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Der “Krieg der Eisberge”

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König Max, der davon ausgeht, dass sein Eisberg mit seinen Wahrnehmungsfiltern für alle gelten würde, versucht, seine Sichtweise Moritz aufzuzwingen. Es ist ja schließlich die völlig offensichtlich Richtige, oder? 

Das Gleiche passiert bei Moritz, der ebenfalls irgendwie annimmt, dass sein individueller Eisberg “universell” wäre. Jeder versucht, dem anderen seinen Eisberg bzw. seine Sicht auf die Welt aufzuzwingen – folglich muss “der andere dumm sein” oder “es mit provokativer Absicht tun”

In gewisser Weise befindest Du Dich in einer “Matrix” – in Deiner eigenen Matrix (= Eisberg mit all ihren Wahrnehmungsfiltern, Vergleichswerten etc.). Das Problem ist aber: Jeder andere lebt ebenfalls in seiner eigenen “Matrix”. Und am Ende bekämpfen sich die verschiedenen “Matrixes” und es heißt: “Meine Matrix hat mehr recht als deine!”

Aus diesem Grund ist der königliche Eisberg auch der Grund für nahezu alle Spannungen, Verstimmungen, Streitereien, Hass und Kriege. Viel schlauer wäre es jedoch, die Sichtweise (die Wahrnehmungsfilter unterhalb der Wasseroberfläche) des Gegenübers zu erkunden, anstatt sich zu streiten.

Beispiel: Immobilienverkauf 

Stelle Dir vor, Du willst jemandem eine Immobilie verkaufen. Die erste Frage, um den Eisberg des Gegenübers zu erkunden, wäre: “Hast du schon einmal eine Immobilie gekauft?” Falls ja, kannst Du fragen: “Wie ist das gelaufen? Was war gut? Was nicht so gut? Was würdest du heute anders machen?” So findest Du die Vergleichswerte Deines Gegenübers heraus. 

Falls die Antwort auf die erste Frage “Nein” lautet, musst Du im Gespräch herausfinden, was seine Vergleichswerte sind. Vielleicht vergleicht er eine Immobilie mit einer Rentenversicherung. Oder er hat negative Glaubenssätze oder falsche Daten auf Bankdarlehen (“Mach keine Schulden!”). Oder er vergleicht Immobilien mit den guten oder schlechten Erfahrungen seines Bruders, den Aussagen seiner Stammtischbrüder oder er assoziiert Immobilien mit “Makler sind gierig!” etc.

Egal was es ist: Irgendwelche Vergleichswerte wird er haben. Und diese MUSST Du herausfinden.

Wenn Du das Thema Eisberg mit den verschiedenen Vergleichswerten verstanden hast, wirst Du quasi die “Matrix” sehen können. Du wirst verstehen, warum Menschen auf bestimmte Situationen so reagieren, wie sie es tun. Anders ausgedrückt: Du kannst hinter die Kulissen schauen! Und das ist teilweise wirklich magisch!


Video-Briefing

Video Vorschau

Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “Der königliche Eisberg”

So, der Krieg der Eisberge. Das ist die Konsequenz aus dem, was wir vorher gelernt haben, weil sich die Leute eben nicht bewusst sind, dass sie nur 1 Prozent sehen. Sie sich nicht bewusst sind, dass sowohl König wie Eisberg völlig unterschiedlich sind und weil sie gleichzeitig noch Erwartungen haben, die sie selber eigentlich gar nicht erfüllen würden. Deswegen kommt es zum Krieg der Eisberge.

König Max, der davon ausgeht, dass sein Eisberg mit seinen Wahrnehmungsfiltern für alle gelten würde, versucht seine Sichtweise Moritz aufzuzwingen. Es ist ja schließlich die völlig offensichtlich richtige, oder? Weil wir sind ja alle gleich.

Das Gleiche passiert bei Moritz, der ebenfalls irgendwie annimmt – Annahme, Erwartung –, dass sein individueller Eisberg universell wäre. Jeder versucht dem anderen seinen Eisberg bzw. seine Sicht auf die Welt aufzuzwingen. Folglich muss der andere dumm sein oder es mit provokativer Absicht tun. Verstehst Ihr, was ich damit meine? Das heißt also, wenn der mir nicht recht gibt, dann muss er entweder dumm sein oder mich provozieren wollen. Je nach Erwartung, die ich habe, bin ich jetzt ganz schön verstimmt.

