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Wie Du ein neues Thema / Fachgebiet beginnen solltest

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Um komplexe Fachgebiete zu verstehen, solltest Du Dir stets zuerst eine Orientierung bzw. einen Überblick verschaffen. Eine Orientierung bekommst Du, indem Du Dir folgende Fragen stellst und speziell nach übergeordneten Daten suchst, Thema “Datenhierarchien” (siehe auch den Artikel Verwirrungen und Widersprüche lösen durch Datenhierarchien):

  • Analysiere immer zuerst, worum es in dem Fachgebiet eigentlich geht. (Schon mal die Definition von “Mathematik” untersucht oder bist Du gleich in die Details gegangen?)
  • Warum gibt es das Fachgebiet überhaupt? Welchen Zweck hat es? Wie ist es entstanden? Warum wurde es entwickelt?
  • Was kann man damit tun? Wofür oder worauf kann man es anwenden?
  • Aus welchen Hauptteilen besteht dieses Fachgebiet? (z. B. besteht “Mathematik” aus Unter-Fachgebieten wie “Grundrechenarten”, “Wahrscheinlichkeitsrechnung”, “Geometrie” etc.) Worum geht es grob bei den Unter-Fachgebieten? Was ist jeweils deren Zweck?
  • Was sind die übergeordneten 20-50 Gesetze / Prinzipien, aus denen sich alle Details ableiten lassen? (Bei mehreren, wirklichen Profis erfragen durch “Wenn du das Fachgebiet auf die wichtigsten 5 Prinzipien reduzieren müsstest, was wären diese?” und dann „Was wären die wichtigsten 20–30 Prinzipien?” etc.) 
  • Was ist sofort anwendbar und öffnet die Tür zu diesem Fachgebiet?
Grafik zu: Wie Du ein neues Thema / Fachgebiet beginnen solltest am Beispiel Mathematik

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Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “High-Tech-Lernen (& -Lehren)”

Wie Du ein neues Thema / Fachgebiet beginnen solltest

Teil 5: 11 Werkzeuge, die Dir “Lernen” in Zukunft leichter machen 

  • Wie Du ein neues Thema / Fachgebiet beginnen solltest

In den Teilen davor haben wir uns ja angeschaut, so, was sind denn so die Gegner davon? Dann haben wir uns angeschaut, was ist der schlimmste Gegner? Das missverstandene Wort. Und jetzt, in diesen elf Teilen, schauen wir uns an, wie kommen wir mit der Gesamtheit der Gegner klar am besten?

Und wir starten einfach damit, wie Du ein neues Thema Fachgebiet beginnen solltest. 

Um komplexe Fachgebiete zu verstehen, solltest Du Dir stets zuerst eine Orientierung bzw. einen Überblick verschaffen. Eine Orientierung bekommst du, indem Du Dir folgende Fragen stellst und speziell nach übergeordneten Daten suchst (siehe auch Punkt 3), Thema “Datenhierarchien”: Na, das heißt also die Art und Weise, wie Du in ein neues Fachgebiet einsteigst.

Du willst eine Orientierung haben, das Gegenteil von verwirrt sein. Du willst einfach wissen: “Aha, Norden, Süden, Osten, Westen.” Du willst einen Überblick haben. Und jetzt schauen wir uns hier im ersten Teil an: Was muss man machen, um einfach einen Überblick zu haben? Im Punkt 3, Thema Datenhierarchien, geht es nochmal tiefer hinein in das Thema “Übergeordnete Daten”, aber hier sind wir jetzt bei Orientierung. Also, erster Punkt: 

  • Analysiere immer zuerst, worum es in dem Fachgebiet eigentlich geht. (Schon mal die Definition von “Mathematik” untersucht oder bist Du gleich in die Details gegangen?) Ich habe es ja in vorhergehenden Dingen schon gesagt, was die Definition von “Mathematik” ist. Für die, die es übersprungen haben, schneiden wir es hier noch mal kurz rein. Wer von Euch hatte Schwierigkeiten mit Mathematik? Sehr schön. Ich auch. Und wer von Euch fand es blöd? Der sagt: “Mathematik fand ich echt doof.” 

