Zur Hauptseite

Alle ArtikelFundamental-Booklet: Der königliche Eisberg

Die “Eisberg-Problematik”

553 Leser

Wenn ein “König” zu einer anderen Person hinüberschaut (die auch der König ihres eigenen Eisbergs ist), so sehen diese Person und der Teil des Eisbergs oberhalb der Wasseroberfläche erstmal ähnlich aus.

Unser König denkt sich: “Die Person sieht ähnlich aus wie ich. Sie verhält sich ähnlich wie ich. Ihr  Eisberg (oberhalb der Wasseroberfläche) sieht so aus wie meiner, also ist sie ähnlich wie ich.”

Natürlich gibt es auch Kategorien von Eisbergen, d. h., die einen sind eher progressiv und forsch, die anderen eher genau und detailverliebt. Die einen sind introvertiert, die anderen extrovertiert, die einen mögen den Fußballverein Borussia Dortmund, die anderen den FC Schalke. Trotzdem sehen sich die Könige und die sichtbaren Teile der Eisberge alle einigermaßen ähnlich.

Und jetzt kommt das Problem: 99 % des Eisbergs sind weder für den jeweiligen König noch für den außenstehenden Betrachter sichtbar. 

Bedeutet: Die Könige des jeweiligen Eisbergs sind sich der eigenen, unter Wasser liegenden 99 % nicht bewusst. Außerdem sehen sie auch nicht den unter Wasser liegenden Teil der anderen Eisberge!

Wir sehen bei jedem anderen Individuum immer nur seine körperliche Repräsentanz und nur minimale Teile (1 % des Eisbergs oberhalb der Wasseroberfläche) dessen, was bei dem anderen tatsächlich abgeht. Jeder denkt aber, er wüsste genug – dabei fehlen 99 %.

99 Prozent von dem, was uns ausmacht, liegt unterhalb der Wasseroberfläche und ist weder uns noch anderen bewusst!

Und was befindet sich also unterhalb der Wasseroberfläche? Dort befinden sich über 40 Wahrnehmungsfilter (tatsächlich sind es wahrscheinlich Hunderte mehr, diese sind jedoch die wichtigsten, die ich hier isolieren konnte). Jeder dieser Filter modifiziert, verzerrt oder verändert die Wahrnehmung und Sichtweise jeder einzelnen Person. Diese kommen aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. 

Hinweis: Die Unterteilung in Vergangenheit / Gegenwart / Zukunft ist nicht absolut anzusehen. Tatsächlich können einige Filter in allen 3 Kategorien wirken, auf jeden Fall gehen sie fließend ineinander über.

Noch mal: Jeder Umstand, jeder Gegenstand, jede Situation wird von jedem Menschen völlig unterschiedlich wahrgenommen.


Video-Briefing

Video Vorschau

Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “Der königliche Eisberg”

So Teil 2, die “Eisberg-Problematik”.

Wenn ein “König” zu einer anderen Person hinüberschaut, die auch der “König” ihres eigenen Eisbergs ist … “König” deswegen, weil jeder in seinem Eisberg bestimmt, was seine Ziele sind, was richtig ist, was falsch ist. Also die ganzen Bewertungen, also diese ganzen subjektiven Sachen, was Du magst, was Du nicht magst, egal wie es zustande kam, das ist Dein Reich und in Deinem Eisberg bist Du der Chef.

Die Leute sind es einfach gewohnt, in ihrem persönlichen Universum, in ihrem Eisberg der Chef zu sein. Das Problem ist aber, jeder andere ist es auch und wenn es dann Schnittpunkte gibt, gibt es Konflikte. Also wenn ein König zu einer anderen Person dann hinüber schaut, so sehen diese Person und der Teil des Eisbergs oberhalb der Wasseroberfläche – weil das ist ja nur das, was Du sehen kannst – erstmal einigermaßen ähnlich aus.

Klar, die einen wählen rechts, die anderen wählen links, die einem fressen Körner, die anderen mögen Fleisch, was auch immer, aber sie sehen immer noch ähnlich aus, sie sehen nicht aus wie Hasen. Sie sehen nicht aus wie Außerirdische.

Unser König denkt sich: “Die Person sieht ähnlich aus wie ich. Sie verhält sich ähnlich wie ich. Ihr Eisberg (oberhalb der Wasseroberfläche) sieht so aus wie meiner. Also ist er ähnlich wie ich.” Du gehst einfach davon aus, weil Du nur diesen Teil siehst sagst: “Ja, der ist ja ähnlich wie ich.” Fällt Dir gar nicht auf, dass die unterschiedlich sein können.