In gewisser Weise befindest Du Dich in einer Matrix, in Deiner eigenen Matrix. Das wäre praktisch der Eisberg mit all seinen Wahrnehmungsfiltern, Vergleichswerten etc. Das Problem ist aber, jeder andere lebt ebenfalls in seiner eigenen Matrix und am Ende bekämpfen sich die verschiedenen “Matrixes” und es heißt: “Meine Matrix hat mehr recht als deine.”

Aus diesem Grund ist der königliche Eisberg auch der Grund für nahezu alle Spannungen, Verstimmungen, Streitereien, Hass und Kriege. Viel schlauer wäre es jedoch, die Sichtweise, nämlich die Wahrnehmungsfilter unterhalb der Wasseroberfläche des Gegenübers zu erkunden, anstatt sich zu streiten. Und was noch schlauer wäre, wenn Du bei Dir erst mal anfängst, weil je mehr Du Dich selber verstehst, desto mehr verstehst Du andere. Weil Du selber sagst: “Ach guck mal hier, Referenzwerte. Ach guck mal, so habe ich reagiert”, zum Beispiel.

Das mit den Erwartungen, woher weiß ich das? Weil ich mir einfach viele meiner Erwartungen angeschaut habe. Ich habe es zwar auch irgendwann mal gelesen, aber das Gelesene … So, dann habe ich auf einmal gesehen, schau mal, da war ich verstimmt – Erwartung. Da war ich verstimmt – Erwartung. Da war ich verstimmt – Erwartung.

So, und heute, wenn ich verstimmte Leute sehe, frage ich als Erstes: “Okay, was hattest Du denn erwartet?” Das ist eine magische Frage.

Und hier sehen wir das dann, hier ist der jeweilige König. Der hat aber eine rote Brille auf, der andere hat eine blaue Brille auf oder einen Filter. Die Zitronen sind gelb. Von den einen sind sie grün, von den anderen sind sie orange. Keiner hat genau genommen recht, aber jeder versucht, dem anderen seinen Willen aufzuzwingen. Das ist das, was dauernd passiert und was genau genommen bei jedem Streit passiert – bei jedem Streit.

So, und würde der eine jetzt einfach mal sagen: “Na gut, wir werden uns jetzt nicht einig in Bezug auf die Zitrone. Nur, dass ich es verstehe, womit vergleichst Du denn diese Zitrone? Oder nur, dass ich es verstehe, zeig mir doch mal deinen Filter und lass ihn uns mal tauschen oder beschreibe ihn mir mal.” Oder ich zeige ihm was anderes und sage: “Wie erscheint dir das?”, dann sagt er: “Oh, auch grün.” Und auf einmal merkst Du: “Mensch, der hat einen blauen Filter.”

Das ist so ähnlich wie, wenn Du ein professioneller oder mittel-professioneller Billardspieler bist. Stell Dir vor, Du bist jetzt in irgendeinem Billard Restaurant, wo Billardtische stehen und dann spielst Du und Du merkst auf einmal, der hat aber 2 Grad Abweichung. Das heißt, es steht nicht ganz gerade das Ding. Das musst Du also rauskriegen.

So, und dann wird er seinen Stoß anpassen und wird die 2 Grad mit einberechnet. Wenn Du aber die 2 Grad nicht weißt oder jedes Mal funktioniert das mit der Kugel nicht und Du berechnest das einfach nicht mit ein, dann kommt die Kugel natürlich nie da an, wo sie ankommen soll. Und das ist ja genau das, was Du willst.

Du willst ja Deine Kommunikation, Deine Idee rüberbringen und dann musst Du aber die Wahrnehmungsfilter der anderen Leute mit hinein kalkulieren, damit sie so ankommen, wie Du es Dir vorgestellt hast. Sonst kommt ganz sicher was anderes an, ganz sicher, immer, weil jeder einen anderen Lebensraum hat. Die Frage ist nur: Ist es so gewaltig, dass man es merkt? Aber es kommt immer anders an, als Du es absendest, immer. Das nennt man Krieg der Eisberge.

Jeder versucht dem anderen seine Sicht aufzuzwingen, weil er gar nicht versteht, dass er auf einem Eisberg sitzt. Er versteht nicht, dass andere andere Referenzwerte haben aufgrund ihres Lebensfilms und so geht es los. Deswegen werden Ehen geschieden, deswegen sind Kinder unglücklich, gerade in Bezug auf Erwartungen. Deswegen gehen Kriege los, nicht allein dadurch, also da gibt es dann schon noch ein paar Wirkverstärker und so weiter, aber trotzdem wäre dieser Faktor komplett weg, gäbe es keine Kriege, gäbe es einfach kein Leid.

