außen herumfahren”) zu “Er wollte den Fußgänger einfach umfahren!” (Definition im Sinne von “überfahren”).

Der Grund, warum Wörter im Lexikon (Wörterbuch wie Duden) nachzuschlagen so wichtig ist

Wenn Du beim Lesen über ein Wort hinweggehst, zu dem Du nur leichte Unsicherheiten hast, so bleibt Dein Verstand “daran kleben”.  Alles, was nach diesem Wort kommt, wird nicht mehr vollständig aufgenommen – es entsteht eine Leere.

Kennst Du das Phänomen, dass Du am Ende einer gelesenen Seite keine Idee mehr hast, was darin stand? Jetzt weißt Du, woran das lag: NICHT an “nicht bei der Sache sein”, NICHT an “war  abgelenkt”, sondern einfach an einem missverstandenen Wort!

Es gibt keine unverständlichen Texte oder Aussagen (!)

Es erscheint nur so, als wenn man einen Text nicht verstehen würde. Das ist jedoch NICHT richtig. 

Es ist NICHT der TEXT, es sind EINZELNE WÖRTER, warum der Text unverständlich wirkt (!).

Beispiel:

Der Bio-Landwirt sagt: “Sobald der Rüttelschuh in Ordnung gebracht wurde, werden wir wieder genug Rohmaterial haben, um unsere Privatkunden-Produktion stark zu verbessern. Haben wir eigentlich genug Bleche, um dann liefern zu können?”

Dieser Satz klingt einfach völlig unverstehbar, wenn man die Definition von “Rüttelschuh” nicht kennt oder (noch schlimmer) die Definition zu erraten versucht:

Warum sollten Schuhe rütteln? Was für Rohmaterialien meint er? Was wird in der Privatkunden-Produktion genau produziert? Was für Bleche und wofür? Was liefern? etc.

Du siehst, es ist einfach völlig unverständlich. Doch was passiert, wenn wir die Definition von “Rüttelschuh” nachschlagen (bei Wikipedia, da zu speziell für Duden)?

Tatsächlich lautet die Definition: “(bei einer Getreidemühle): Der Rüttelschuh (2) ist eine hin- und hergehende Rutsche, die das Getreide vom Trichter (1) (dort wird das Getreide eingefüllt) zu den Mühlsteinen befördert (die Mühlsteine (3) (4) zerreiben das Getreide zu Mehl). Das dadurch entstehende Geräusch erzeugt das ‘Klappern der Mühle’.” 

Jetzt lies den Satz nochmals: “Sobald der Rüttelschuh in Ordnung gebracht wurde, werden wir wieder genug Rohmaterial haben, um unsere Privatkunden-Produktion stark zu verbessern. Haben wir eigentlich genug Bleche, um dann liefern zu können?”

Auf einmal wird klar:

  • Kein Schuh für die Füße, sondern die Form ist gemeint (es gibt noch eine technische Definition von “Schuh”, nämlich “Schutzhülle” oder “Verbindungsstück / Auffangbehälter”). Es ist also “ein Auffangbehälter, der rüttelt”.
  • Natürlich sind die Rohmaterialien das Mehl der unterschiedlichen Getreidearten!
  • In der Privatkunden-Produktion werden natürlich “Brötchen und Brote” hergestellt.
  • Und es wird auf einmal klar, dass wir hier von “Backblechen” sprechen und nicht von Blechen für Gehäuse oder Autos.
  • etc.

Also: 
Es ist nicht der Text, es sind einzelne Wörter, warum Texte oder Aussagen unverständlich erscheinen!

Schlage alle Wörter im Wörterbuch nach, die Du nicht zu 100 % verstehst.
Also alle Wörter, die Du NICHT “wie aus der Pistole geschossen” definieren könntest. 

Schlage aber nicht nur Spezialwörter nach, sondern auch ganz normale Wörter, bei denen Du Dir nicht 100%ig sicher bist, ob Du wirklich alle Definitionen kennst (www.duden.de).

Für technische oder sehr spezielle Informationen nutze das Glossar (bei unseren Booklets), www.wikipedia.de oder gib einfach bei Google “Definition Rüttelschuh” ein.


Video-Briefing

Video Vorschau

Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus unserer Fundamental-Booklet-Serie

So, Definitionen genau lesen und Wörter nachschlagen. Wir sind immer noch bei dem Thema konzeptionelles Verstehen. Hier dieser ganze vordere Bereich handelt nur davon, wie kriegen wir konzeptionelles Verstehen? Das wollen wir haben. Also sprich, es ist in unser Bewusstsein übergegangen. 

Und damit Du das wirklich erreichst: Es gibt ein großes Hindernis, das nennt sich missverstandene Worte. Deswegen: Schlage alle Wörter im Wörterbuch nach, die Du nicht hundert Prozent verstehst, also alle Wörter, die Du nicht wie aus der Pistole geschossen definieren könntest.


Hierzu vielleicht mal ein paar Sachen. Der durchschnittliche Bundesbürger hat einen Wortschatz von ungefähr 8.000 Worten. Unterklasse 3.000 bis 4.000. Wenn Du aus dem Studium kommst, hast Du ungefähr 12.000 Worte, von denen Du aber auch die Hälfte nicht verstanden hast. Und als Genie giltst Du schon mit 20.000 Worten. 


Ich will Euch hier mal kurz eine Sache sagen: Ich schlage seit 30 Jahren Wörter nach. Am Anfang natürlich mehr, aber nehmen wir einfach mal fünf Wörter pro Tag, die man einfach nachschlägt und wirklich sich so reinzieht, dass man sie konzeptionell verstanden hat. Da fällt einem jetzt nicht wirklich ein Ei aus der Hose oder sonst irgendwas, das geht eigentlich nebenbei. Jetzt rechnen wir das mal aus. Sind 1.500 Wörter pro Jahr, etwas mehr. Sind in zehn Jahren 15.000 Wörter. Sind in 30 Jahren 45.000 Wörter. 