So, und jetzt kommt das Fiese. Je ähnlicher Du jemanden findest, desto verstimmter wirst Du, wenn er sich anders verhält. Ich weiß nicht, ob es euch schon mal aufgefallen ist, dass vor allem die Leute einen verstimmen können, die man mag.

Also wenn ich mir überlege, wie Lehrer schon versucht haben, in der Schule mich zu beleidigen oder zu provozieren oder sonst irgendwas. Keine Chance. Warum? Weil der war so anders als ich. Ich war ein Jugendlicher, er war ein Erwachsener. Also verstehst Du? Der Eisberg sah 0 ähnlich aus wie ich. Er war Mensch. Und deswegen war da so viel Distanz zwischen mir und ihm, egal, was der zu mir gesagt hat, ich dachte mir: “Du verstehst mich eh nicht. Da rein, da raus.”

Aber die Leute, von denen ich dachte, dass sie mich verstehen, weil sie ja viel ähnlicher aussahen, das waren die, die mich immer maximal verstimmt haben und wo es dann auch blutige Kämpfe gab, also wo man so richtig Rachegefühle kriegt: “Was fällt dem ein? Wie kann der das nur? Der kennt mich doch” und so weiter und so weiter. Glaub es mir, diese Eisberg-Problematik wirkt sich vor allem bei den Leuten auf, die Du eigentlich magst und das ist natürlich besonders scheiße.

Natürlich gibt es auch Kategorien von Eisbergen, das heißt, die einen sind eher progressiv und forsch, die anderen eher genau und detailverliebt. Also, ich sag mal, die Mathematik-Liebhaber untereinander verstehen sich besser und ich sage mal die, die sagen: “Ich werde später mal Betriebswirtschaft studieren und werde dann Boss der Deutschen Bank”, die verstehen sich auch besser.

Die einen sind introvertiert, also die einen sind eher in sich gekehrt, die anderen machen eher den Dicken, sind extrovertiert und kommen gut mit anderen Leuten klar. Die einen mögen den Fußballverein Borussia Dortmund, die anderen FC Schalke. Trotzdem sehen sich die Könige und die sichtbaren Teile der Eisberge alle einigermaßen ähnlich. Einigermaßen.

Und lustig, wenn Du den Unterschied erkennst zwischen … Also wenn Du den schon von der Oberfläche erkennst, zwischen ihm und Dir, wie bei mir: Ich (Schüler), er (Lehrer). Er hat versucht, mich zu provozieren, kam gar nicht durch. Aber in dem Moment, wo ich mich einem ähnlich gefühlt habe, war ich verletzlich. Warum? Weil ich aufgrund dieser Ähnlichkeit eine Erwartung hatte.

Und jetzt hört mir kurz zu. Das ist das wichtig, weil ich aufgrund dieser Ähnlichkeit eine Erwartung hatte. Und es gibt genau genommen nur 2 Hauptgründe, warum man verstimmt wird. Krieg, Wut. Morde haben eigentlich nur 2 Hauptgründe. Die einen sind Verallgemeinerungen. Wenn Du dauernd hörst: “Du machst immer, Du machst nie. Alle sagen …”, irgendwann kriegst Du da einen Hals davon. Das ist aber der kleinere Grund. Der größere Grund, warum Leute wirklich verstimmt werden, ist: Erwartung, die nicht eintrifft.

Und jetzt kommen wir dorthin. Das ist ja genau das. Ich habe meinen Eisberg. Ich erwarte, weil ich aufgrund meiner Referenzwerte mich so verhalten würde, wie ich mich verhalte, dass er das Gleiche tut, weil ich diese Mechanismen gar nicht kenne. Dann tut er das natürlich nicht, weil er andere Referenzwerte hat und einen anderen Film des Lebens. Und dann bin ich verstimmt.

Der Typ verstimmt mich gar nicht. Das tut er nicht. Meine Erwartung verstimmt mich. Dich hat noch nie eine Person verstimmt. Das denkst Du nur. Es ist Deine Erwartung, die Dich verstimmt. Schraub einfach Deine Erwartungen runter und füll sie stattdessen mit Wissen, was wir hier gerade machen. Oder mit Beobachtung, also beobachte einfach Leute. Und erwarte nicht.