Und wir kriegen diesen Faktor auch nicht weg, aber indem wir ihn verstehen, können wir ihn für uns nutzen. Wir können ihn unschädlicher machen und wir verstehen ihn, sind nicht mehr verstimmt und wir können ihn vor allem auch anderen beibringen. Ich würde Dir auch empfehlen, dieses Dokument, wenn Du es als PDF in der Hand als wirklich anderen Leuten zu geben, aber nicht so: “Schau mal jetzt, weiß ja nicht, wie es richtig ist”, sondern so: “Hey, ich habe da ein interessantes Heftchen gesehen. Magst Du mir mal deine Meinung sagen?” Weil Leute werden ungern gelehrmeistert, sagen aber gerne ihre Meinung.

Und wenn Du das jetzt in Deinem Umfeld herum tätest, würdest Du feststellen, wenn allein mehr Bewusstsein allgemein über Eisberge vorhanden ist, verbessert sich sofort alles. Wir haben inzwischen hier in der Firma auch so Fragen: “So du, vielleicht ist da ein bisschen viel mein Eisberg drin, aber ich denke …” Oder jemand sagt irgendwas, sage ich: “Hast Du es überprüft oder ist da auch ein bisschen Eisberg drin?” Ich meine, der ist immer drin, die Frage ist ja nur, wie stark.

Beispiel: Immobilienverkauf. Stell Dir vor, Du willst jemandem eine Immobilie verkaufen. Die erste Frage, um den Eisberg des Gegenübers zu erkunden, wäre: “Hast Du schon einmal eine Immobilie gekauft?” Falls ja, kannst Du fragen: “Wie ist das gelaufen? Was war gut? Was war nicht so gut? Was würdest Du heute anders machen?” So findest Du die Vergleichswerte Deines Gegenübers heraus.

Das wären allerdings noch sehr wenige Fragen. Dann kannst Du auch sagen: “In deinem Freundeskreis, wer davon hat sehr gute Erfahrung mit Immobilien gemacht? Wer davon hat sehr schlechte Erfahrungen mit Immobilien gemacht? Deinen Eltern, haben die in Immobilien gewohnt oder haben die gemietet? War es ihr Traum oder haben sie es eher abgelehnt?”

Verstehst Du? Also Du musst einfach da fragen. Und wenn es bei Immobilien um große Summen geht, solltest Du den Eisberg natürlich sehr leicht erforschen. Verkaufst Du Kaugummis, hast Du nicht die Zeit dafür. Aber Kaugummi kann man auch wenig missverstehen. Die einen mögen es, die anderen mögen es nicht. Aber die Immobilie besteht aus dem Grundstück, der Lage, aus der Bausubstanz, aus der Finanzierung, Schulden machen – Schulden machen ist etwas, was Leute sehr triggert – und so weiter.

Also das heißt, Du solltest also erst mal den Eisberg der Person erkunden, damit Du überhaupt diese Immobilie richtig zeigen und erklären kannst. Jetzt sagst Du: “Die steht doch da.” Ja, aber dem einen erscheint sie rot und dem anderen gelb und dem anderen grün. Und je nachdem wie Du sie präsentiert, sieht die Immobilie trotzdem anders aus. Glaub es mir.

Falls die Antwort auf die erste Frage “Nein” lautet, musst Du im Gespräch herausfinden, was seine Vergleichswerte sind. Also wenn er sagt: “Ich habe noch keine gekauft.” Falls sie ja ist, allerdings auch. Also Du brauchst immer Vergleichswerte.

Vielleicht vergleicht er eine Immobilie mit einer Rentenversicherung. Also er möchte eigentlich gar keine Immobilie haben, sondern möchte von den Mieteinnahmen leben. Oder er hat negative Glaubenssätze oder falsche Daten auf Bankdarlehen. Mama hat immer gesagt: “Mach keine Schulden”, unterscheidet nicht zwischen Investitionsdarlehen und Konsumschulden. Die hören sich ähnlich an, es ist völlig unterschiedlich, haben viele Leute.