Also noch mal, der Uniabsolventen hat 12.000. Aber diese Wörter, die der Uniabsolventen hat, die kennt er nicht wirklich von den Definitionen her, sondern er hat die Definition meistens erraten, sich ausgedacht, aus dem Kontext geschlossen – und das ist eine verdammt schlechte Idee. 


Jetzt gehen wir da mal kurz rein, warum es so essenziell wichtig ist, Wörter nachzuschlagen.


Zunächst mal musst Du eins verstanden haben: Ein Wort ist ein Symbol für ein Konzept, für eine Idee. Apfel – ahhh! 


Und dann gibt es natürlich einfache Worte, wie Apfel, dann gibt es aber auch kompliziertere Worte, wie Sonnensystem, Planeten, Monde, Sonnen und so weiter und so weiter, die im Verhältnis nach einem gewissen System ablaufen. 


Dann kommen wir auch schon zu dem Wort System. Das Wort System selber, dazu wird es ein eigenes Booklet geben: Systemisches Denken. Systeme zu verstehen ist auch ein übergeordnetes Prinzip. 


Also ein System ist ein einigermaßen geschlossenes Ganzes, das in einer Umwelt existiert. (Sagen wir mal, ein Koiteich oder ein Aquarium existiert in einer Umwelt. Das ist einigermaßen geschlossen, nur einigermaßen geschlossen, weil die Zimmertemperatur wirkt sich trotzdem aufs Aquarium aus.) Und dieses System hat Hauptfaktoren, die miteinander in Wechselwirkung stehen, die sich also gegenseitig beeinflussen. (Das wäre Futtereintrag, Temperatur des Wassers, Filterwirkung, Härtegrad, also wie viel Kalk ist in dem Wasser drin? Wie viel Fische sind drin? Wie viel fressen die? Wie viel scheiden die aus? Wie viel Pflanzen sind da drin? Wie viel Sauerstoff wird eingetragen?) 


Und ein System ist auch wieder so ein typisches Wort. “Ah ja, ein System” – benutzt jeder, aber keiner versteht es wirklich konzeptionell. 


Darüber gibt es auch ein eigenes Booklet und das wird Euch wegflashen. Systemisches Denken ist der totale Knaller, weil zusammen mit diesem Vorteil plus systemischem Denken wirst Du echt zum Superhelden. 


Also, schlage nicht nur Spezialwörter nach, sondern auch ganz normale Wörter, bei denen Du Dir nicht hundertprozentig sicher bist, dass Du wirklich alle Definitionen kennst. Warum tun wir das? Weil unser Wissensnetz muss stabil sein, gerade die Schlüsselwörter, die wichtigsten Begriffe müssen stabil sein.


Ich mache das ab und zu, wenn ich Mitarbeiter auschecke. Auschecken ist nichts anderes als er sagt, okay, er hat es verstanden, sage ich: “Lass uns mal sehen.” Verstanden bedeutet, ich stelle ihm verschiedene Anwendungsfragen und sag: “So, wie würdest du das tun?” Und wenn er das anwenden kann auf jede beliebige Situation, dann hat er das auch wirklich verstanden. 


So, und jetzt stell ich ihm eine Anwendungsfrage und dann sage ich: “Bist du sicher?” Und weil ich eine gewisse Autorität habe, beginnt dann das gewisse “Höö, oh Gott, habe ich einen Fehler gemacht?” und so weiter. Und das geht nicht. Du musst sicher sein. 


Weil stell Dir vor, Du hast jetzt Wörter. Du hast jetzt einen Wortschatz von 12.000 Wörtern, als Uniabsolvent, und davon sind 8.000 Wörter wackelig. Du hast sie erraten, Du weißt nicht genau, stimmt das so? Wie willst Du da jemals ein Argument gewinnen, wie willst Du denn da jemals eine wichtige Entscheidung treffen? Du traust Dir ja selber nicht. 


Das Wort Selbstvertrauen: sich selber trauen – wie soll denn das funktionieren, wenn Du Dir nicht sicher über die Begriffe bist, die Du kommunizierst oder die Du im Kopf hast? Wirklich! 


Also willst Du dein Selbstvertrauen stärken, so komisch das klingt, im Job, im Business, im Leben, benutz den Scheiß-Duden. Er stellt Sicherheit her. Weil der Duden ist nichts anderes als das Ding, auf das man sich geeinigt hat. Die Definitionen, auf die man sich geeinigt hat, werden in Gerichtsprozessen benutzt. 


Im Reicher als die Geissens gibt es so ein Beispiel, wo im Kaufvertrag steht: “Ja, wir werden die Fassade noch machen.” Dann hat aber der Kunde verstanden: “Gut, der streicht die Außenhülle.” Aber das ist nicht die Definition von Fassade, sondern die Definition von Fassade ist “der Teil des Hauses, der zur Straße gerichtet ist”. So, und dann landen die vor Gericht, und dann sagt der Richter: “Lasst uns doch mal nachschauen, was Fassade heißt. Ach, Fassade ist der zur Straße gerichtete Teil … Ok, wollen Sie immer noch ein Urteil?” 


Also noch mal, Du brauchst Sicherheit, gerade in den übergeordneten Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten. Und wenn Dich einer fragt: “Sicher?”, dann kannst Du sagen: “Da kannst du einen drauf lassen, dass das sicher ist.” Also Du musst so antworten können. “Ganz sicher! No doubt.” Und wenn Dich dann einer angreift, bist Du trotzdem stabil, weil Du weißt, es ist so.

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