Gut, pass auf. Jetzt fangen wir mal damit an. Was bedeutet eigentlich der Name des Fachgebiets? Ich gebe Euch eine Definition, die gut ist. Du kannst viele Definitionen im Duden nachschauen, aber der Trick ist: Definitionen müssen gewisse Qualitäten haben. Man muss was tun können. Sie müssen einem weiterhelfen. Wenn die Definition zu abstrakt und somit unabwendbar ist, dann ist es zwar nice, aber Du kannst nichts tun damit. 

Ich gebe Euch jetzt eine anwendbare: “Mathematik ist die Wissenschaft, das physikalische Universum” – also sprich alles, was man hier so um uns herum sieht – “in Symbole zu abstrahieren.” Also, ich mache aus all diesen ganzen Details, die ich hier habe, reduziere ich das auf das Wichtigste, mache Symbole daraus mit dem Zweck, vergangene Phänomene zu erklären, vergangene Dinge zu erklären und zukünftige vorherzusagen.

Also ich abstrahiere das physikalische Universum in Symbole, um damit schnell umgehen zu können. Du musst also nicht fünf LKWs bestellen, um zu wissen, dass es dann fünf sind. Du musst auch nicht einen Quadratkilometer Parkett bestellen, um festzustellen, dass Deine 110-Quadratmeter-Wohnung jetzt schon belegt ist. So, das heißt also, Du kannst es über Symbole: 5 Meter mal 7 Meter, kannst Du es einfach vorhersehen, ob das Parkett reichen wird oder nicht, vor allem, wenn Du dann auch noch den Schnitt mit einrechnest, weil Parkett ja geschnitten werden muss. 

So, und die ganze Mathematik, “Geometrie” – “geos” heißt “Flächen”, “metros” heißt “messen” – “Flächen messen”. Algebra ist nichts anderes als Rechnen mit Zahlen und Variablen. Was sind Variablen? Platzhalter. X ist ein Platzhalter für irgendeine Zahl, die Du da einfügen kannst.

So, und wenn Du jetzt nur mit dieser Definition … Was bedeutet eigentlich der Name dieses Fachgebiets? Haben wir. Worum geht es in dem Fachgebiet eigentlich? Haben wir jetzt gerade erklärt. Warum gibt es das? Einfach: Ich … ist eigentlich schon per der Definition logisch. Ja, klar, weil es einfach sehr anstrengend ist, dauernd Brücken zusammenkrachen zu lassen oder irgendwie zu viel oder zu wenig Parkett zu bestellen. Es macht einfach Sinn. 

Welchen Zweck hat es? Ist jetzt eigentlich klar. Wie ist es entstanden? Würde man sich halt noch anschauen. Warum wurde es entwickelt? Und dafür ist gerade Artificial Intelligence gut. Wie ist Mathematik entstanden? Das müsstest Du Dir sonst übel über Google zusammensuchen. Das ist aber auch noch Luxus. Früher musstest Du in die Bibliothek gehen und den Bibliothekar fragen, und der wusste es vielleicht auch nicht und so weiter, und so weiter. Also, es ist schon ein Luxus, was wir jetzt heutzutage haben. 

Wie ist es entstanden? Warum wurde es entwickelt? Warum wurde es entwickelt – ist klar. So, wenn Du jetzt das anschaust, okay, Du hast Algebra. Geometrie, Du hast Wahrscheinlichkeitsrechnung. Aha, Vergangenheit erklären, Zukunft vorhersagen. Du hast arithmetische Geometrie. Das war, soweit ich weiß, Vektorenrechnen. Nagelt mich dadrauf nicht fest.

Das habe ich auch nicht verstanden. Das ist aber voll geil, weil Du damit ausrechnen kannst: Okay, wenn Du einen Türbogen machst, hält der auch? Du kannst eine Brücke berechnen, aber für mich war das immer so: “Okay, wir machen da dumme Aufgaben, völlig ohne Zweck.” Also, der hat einfach diese ganzen Informationen völlig auf meine Verwirrung gesetzt. Hätte der mir das erklärt, wäre ich aufrecht dagesessen und hätte das verstanden.