Was ist erwarten wieder? “Assumption”, die Annahme. Was haben wir gesagt: “Assumption is the mother of all fuck-ups”. Die Annahme ist die Mutter aller Katastrophen. Glaube mir, der Satz ist schon richtig. Das heißt, Deine Erwartung ist eine Annahme darüber, was Du in seinem Fall tun würdest. Ja, ja, was Du in seinem Fall tun würdest. So, und jetzt lass das mal kurz sacken.

Also, dass Ihr auch ein bisschen versteht, was für Infos Ihr hier kriegt, von welcher Qualität. Ihr müsst es mir nicht glauben. Geht mal her, schreibt eure 20 schlimmsten Verstimmungen auf und Ihr werdet feststellen, entweder waren da sehr viel Verallgemeinerungen drin oder – und das ganz sicher – falsche Erwartung oder auf jeden Fall Erwartungen.

So, und wenn ich mir überlege, wie viele Leute depressiv sind, wie viele Leute Streit haben, wie viele Leute gemobbt werden, alles mögliche, was ja alles irgendwie aus Verstimmungen herauskommt oder zu Verstimmungen führt, dann wäre es doch ganz schlau, wenn man den Drehhebel wüsste, mit dem man sich happy hält.

Das ist ganz einfach. Mache keine unrealistischen Erwartungen. Es ist natürlich die Frage, was ist unrealistisch? Wenn Du jetzt das Eisberg Thema verstehst, wirst Du feststellen, vieles von dem, was Du bisher erwartet hast, ist völlig utopisch und somit bist Du natürlich stark verstimmt.

Aber eigentlich kann ich euch nur einen Tipp geben: Gewöhn Dir ab, Erwartungen zu haben, sondern beobachte. Schau hin und erwarte nicht. Hör auf damit, Dinge zu erwarten und Du wirst das schönste Leben haben. Ganz geht es nicht. Du musst auch sagen: “So, wann kommt der Brief in etwa? Oder bis wann sind wir fertig?” Aber wenn Du an jede Erwartung ein Label dranklebst …Erstens, sie sollte realistisch sein und zweitens, sie kann mich potenziell verstimmen. Dann wirst Du das schönste Leben Deines Lebens haben. Fragen dazu?

Teilnehmer: Sind nicht ein hoher Prozentsatz des täglichen Lebens Erwartungen, die Du erstellst, deren Du Dir nicht bewusst bist? Aber zum Beispiel, wenn ich über die Straße gehe und ich sehe, von links kommt, kein Auto erwarte und von rechts kommt vielleicht einer. Aber meine Erwartung ist, dass der, der rechts fährt, jetzt nicht einfach in die Gegenspur fährt und mich überfährt.

Wenn ich auf der Autobahn fahre, habe ich auch Erwartungen, wie sich die anderen Verkehrsteilnehmer verhalten werden. Wenn ich in der Bäckerei bin, das ist jetzt das letzte Beispiel, weil ich glaube, es ist klar – habe ich auch eine Erwartung, wie sich die Leute vor mir im Großen und Ganzen und hinter mir verhalten werden. Und so funktioniert ja nur der Alltag.

A: Warte. Aber woher kommen denn Deine Erwartungen? Die kommen ja wieder aus Referenzwerten, die Du in der Vergangenheit beobachtet hast. Und jetzt mach doch folgendes: Jetzt reduziere doch mal die Standards Deiner Erwartungen an andere gegen 0. Beispielsweise Du gehst in die Bäckerei, gehst davon aus, dass sich alle vordrängeln, gehst davon aus, dass die Brötchen nicht schmecken und gehst davon aus, dass die Bedienung unfreundlich sein wird und Deine Lieblingsbrötchen nicht mehr da sind.

So, Deine Erwartungen, werden permanent übertroffen sein, dann und Du wirst jedes Mal happy sein. Oder als Beispiel nehmen wir das Beispiel mit dem Verkehr. Jetzt hast Du gesagt, über die Straße gehen, klar. Aber machen wir es mal anders. Nehmen wir mal die Erwartung eines Führerscheinneulings, wenn er auf der Autobahn fährt und die Erwartung jemanden, der schon erfahren ist.

Also ich fahre ein relativ schnelles Auto. Ich kann am Autotyp “Fahrverhalten auf der Mittelspur” schon sehen, was mich da erwarten wird. Wird er meine Geschwindigkeit auf der linken Spur unterschätzen, wird er nur kurz blinken und sofort rüberziehen und so weiter und so weiter.