Oder er vergleicht Immobilien mit den guten und schlechten Erfahrungen seines Bruders, den Aussagen seiner Stammtischbrüder: “Hey, Immobilien sind eh für den Arsch” oder er assoziiert Immobilien mit “Makler sind gierig etc”. Zur Zeit sagen alle: Immobilien sind toll. Vor 15 Jahren: “Was willst Du mit Immobilien? Aktien sind doch viel cooler. Da ist kein Stress mit dem Mieter.” Nur so, ändert sich dauernd.

Egal, was es ist, irgendwelche Vergleichswerte wird er haben und diese musst Du herausfinden. Und jetzt passiert das Lustige: Während Du das bei ihm herausfindest, kommt er auch auf mehr Bewusstsein, weil es ist ihm selber ja nicht bewusst. Sie sind da, aber nicht bewusst. Bewusstheit ist völlig klar sichtbar.

Allein wenn Du so mit jemandem umgehst, fühlt sich der so exklusiv behandelt: “Wie siehst Du das? Wie siehst Du das?” Dir bleibt nichts anderes übrig und der sagt: “Wow, sowas hatte ich ja noch nie. Der hat mich erst mal nicht vollgequatscht, mit etwas weiß ich nicht will, sondern hat sich wirklich für mich interessiert.” So eine Vorgehensweise, bei der immer beide gewinnen, wenn Du es so machst.

Wenn Du das Thema Eisberg mit den verschiedenen Vergleichswerten verstanden hast, wirst Du quasi die Matrix sehen können. Also, wenn Du wirklich verstanden hast, wie das mit den verschiedenen Vergleichswerten funktioniert und das hast Du auch am Ende des Booklets noch nicht verstanden, glaube es mir, dann hast Du 5 bis 6 Prozent verstanden.

So, dann einfach mal mit diesem Wissen beobachten, sich erinnern, vor allem die Worksheets machen, die Videos anschauen, dann eine Zeit warten und dann nochmal durcharbeiten. Also eine Zeit, 2, 3 Monate, wo Du wirklich durch diese neue Brille jetzt schaust (der Eisberge) und dann nach 2, 3 Monaten, wenn Du nochmal durch es heißt “Boah, das stand ja vorher schon drin, habe ich aber gar nicht wahrgenommen.” 

Warum? Weil es einfach keine Vergleichswerte bisher gab, mit denen Du es einordnen konntest. Das Wissensnetz ist nichts anderes als die Dinger, wo es keine Einhak- oder Vergleichsmöglichkeiten gibt, weil Du Dich damit noch gar nicht beschäftigt hast, die sind sich am schwierigsten zu merken. Der Verstand braucht immer einen Vergleichswert.

So, also wenn Du das Thema Eisberg mit den verschiedenen Vergleichswerten wirklich verstanden hast, wirst Du quasi die Matrix sehen können. Du wirst verstehen, warum Menschen auf bestimmte Situationen so reagieren, wie sie es tun. Anders ausgedrückt: Du kannst hinter die Kulissen schauen und das ist teilweise wirklich magisch. Eigentlich immer wirklich magisch.

Der sagt zum Beispiel: “Immobilien sind die beste Anlage, die es gibt.” Warum? Weil er das im Kopf hat, viel Geld verdient, Preise sind nach oben gegangen, gute Erfahrungen und so weiter. So, der da hat eine Zwangsversteigerung miterlebt oder gehört meinetwegen von dem Geschäft oder seine Eltern waren verschuldet und so weiter. Der sagt: “Immobilien sind schlecht, niemand sollte sie kaufen.” Wer hat recht? So einfach ist das. Keiner und alle.

Genau. Fragen dazu?

Teilnehmer: Hast Du einen Tipp dafür, wie man erkennen kann, welcher Vergleichswert einem irgendwie helfen kann, ein Ding richtig einzuordnen und welcher eher schädlich ist? Weil ohne Vergleichswert können wir ja nicht richtig etwas einordnen, wie es in der Realität nun mal ist.

Alex: Machen wir mal ein Beispiel, weil Vergleichswerte hängen natürlich davon ab, was Du damit machen möchtest.

Teilnehmer: Das Immobilie- Beispiel nehmen wir jetzt einfach mal. Es gibt ja schon, ich sage mal, Zeiten, in denen es deutlich lukrativer war, eine Immobilie zu kaufen als andere Zeiten. Das sind ja alles Informationen, die wir auch daher ziehen, dass wir Vergleichswerte haben.