Also, Mathematik ist die Wissenschaft darüber, wie man das physikalische Universum, also das, was uns umgibt, wie man das abstrahiert, also runterreduziert auf das Wichtigste, diese Abstraktion dann in Symbolen darstellt: 1,2,3 – x,y,z, was auch immer. Das sind Symbole mit dem Zweck, vergangene Phänomene zu erklären und zukünftige vorherzusehen. Also sprich, man muss nicht immer drei Lkws kaufen, um festzustellen, dass es dann drei sind.

Und darunter fallen dann die ganzen Untersorten wie Geometrie, Algebra, Stochastik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und so weiter. Also, zuerst analysierst Du immer, worum es in dem Fachgebiet eigentlich geht. Worum geht es da? Was ist der Zweck davon? Nächster Punkt:

  • Warum gibt es das Fachgebiet überhaupt? Welchen Zweck hat es? Wie ist es entstanden? Warum wurde es entwickelt? Ihr müsst Euch das so vorstellen: Eine Orientierung ist nichts anderes als das Fachgebiet oder den Bereich, den Ihr studieren wollt, aus Adlersicht – Überblick verschaffen. 

So, das heißt, Du hast es einigermaßen kategorisiert. Du kannst also sehen: Ah, da ist Norden, da Süden, da ist Westen, da ist Osten. Darum geht es. Deswegen gibt es das. Ah, das ist der Zweck von Orientierung. So: 

  • Was kann man damit tun? Wofür oder worauf kann man es anwenden? 
  • Aus welchen Hauptteilen besteht dieses Fachgebiet? (Zum Beispiel besteht Mathematik aus Unter-Fachgebieten wie “Grundrechenarten”, “Wahrscheinlichkeitsrechnung”, “Geometrie”“geos metricos” – “Flächen messen”.) Worum geht es grob bei den Unter-Fachgebieten? Was ist jeweils deren Zweck? Also, es kann schon mal ein paar Stunden dauern, bis man da einen Überblick hat. 

Vielleicht muss man dafür auch mal die Inhaltsverzeichnisse durchblättern von den Büchern, KI-Roboter befragen wie ChatGPT: “Gib mir mal einen Überblick.” – “Was sind die Zwecke?” und so weiter. Und dafür habt Ihr auch fertige Prompts. Aber Du startest immer als Erstes mit der Orientierung. Also, worum geht es grob bei den Unter-Fachgebieten? Was ist jeweils deren Zweck? Und jetzt: 

  • Was sind die übergeordneten 20 bis 50 Gesetze oder Prinzipien, aus denen sich alle Details ableiten lassen? Hierzu muss man eins wissen: Jedes Fachgebiet hat übergeordnete Prinzipien – zwischen fünf und maximal 150. Im Durchschnitt 20 bis 50, so gemittelt. 

So, und wenn Du jetzt eine KI fragst oder jemand, der sich auskennt: “Du, pass auf. Gib mir mal die 20 bis 50 wichtigsten Gesetze, übergeordneten Prinzipien, aus denen Thermodynamik besteht, Physik, was auch immer, und warum und wie man daraus das andere ableiten kann”, dann bist Du auf jeden Fall schon mal orientiert. 

Stell Dir vor, Du würdest jemandem Deutschland erklären wollen, dann würdest Du ja auch nicht hergehen und sagen: “So, jetzt gehen wir mal hier südlich vom Chiemsee und schauen wir uns die Bodenbeschaffenheit an und dort gehen wir jetzt genau ins Detail”, sondern Du würdest ihm ja erstmal sagen: “Schau mal, hier liegt Deutschland, das ist in Europa, da ist Frankreich, da ist Österreich, da ist die Schweiz. Schau mal her, guck mal, da ist Europa in Bezug auf die gesamte Welt. Und guck mal, Deutschland hat soundsoviel Bundesländer und da ist Norden, Süden, West, Osten.” 

Das wäre orientiert, so musst Du Dir das vorstellen. Es ist auch kein Hexenwerk. Ja, wann ist die Orientierung fertig oder nicht? Einfach dann, wenn Du einen Überblick hast, wo Du sagst: “Ah ja, das ist jetzt rund.” Also, wo man praktisch aus Adlersicht befriedigt ist. Das ist dann der Abschluss der Orientierung. 