Also ich liege damit natürlich nicht 100 Prozent richtig, aber irgendwann hast Du einfach eine Erwartung an Verkehrsteilnehmer und als Fahrschüler hast Du die Erwartung, dass die alle schlauer sind als Du und als Erfahrener denkst Du: “Na wenn ich mich für die anderen mitdenken würde, wäre ich ungefähr einmal im Monat in der Werkstatt.”

Ich mag ja nicht schuld sein und ich mag ja dann auch recht bekommen bei der Versicherung. Aber wer hat schon immer Bock, Versicherungsunterlagen auszufüllen und auf sein Geld zu warten und den Streit mitzumachen. Also bleibt Dir nichts anderes übrig, als für die anderen mitzudenken.

Beispiel Mitarbeiter: Die meisten Chefs denken, sie sagen etwas einmal und das wissen die da. Nein, Du musst als Chef etwas 7 mal wiederholen, vorher sickert es gar nicht ein. So 7 Mal. Aber jetzt nicht nur den gleichen Satz sagen, aus verschiedenen Winkeln, aus verschiedenen Perspektiven, mit Beispielen, damit einfach etwas Neues aufgenommen werden kann. Das ist der Durchschnittswert.

Oder Du denkst, Du kennst jemanden, lernst jemanden kennen, toller Typ: “Komm, lass uns doch gleich mal Tacheles reden.” Nein, 7-Kontakte-Regel. Du musst mindestens 7 Kontakte haben. Heute sind es wahrscheinlich sogar noch mehr, weil diese Reizüberflutung da ist. Das hängt also sehr viel von Deinen Erwartungen ab.

Wenn Du jetzt Dir die richtigen Referenzwerte vorgibst, glaube mir, wird Dein Leben sehr glücklich. Du kannst eine Depression allein dadurch lösen, indem Du Dir einen besseren Vergleichswert schaffst. 

Also bei mir war das zum Beispiel so, mit 18 hatte ich Dauerstreit mit meinen Eltern und dann haben sie mir angeboten, wenn es Dir nicht passt, kannst Du ja ausziehen. Das habe ich dann gemacht. Ich habe mir dann 2 Aldi-Tüten genommen, habe da meine Klamotten reingeschmissen und bin dann einfach raus.

So, ich war mir aber schon bewusst – also ich habe das nicht aus einer impulsiven Handlung gemacht –, dass als 18-jähriger mitten im Abitur in München mit teuren Wohnungen, wo zur Wohnungsbesichtigung 100 Leute kommen und der kein Gehalt hat, das nicht unbedingt gute Chancen sind, aber in dem Fall war der Referenzwert selbst die Scheiße zu fressen, im Verhältnis zu dem, war völlig okay für mich.

Dann bin ich dann so von Freund zu Freund getingelt, die mochten mich … Also Du weißt ja, Gäste sind wie Fische. Nach dem dritten Tag stinkt’s. So, und irgendwann saß ich da mit meinen Aldi-Tüten auf der Straße, weil ich schon wieder von einem zum anderen umziehen musste. Es war Sommer, also es war jetzt auch nicht so schlimm. Und dann begann ich erst mal, mich schön zu bemitleiden. Keine Stabilität und duschen würde ich auch gerne, stabil jeden Morgen …

Und da saß ich da und blies Trübsal. Dann lag da – weil daneben so ein Feld war, also es war am Straßenrand von München – so ein, ich glaube es war Gerstenkorn, also so ein kleines Stück Korn von Getreide. Dann schaute ich da drauf, dann fiel mir ein: Naja, würdest Du jetzt, ich sage mal, in Indien am falschen Ort leben, würdest du das Ding jetzt nehmen und essen? Oder in Afrika, weil Du Dir denken würdest: “Oh, da ist ein bisschen Protein drinnen, da ist ein bisschen was drin. Komm, lass uns das essen.”

Dann dachte ich mir: “Alex, was bist du eigentlich für ein Weichei?” Verglichen mit Leuten, die überhaupt nichts zu fressen haben in Afrika, verglichen mit Leuten, die auf Müllhalden leben, in Indien. Kinder, die gar keine Eltern mehr haben, die kein sozial …, einfach gar nichts haben. Du beschwerst Dich darüber, dass Du gerne immer zur gleichen Zeit duschen möchtest und in dem Moment war das sofort vorbei mit meiner Depression.