Alex: Ja, ja, warte, aber das Problem sind ja nicht die Vergleichswerte, die Du auf Deinem Papier hast, und sagst: “Was sind die Plus- und Minuspunkte?” – die sind ja nicht das Problem. Sondern das Problem sind die Vergleichswerte, die Du heranziehst, ohne davon zu wissen.

Teilnehmer: Okay, also welche, die ich bewusst heranziehe …

Alex: Wenn Du sie bewusst heranziehst, sagst Du … Also Du machst so Vorteile- / Nachteile-Spalte, Vorteile / Nachteile. Wichtig: Vorteile / Nachteile musst Du noch priorisieren. Du kannst jetzt natürlich die Anzahl der Nachteile anhand derer entscheiden.

Also, wenn Du sagst, wenn es mehr Vor- als Nachteile sind, dann mache ich es. Das ist das sogenannte Adenauer-Kreuz. Das hat aber einen Nachteil, dass, angenommen, der Nachteil ist völlige Zerstörung und der Vorteil ist, wir können ein bisschen mehr Geld verdienen, die Leute werden ein bisschen glücklicher … Dann mag es ja 20 Vorteile haben, aber der Nachteil ist halt so groß, dass Du sagst: “Nice to have.”

Also das heißt, Du musst sie auch priorisieren. Und in der Praxis ist es nicht so extrem, wie ich es gerade gezeigt habe. Aber Du brauchst gerne was spricht dafür, was spricht dagegen und Du brauchst halt eine Priorisierung. Du brauchst aber noch mehr, wenn Du es wirklich mit Hirn machen möchtest. Du musst eigentlich Dein korrektes Ideal kennen und dazu kommen wir später noch. Also wo will ich denn überhaupt hin? Und passt das dann da rein?

Zum Beispiel, Du hasst grundsätzlich Papier, Du bist nicht wirklich ordentlich und Du bist nicht der Meister darin, Dinge durchgezogen zu bekommen, bist aber meinetwegen perfekte Entertainer. Dann sind Immobilien für Dich eher nix, es sei denn, Du hast einen, der managt sie für Dich, weil Du wirst sonst der beste Freund von Deinen Mietern sein. Die werden nie zahlen und Du wirst es nicht merken und so weiter.

Das heißt, Du musst auch wissen, wer bin ich, das heißt Du musst den Ist-Stand richtig einschätzen können und Du musst den Ideal-Stand richtig einschätzen können und Du musst dann bei der Handlung eben sagen: Jede Upside hat eine Downside, jeder Vorteil hat einen Nachteil.

Was der Typ jetzt hier übersieht, hier links ganz genau, es gibt eine tolle Regel, die lautet: Jede Upside hat eine Downside, aber auch jede Downside hat eine Upside. In Kurzform: Jeder Vorteil hat einen Nachteil und jeder Nachteil hat einen Vorteil. “Immobilien sind die beste Anlage, die es gibt!” Stimmt nicht, sie haben Nachteile. Er sagt: “Immobilien sind schlecht. Niemand sollte sie kaufen.” Stimmt nicht, sie haben auch Vorteile.

Ist immer so. In dem Fall klingt es logisch, aber ich mache da mal ein anderes Ding. Jemand erzählt Dir, was ihm Schreckliches widerfahren ist. Gut, ich hör mir das auch an und dann sage ich: “So, und was könnte denn daran jetzt die Upside sein? Denn jede Downside hat auch eine Upside.”

“Ja, es hätte auch viel schlimmer kommen können. Und jetzt bin ich praktisch auf die Knie gefallen und nicht voll auf die Fresse oder ich habe mir die Finger verbrannt, aber keine Verbrennungen dritten Grades.” Gut, sehr schön. So, was könnte noch ein Vorteil von dem sein, was Dir passiert ist? Oft bei Trennung. So, was könnte der Vorteil davon sein? Sieht man dann ja nicht. Jede Upside hat eine Downside, aber auch jede Downside hat eine Updside.

Jede Krise hat ihre Gewinner und auch jeder Boom hat sehr viele Nachteile. Man baut Kosten auf, dies, das, jenes, denkt, das geht so weiter, macht sich Vergleichswerte, die dauerhaft nicht realistisch sind, Erwartungen, die nicht realistisch sind. Also ich könnte das, wenn Du das mal so 20-30 Jahre wie ich durch die Brille der Eisberge die Welt anschaut, dann fällt Dir schon ganz schön viel auf. 