Woher kriege ich die 20 bis 50 Gesetze oder Hauptprinzipien? Bei mehreren wirklichen Profis erfragen – also nicht nur einen, sondern bei mehreren: “Wenn Du das Fachgebiet auf die wichtigsten fünf Prinzipien reduzieren müsstest, was wären diese?” Und dann: “Was wären die wichtigsten 20 bis 30 Prinzipien?” etc.) Kannst Du eine KI fragen oder Leute, die sich auskennen.

  • Was ist sofort anwendbar und öffnet die Tür zu diesem Fachgebiet? Warum ist es eine schöne Frage? Was ist sofort anwendbar und was öffnet die Tür zu diesem Fachgebiet? Das sind oft Schlüsselbegriffe – das haben wir auch schon davor geklärt. “So, was sind die wichtigsten Begriffe, die man verstehen muss? Was bedeuten sie? Erklärt für einen 12-Jährigen”, könntest Du Deine KI fragen und so weiter, und schon bist Du grundlegend orientiert.

So, hier siehst Du es mal grafisch dargestellt. Hier siehst Du den Schrank der Mathematik, die unterschiedlichen Spezialgebiete dazu. Was ist der Zweck dieses Fachgebietes? Was kann ich damit tun? Aus welchem Hauptteil besteht dieses Fachgebiet? etc. – und die Fragen wären jeweils der Schlüssel hierzu plus die Schlüsselwörter und dann wärst Du eigentlich erst bereit, in dieses Gebiet einzusteigen. 

Ich mache Euch mal ein Beispiel: Wenn Du mal ganz simple Grundrechenarten, wenn Du mal wirklich nachschlägst: “Was ist denn eigentlich Multiplizieren? Also, mal 20?” Dann steht da drin, wenn man es nachschaut, es wird 20 mal addiert. Ganz ehrlich, ich habe das vorher nie nachgeschaut, also, ich wusste nie, wenn da mal 20 steht, dass es 20 mal addiert wird. Natürlich wird es das, aber war Dir das so klar? Mal 20 heißt: Es wird 20 mal addiert. Nicht so wirklich, nee? Mal 20? Keiner. Ja, was heißt denn “mal”? Du nimmst das Ding und addierst es einfach 20 mal. 

Also, sprich, es geht hier um – lass es uns nicht kompliziert machen –, wie Du in ein neues Thema Fachgebiet einsteigst, wie Du es beginnen solltest. Du musst eine Orientierung kriegen, einen Überblick. Das ist, worum es hier geht. Ihr habt davor ja schon in dem vorhergehenden Kapitel gehabt: “Okay, super – keine Orientierung” und “Fragen, um eine Orientierung zu bekommen”. 

Das könnt Ihr natürlich bis zum Exzess aufbohren, aber es geht grundsätzlich darum, dass Du aus Adlersicht sagst: “Ah, jetzt weiß ich, worum es geht. Ich kenne seine Bestandteile, ich kenne den Zweck, ich weiß, was man damit tun kann. Ich kenne die Entwicklungshistorie. Ich verstehe das so grundsätzlich.”

Teilnehmer: Genau. Und das Herausfinden der Prinzipien eines Fachgebiets – ich google das, ich frage ChatGPT, ich guck YouTube-Videos. Ich habe in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass wichtige Dinge überhaupt gar nicht im Internet zu finden sind – zu gewissen Fachgebieten, die vielleicht auch ein Grundprinzip sein könnten. Wie wichtig ist da der menschliche Faktor, das heißt, der Spezialist an der Stelle?

Alex: Ja, sagen wir es mal so: Wie Du in ein neues Thema Fachgebiet einsteigen solltest: Es wird von Dir bei der Orientierung noch nicht erwartet, dass Du jetzt die ganzen Prinzipien beherrschst, ja, oder auch alle gefunden hast. Es geht einfach darum, eine Orientierung zu haben. Kommt drauf an, wie wichtig das Fachgebiet ist. 

Also, wenn es für mich wichtig wäre, zum Beispiel – nehmen wir mal an – Verkaufen ist meiner Meinung nach ein wahnsinnig wichtiges Fachgebiet, weil Du einfach dauernd verkaufst, meinetwegen ohne es zu merken, aber Du tust es dauernd. Du verkaufst Deinen Kindern etwas, Deiner Frau etwas, Du verkaufst dem Finanzamt etwas, Du verkaufst den Behörden etwas, Deinen Kunden, Deinen Mitarbeitern und bist eigentlich die ganze Zeit am Verkaufen. 