In Anführungszeichen, es war jetzt keine Depression ist, es war eher Niedergeschlagensein, aber trotzdem. So und das dieses Mittel, das ist mir damals bewusst geworden schon mit 18, wo ich mir dachte “Wow”, ich kannte da jetzt nicht Referenzwert oder Vergleichswert, aber ich habe es immer wieder eingesetzt, dass ich mir einfach überlegt habe, wem geht es denn schlechter als mir? Und dann ist mir aufgefallen, dass es sehr viel mehr Leuten sehr viel schlechter geht als mir.

Oder auch so: Schau mal, wenn Du jetzt einen Kerl fragst: “Bist du gut aussehend? Ja / nein?” Dann ist natürlich die Frage: Verglichen mit was, mit George Clooney oder mit dem durchschnittlichen Deutschen?

Oder wenn jemand sagt: “Ich finde euer Coaching nicht gut.” Gut, verglichen mit was? Mit Deinen Erwartungen, mit einem anderen Coaching, das Du gemacht hast oder …? Wir haben zum Beispiel festgestellt, wenn Leute unser Coaching irgendwann mal nicht gut fanden, dann war es nie verglichen mit einem anderen. Also wenn sie es mit anderen vergleichen, ist es immer super. Wenn sie aber noch nie eins gemacht haben, aber eine Erwartung sich aufgebaut haben, von der sie noch nicht mal wissen, dass es eine Erwartung ist …

“Also ich dachte jetzt eigentlich, bei meinem Steuercoaching kämen da lauter Steuerberater und denen würde ich jetzt eine halbe Stunde kurz erklären, wie meine Situation ist und dann wäre mein Leben schön.” Ja, das verstehen wir. Das wollte ich früher auch immer so, aber es funktioniert halt so nicht – es tut uns leid. Bloß weil ich sage, ich bin ein Vogel, kann ich noch nicht fliegen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Was ich damit sagen möchte, ist, die Erwartungen sind ja eigentlich nichts anderes auch wieder als Hinzufügungen. Wenn Du den Referenzwert, mit dem Du andere vergleichst, ganz weit unten ansetzt, aber dem, womit Du Dich vergleichst, ganz weit oben, dann wirst Du nicht mehr verstimmt sein und Du wirst sehr erfolgreich sein.

Und wie machen es die meisten? Genau umgekehrt: bei sich selber Rechtsanwalt, bei anderen Staatsanwalt. Bei einem selber wird erklärt und gerechtfertigt, bei den anderen verurteilt. Mach’s andersrum. Wenn Du das so tust, verstimmst Du Dich selber. Sei mit Dir selber Staatsanwalt, mit anderen Rechtsanwalt, Dein Leben wird glücklich. Sei bei Dir selber Rechtsanwalt, bei anderen Staatsanwalt, wirst Du ein unglückliches Weichei.

Kommen wir mal wieder zurück und jetzt kommt das Problem: 99 Prozent des Eisbergs sind weder für den jeweiligen König noch für den außenstehenden Betrachter sichtbar. Also die sehen nur das, was hier oben ist. Alles, was hier unten ist, sehen sie nicht. Da kommen wir dann auch noch dazu. Sie sehen nur den oberen Teil.

Bedeutet: Die Könige des jeweiligen Eisbergs sind sich der eigenen unter Wasser liegenden 99 Prozent nicht bewusst, also der eigenen. Außerdem sehen sie auch nicht den unter Wasser liegenden Teil der anderen Eisberge. Den sehen sie auch nicht.

Erstaunlicherweise, je mehr Bewusstsein bei Leuten für die eigene Tiefe des Eisbergs vorhanden ist, desto mehr können sie sie auch bei den anderen sehen. Also je mehr Du in Dir erforscht hast, desto mehr siehst Du bei den anderen. Wir sehen bei jedem anderen Individuum immer nur seine körperliche Repräsentanz und nur minimale Teile (1 Prozent des Eisbergs oberhalb der Wasseroberfläche) dessen, was bei dem anderen tatsächlich abgeht. Jeder denkt aber, er wüsste genug. Dabei fehlen 99 Prozent.

Also, körperliche Repräsentanz plus den Oberteil der Eisscholle. Dann sagst Du: “Ah, guck mal, das ist ein Linker, das ein Rechter, das ein Öko, das ist ein Kapitalist.” Anhand dieser Sachen werden die eingeschätzt. Aber ganz so ist es ja leider nicht. Es ist sehr vereinfacht. Dann hast Du eben Erwartungen an die Leute und die verstimmen Dich dann.