Also auch so, Dein Fähigkeitslevel steigt allein, wenn Du das Wissen drauf hast, massiv. Und Du schaust auf ein und die gleiche Sache drauf und siehst viel mehr als der Rest der Welt. Und was meinst Du, jetzt mach das mal 2, 3, 4, 5, 10 Jahre – es hat schon Vorteile im Leben.

Also nochmal, wenn wir Vergleichswerte meinen, in dem Moment, wo Dir der Vergleichswert bewusst ist, kannst Du entscheiden: Ist er sinnvoll oder nicht? Passt er zu meinem Ideal? Ja oder nein? Das Problem ist, er ist aber immer da. Das ist das Problem. Und dann heißt es: “Ja, ich habe so ein komisches Gefühl im Magen.” Vielleicht von dem Ei, das irgendwie verdorben war.

Teilnehmer: Ich habe eine Frage über die Komplexität des Prozesses, denn dieses Erkunden eines Eisbergs, ich habe das im privaten Bereich jetzt schon öfters probiert. Das nimmt Zeit in Anspruch und zumindest die Art und Weise, wie ich es mache, nervt die Leute dann auch irgendwann, wenn zu viele Nachfragen kommen. Und in der Businesswelt habe ich einfach nicht die Zeit. Ich kann mich nicht mit allen Projekt-Mitarbeitern hinsetzen und mir erstmal eine Woche Zeit nehmen, um den Eisberg zu erkunden.

Alex: Ja, pass auf, wenn es die Leute nervt, liegt es daran, dass Du nicht ordentlich genug bestätigst. Das wird dann Verhör Stil. Brauchst Du nur mal Lanz anschauen, wirst Du feststellen, der stellt eine Frage und bestätigt nie. Deswegen kriegt man auch immer so ein unangenehmes Gefühl. Also den Talkmaster Lanz (Markus Lanz).

Ich frage Dich zum Beispiel: “Was ist für denn für dich eine gute Immobilie?” “Okay, danke für die Info” und Du schreibst es mit. “Nur, dass ich es jetzt verstehe, diese Information zu dieser Schlussfolgerung kommst Du aufgrund welcher Daten?” “Ja, aufgrund …” “Ah, interessant.” Und es darf halt nicht robotermäßig sein. Aber Du musst immer durch seine Brille schauen und ihn auch bestätigen.

Wenn der jetzt nicht einen Termin hat oder irgendwie ein Problem hat, wo ihm der Arsch brennt, sondern der ist einfach normal da, dann nervt es keinen. Falls doch, hast Du einfach zu wenig bestätigt und das hört sich zu Verhör-mäßig an.

Teilnehmer: Also meine Erfahrung war, dass sich Leute dann manchmal genervt oder ertappt fühlen, wenn Du einfach, wie Du es gesagt hast, auf Basis welcher Daten kommst Du zu dem Punkt?

Alex: Ja.

Teilnehmer: Und wenn es diese Daten nicht gibt, sondern es einfach nur ein “Hab ich mal irgendwo aufgeschnappt” oder was weiß ich was, irgendwas was dumm klingen könnte, dass die Leute dann, habe ich zumindest erlebt, das Gespräch beenden wollen.

Alex: Ja natürlich, weil sie als Mogelpackungen enttarnt wurden. Wenn Du das nicht möchtest, musst Du es halt machen wie Columbo. Also manche Leute will man ja verscheuchen oder will, dass sie ihren Mund halten. Aber angenommen, Du möchtest es nicht, weil … Schau, Du kannst ihn jetzt fragen … Also jemand erzählt ihm: “Ja, ich bin der Meinung …” und macht sich da tierisch wichtig.

Und dann sagst Du: “Okay, nur, dass ich es verstehe, aufgrund welcher Daten kommst Du denn zu dieser Schlussfolgerung?” “Ja, ich weiß es halt.” “Ja gut, aber das ist ja die Schlussfolgerung. Schau mal, Daten sind etwas, was man nachvollziehen oder überprüfen kann. Du gibst mir das Rechnenergebnis. Ich würde gerne wissen, wie Du darauf kommst. Erklär mir bitte das Rechenergebnis.”