Also nochmal zum Glücklichsein, Erwartungen und Standards an die anderen Leute nach unten, Erwartung an Dich nach oben. Das heißt jetzt nicht, wenn Du eine Führungskraft bist, dass die Standards für die anderen runter setzt, Du hälst sie oben, aber Deine Erwartung ist anders.

Stell Dir vor, Du bist Kindergärtner und bist Dir bewusst, Du bist Kindergärtner. Und dann sagt einer: “Onkel, du bist ein Arschloch.” So, dann lachst Du darüber, sagst Du: “Wo hast du das Wort gehört?” So stell Dir vor, der Kindergärtner würde die als Gleichberechtigte ansehen. Der wäre dauernd verstimmt. Verstehst Du?

Und wenn Du einfach, ich sage mal, so einen wohlwollenden, väterlichen oder mütterlichen Blick auf Deine Umgebung richtest und das von den anderen nicht so ernst nimmst, von Dir selber aber schon, dann wirst Du sehr viel mehr Happiness in Deinem Leben erreichen. Und das ist, glaube ich, das, was die meisten wollen.

So, 99 Prozent von dem, was uns ausmacht, liegt unterhalb der Wasseroberfläche und ist weder uns noch anderen bewusst. Und was befindet sich also unterhalb der Wasseroberfläche? Dort befinden sich über 40 Wahrnehmungsfilter. Tatsächlich sind es wahrscheinlich Hunderte mehr. Diese sind jedoch die wichtigsten, die ich hier isolieren konnte. Jeder dieser Filter modifiziert (also verändert), verzerrt oder verändert die Wahrnehmung und Sichtweise jeder einzelnen Person. Diese kommen aus der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Grobe Unterteilung.

Das ist jetzt sehr kurz. Es sind nicht alle, nur so zum Überblick. Also hier ist der bewusste Teil. Die sehen ja alle recht ähnlich aus. Es wären eher die Kapitalisten-Eisberge hier mit Anzug und Krawatte.

Jetzt hier: Unbewusster Teil, Vergangenheit: Vergleichswerte, womit wird etwas verglichen? Film des Lebens, traumatische Erlebnisse. Das hatten wir ja gerade mit den Eiern. Verluste, was hast Du in Deinem Leben jemals verloren? Erziehung, wie wurdest Du erzogen? Erinnerung. Definitionen aus der Vergangenheit, die richtig oder falsch sind, eigene Sünden, Dinge, die Du angestellt hast, Dich verfolgen, falsche Daten und zig mehr.

Gegenwart: Emotionen. Wie bist Du gerade drauf? Bist Du gerade wütend? Nimmst Du die Umwelt anders wahr? Schlaf oder Essen? Hast Du genügend geschlafen, genügend gegessen? Ihr kennt die Snickers Werbung: “Mensch, Du bist so eine Diva.” Dann zack, auf einmal wird er wieder normal. Ähnlichkeit mit vergangenen Geschehnissen. Also wenn in der Gegenwart Ähnlichkeiten mit vergangenen Geschehnissen da sind, dann triggert Dich das.

Umgebung oder Umfeld, am Strand oder in der überfüllten U-Bahn im Sommer, neben 4 Menschen, die eher etwas zu viel Bier getrunken haben, wirst Du feststellen, das ist nicht so angenehm. Drogen, Alkohol und zig mehr.

Zukunft: Ängste, Hoffnungen, Ideale – gerade Ideale sind ganz böse, da kommen wir noch drauf – , Erwartungen und zig mehr. Das müsst Ihr euch einfach ein bisschen bewusst machen. Auch so für die Genauen unter Euch. Es ist nur eine grobe Kategorisierung, um sie zu verstehen.

Es gibt Dinge, die haben primär mit der Vergangenheit zu tun, zum Beispiel Schlaf und Essen hat primär etwas mit der Gegenwart zu tun, und Hoffnungen oder Ängste sind immer auf die Zukunft bezogen. Aber nichts davon gehört eigentlich nur in eine Kategorie. Ich mache Euch mal ein Beispiel.

Wenn Du in der Vergangenheit immer schlaflose Nächte hattest und Du bist jetzt besonders müde, dann triggert das auch Deine schlaflosen Nächte von früher. Wenn Du mal besonders viel geschlafen hast oder besonders wenig, dann vergleichst Du es mit dem Referenzwert wieder von früher. Also versteht Ihr? Sie gehen nicht fließend ineinander über, sie sind auch doppelt.

Es ist nur zu Darstellungszwecken, dass man ein bisschen versteht: “Aha”. Aber die Gegenwart, wie die Emotionen gerade sind im Raum von Dir gerade, wie viel Du geschlafen und gegessen hast, wie viel belastet Du gerade bist, und so weiter, das sind Faktoren, die aus der Gegenwart das Ganze negativ oder positiv verstärken können.

Wenn Du also eh schon mit Scheiße zu tun hast, eine schlimme Zeit Deines Lebens, dann sorg dafür, dass Du genügend isst, dass Du genügend schläfst und dass Du auch genügend trinkst. Und damit meine ich Wasser. So, wenn Du es andersrum machst, Du schläfst wenig, um dem zu entgehen, Du machst Party, nimmst noch ein paar Drogen, nimmst Alkohol und ernährst Dich nicht, weil das ganze Leben Dir dann ein bisschen auf den Magen schlägt, dann triggert Dich das wie Hölle.

Hinweis: Die Unterteilung in Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft ist nicht absolut anzusehen, also harter Trenner dazwischen. Tatsächlich können einige Filtern in allen 3 Kategorien wirken. Auf jeden Fall gehen sie fließend ineinander über.

So, jetzt schauen wir uns aber trotzdem nochmal an, was das bedeutet. Gesetz: Jeder Mensch sieht die Welt völlig anders als jeder andere, jedoch ist sich kaum jemand dessen voll bewusst. Es existiert darüber einfach kein Bewusstsein. Punkt. “Kein” ist auch nicht absolut. Die einen mehr, die anderen ein bisschen weniger, aber volles Bewusstsein darüber keiner. Und selbst wenn Ihr es jetzt wisst, heißt es nur, dass Ihr es wisst, es ist noch nicht im Bewusstsein angelangt.

Dies gilt nicht nur für die Welt, sondern auch jede Situation, jeden Umstand und jeden Gegenstand. Noch einmal: Jeder Umstand, jeder Gegenstand, jede Situation wird von jedem Menschen völlig unterschiedlich wahrgenommen.

Ein Beispiel: Hier schult jemand was oder steht da vorne an einem Whiteboard und versucht was zu erklären. So, sie denkt sich: “Ich muss aufpassen, damit ich ihn nicht verärgere.” Warum? Referenzwert: Sie hat immer den Lehrer verärgert, der hat sie angeschissen. Dann hat er gesagt: “Du bist aber doof” oder sonst was.

Und sie sagt: “Oh, wie cool! Er kann mir sicher coole Sachen beibringen.” Warum? Weil sie Eltern hatte oder Leute, die sie ausgebildet haben, die einfach wussten, wie man das tut und das Interesse mobilisiert haben und dafür gesorgt haben, dass die Person Lernen nicht mit Bestrafung, Schmerz oder sonst irgendwas verknüpft.

Oder er denkt sich: “Schon wieder so ein Schlaumeier, der meint, alles besser zu wissen.” Ja, der hatte eine Lehrerin, die war sehr hochnäsig und hat ihn abgewertet. Gleiche Situation, jeder denkt etwas anderes.

Und jetzt kommt das Fiese. Jeder wird kriegen, was er denkt, weil jeder Gedanke hat eine gewisse unterschiedliche Frequenz. Sie zum Beispiel denkt: “Oh, das kann mir sicher coole Sachen beibringen” und sie wird mehr dieses wahrnehmen. Und dieser Lehrer wird sie auch ganz anders behandeln als ihn und sie, weil die Gedanken von ihr beeinflussen das Verhalten des Lehrers, weil er fühlt es.

Also er wird sie jetzt vielleicht nicht bestrafen, weil er kein gewalttätiger Typ ist oder einfach eine ganz gechillte Persönlichkeit, aber er wird sie anders anschauen als sie, in der Mitte. Und zu diesem Kollegen wird er wahrscheinlich mehr Distanz aufbauen. Das heißt, es wird dann eine selbsterfüllende Prophezeiung, wenn Du Dir das lang genug denkst.

Ich erkläre Euch das an späterer Stelle nochmal. Das kann man sogar mit einem physikalischen, also mit einem echten Gesetz aus der Physik, kann ich Euch das ganz genau erklären, warum das so ist. Das wäre jetzt aber an dieser Stelle zu lang. Das machen wir später nochmal, da werde ich euch ganz genau erklären anhand von einem physikalischen Gesetz, das in jedem Physikbuch drin steht, warum das so läuft.