Dann nagelst Du den gewisserweise an die Wand und setzt ihn ins Unrecht. So, und dann kriegst Du halt eine Abhau-Reaktion. Du kannst es aber auch ganz anders machen, Du kannst einfach sagen: “Schau mal, ich kenne mich ja in diesem Fachgebiet gar nicht so aus.” Das ist jetzt der Columbo.

Also Columbo für die jüngeren Zuhörer, das ist eine Serie gewesen, so in den 80er, 90er Jahren von seinem angeblich vertrottelten Inspektor. Der hat aber nur so getan, war aber sehr schlau und hat die Leute damit immer ein bisschen in die Irre geführt, dadurch dass er sich eben so vertrottelt gegeben hat. Sag so: “Es ist ja eigentlich eher deine Domäne, aber manchmal ist es auch ganz interessant, so einen frischen Gesichtspunkt reinzubringen. Nur, dass ich es als Nicht-Profi verstehe, aufgrund welcher Daten kommst Du darauf?

Also verstehst Du? Du musst natürlich, wenn Du solche Fragen stellst und Du möchtest ihm nicht sein Gesicht nehmen, dann musst Du die Gesichtswahrung gleich mit einbauen. Und eine Gesichtswahrung wäre, zu sagen: “Ah, schau mal. Kürzlich hat jemand zu mir gesagt: Du, Alex. Oft verschätzt man sich ja ein bisschen mit deiner Meinung und er hat mich dann einfach gefragt, Alex, nur dass ich es verstehe, aufgrund welcher Daten kamst zu dieser Einschätzung? Und dann fiel mir auf ich habe gar keine.”

So, jetzt hast Du ihm eine Gesichtswahrung gebaut, in dem Du Dich selber als Referenzwert hingesetzt hast, der ja auch mal planlos ist und dann gibst ihm zum Beispiel die Möglichkeit, auch planlos zu sein.

Oder jemand will nicht rausrücken mit der Sprache. Warum will er nicht rausrücken? Weil er denkt, dass Deine Erwartungen, also dass das, was er getan hat, nicht Deine Erwartungen entspricht. Deswegen will er nicht rausrücken. Was machst Du jetzt? Also, der sagt: “Ich will es nicht sagen.” “Mein Gott, hast Du richtig Geld geklaut?” “Nein.” “Achso. Unterschlagung? Betrug?” “Nein.” “Bist Du handgreiflich geworden mit Führungskräften?”

Also, Du machst extra krasse Dinge und dann wird ihm irgendwann sein Ding relativ klein erscheinen. Und so kannst Du den Leuten auch das Gesicht wahren in dem Referenzwert, den Du stellst, wo ihr Ding relativ klein aussieht.

Es hängt also ein bisschen davon ab, wie Du das machst, ob Du ihm den Raum lässt – und das lernst Du beim Führungskräftetraining, wie man das macht, dass Du den Leuten halt den Raum lässt, dass sie selber gewinnen. Die Gefahr ist natürlich, wenn …

Also ich kenne es auch schon, wenn so ein Schlaumeier daherkommt und mir irgendwas erzählen will und mir meine Zeit klaut, dann hätte ich auch am liebsten Lust, ihn gegen die Wand laufen zu lassen. Hab ich auch früher gerne gemacht, mit so einer Frage, wo er dann sich selber als Vollidioten geoutet hat. Mache ich heute nicht mehr und würde ich Dir auch nicht empfehlen. Also A) ist es ein bisschen Ego-Befriedigung und B) schadet es Dir.

Warum? Weil Du hast ihn jetzt ins Unrecht gesetzt. Was wird er jetzt wollen? Dich ins Unrecht zu setzen. Kann er es nicht mit Fakten, wird er es mit Flüsterpost hintenrum oder sonst irgendwas machen.

So, früher galt im Krieg: Entweder tötest Du Deinen Feind oder Du verbündet Dich mit ihm, aber Du schlägst ihn nicht und lässt ihn dann frei, weil sonst kommt er zurück und tötet Dich wieder. So, das heißt, Du hast 2 Möglichkeiten. Also entweder kündigst Du so jemanden oder Du verbündest Dich in gewisser Weise mit ihm, aber nimm ihm nicht das Gesicht, das kommt schlecht zurück.

Wenn Du wüsstest, wie vielen Leuten das Gesicht so wichtig ist. Deswegen passieren Ehrenmorde alles Mögliche. Also der Schein nach außen ist sehr wichtig. Wenn sie ihn behalten wollen, dann lass es ihnen doch.

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Der “Krieg der Eisberge”

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