In Kurzform: Sind wir uns einig, dass ein: “Oh, cool, von dem kann ich sicher was lernen” oder “Was für ein Schlaumeier” oder “Oh Gott, ich darf nichts falsch machen”, dass das einen anderen Vibe hat? Ein anderer Vibe, heißt so viel wie eine andere Frequenz. Das kann man auch fühlen. Also, wenn Du jetzt in den Raum rein kommst, wo dicke Luft war, dann fühlst Du die Frequenz der dicken Luft.

Übrigens, dicke Luft ist zum Beispiel langwelliger, Happiness ist immer kurzwelliger. Oder Aktion, positive Sachen also je positiver, desto kurzwelliger. Das heißt, zwischen den Wellen ist nicht so viel Abstand. Die sind also nicht so breit, sondern kurz. Also Leute, die begeistert sind [kurzwellig] Leute, die kurz vorm Sterben sind [langwellig]. Ich zeige es jetzt mal, um das Extrem aufzuzeigen.

Diese Frequenzen, die die Leute aussenden, die verursachen etwas. Will ich jetzt aber hier nicht reingehen, sonst wird das Kapitel zu lang. Haben wir Fragen zu diesen Punkten?

Jeder Mensch sieht die Welt völlig anders als jeder andere, jedoch ist sich kaum jemand dessen voll bewusst. Die Eisberg-Problematik, nämlich oben sieht alles anders aus, die Leute kennen schon ihren eigenen Eisberg unten nicht, die Wahrnehmungsfilter nicht und vielleicht haben sie es mal gehört, sind sich dessen aber nicht bewusst. Alle sehen ähnlich aus und keiner weiß es und nehmen viel zu schnell alles persönlich, weil sie sehr viele Erwartungen haben.

Teilnehmer: Bedeutet das, dass Optimismus grundsätzlich eher schädlich ist?

Alex: Nein, bedeutet es nicht. Optimismus und Erwartung sind 2 völlig unterschiedliche Paar Stiefel. Schau mal, wenn Du optimistisch bist, dann siehst Du die Welt positiv. Und das tust Du am meisten, wenn Du Deine Referenzwerte unten ansetzt. Optimismus heißt, Du schaust aus der positiven Brille. Das ist genau genommen Optimismus.

Das heißt auch nicht, dass Du keine hohen Ziele Dir setzen solltest. Und wenn ich mir ein hohes Ziel setze, dann setze ich mir auch ein hohes Ziel und tue alles, um dahin zu kommen, aber ich habe keine Erwartungen. Das ist schwierig zu erklären, weil Du hast bis jetzt immer Erwartungen mit Standard gleichgesetzt.

Du setzt den Standard hin und erwartest ihn gleichzeitig. Es geht aber, einen Standard hinzusetzen und ihn nicht zu erwarten. Das ist ein bisschen schwierig zu erklären, aber es sind 2 Sachen, die Du meistens gleichzeitig gemacht hast. Du kannst sagen: “So will ich es haben”, und Du sollst ja nicht erwarten, Du sollst schauen: “Oh, wir sind hintendran. Ich muss meinen Arsch mehr bewegen. Oh, wir sind vorne dran. Sehr gut. Den Vorsprung sollten wir nicht verlieren. Oh, den Standard, den ich an die Beziehung habe, bekomme ich mit dieser Person nicht hin.” Ist keine Erwartung, es ist ein Standard.

Verstehst Du, wie ich meine? Es wird aber gern zusammen gemischt.

Auf diesem Blog veröffentlichen wir regelmäßig Artikel zu den heißesten Themen aus Immobilien, Steuern, Unternehmertum und coolen Lifehacks.

Ganz ohne Fachchinesisch – Klartext, gut gelaunt, auf den Punkt. Mit unserem wöchentlichen Report verpasst Du keinen unserer Inhalte und bleibst stets auf dem Laufenden.

Kostenlos: Verpasse keine wichtigen Neuigkeiten!

Der Fischer’s Weekly Report. Bleib auf dem Laufenden und sei informiert über lokale Events, Community-Treffen, kostenlose Webinare, News, neue Blog-Artikel, Videos, Podcasts usw.

Du kannst diesen wöchentlichen Report jederzeit wieder abbestellen. Wir verwenden Deine Mailadresse ausschließlich zu oben genannten Zwecken und geben sie niemals an Dritte weiter. Mehr Details findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Die “Eisberg-Problematik”

Wird geladen…

Feedback senden

Du hast Anmerkungen oder zusätzliche Hinweise zu diesem Artikel? Oder Du hast Fehler entdeckt?

Deine Kontaktdaten

Dein Feedback zum Artikel