Was ist Verkaufen? Das heißt, Du hast eine Idee, von der Du denkst, man sollte sie wahr werden lassen, und dafür brauchst Du die Übereinstimmung von Leuten oder die Zustimmung von Leuten. Das ist Verkaufen. So gesehen ist Führung auch immer Verkaufen. So, wenn Du es jetzt aber anschaust – ein sehr wichtiges Fachgebiet.

Und da gibt es natürlich ganz viele Meinungen dazu und ganz viele Kurse und sonst irgendwas. Ist aber sehr, sehr wichtig. Da würde ich jetzt zum Beispiel mal den scheinbar Besten einfach genau diese Fragen stellen: “Okay, wenn Du das Fachgebiet auf die wichtigsten fünf Prinzipien reduzieren müsstest, was wären diese?“ 

Und wenn Du es mich fragen würdest: “Was sind die Grundprinzipien von Verkaufen?”, dann kann man die sogar noch viel weiter runterreduzieren. Erstmal ist die Definition von Verkaufen, nämlich “das Finden, Wecken oder Vergrößern eines Bedarfs, das Finden, Wecken oder Vergrößern eines Bedarfs und ihn dann anschließend decken”. Das ist ein ziemlich cooles Prinzip. Das muss man nur verstehen, weil man jetzt wiederum jeden dieser Begriffe auseinandernehmen muss. 

So, und dann: “Gib mir fünf Prinzipien.” Dann sage ich Dir das Nächste: “Okay, verkaufen bedeutet, den Kittelbrennfaktor einer Person zu finden, real zu machen und zu decken, also das, wo sie Schmerzen fühlt.” 

Jetzt: Wie ist die Vorgehensweise von Verkaufen, von echtem Verkaufen? Nicht Volllabern, sonst irgendwas – ist erstmal die Ist-Situation des Kunden zu verstehen: Wo steht er denn? Da machen die meisten schon Fehler. Die labern nämlich schon los und haben die Ist-Situation gar nicht verstanden.

Geht schon so los. Du gehst in irgendeinen Klamottenladen rein, hup, stehst rum und orientierst Dich irgendwie so, und der fragt: “Kann ich Ihnen helfen?” So, da hat er schon was nicht verstanden, weil an der Art wie Du schaust, müsste er eigentlich schon erkennen können, was Du willst. Bei mir ist es zum Beispiel so: Ich gehe manchmal so im Schlendermodus durch, so: “Hmm, mal schauen, was die haben. Ich habe noch eine halbe Stunde, bis mein Termin ist. Vielleicht gibt’s da was Nettes.” 

So, “Kann ich helfen?” ist die falsche Frage. Ich würde dann fragen: “Ah, sieht so aus, wie wenn Sie einfach mal sich so umgucken wollen, richtig?” Dann würde ich sagen: “Ja, genau.” – Sage ich: “Wenn Sie Hilfe brauchen, ich bin da hinten.” 

Also nochmal: Zuerst müsst Ihr die Ist-Situation erfassen. Wenn Ihr die dann wirklich verstanden hättet – das macht man durch Fragen, Fragen, Fragen, Fragen, Fragen –, dann würde man mit der Person gemeinsam die Ideal-Situation herausfinden. Also: “Wo möchtest Du denn hin?” und auch gemeinsam rausfinden: Ist das auch wirklich ideal? Dann würde man ihn vielleicht noch fragen: “Warum bist denn Du da noch nicht?” 

Das ist jetzt beim Einkaufen von Anzügen nicht ganz so relevant, aber stell Dir vor, jemand möchte ein Coaching kaufen oder möchte ein Auto kaufen oder ein Haus, und dann sagst Du: “Ja, okay, so, das ist der Ist-Zustand. Das ist der Ideal-Zustand. Sehr schön. “Okay, warum hast denn Du das noch nicht?” Dann sagt er: “Ja, ich fange erst gerade seit jetzt an, Geld zu verdienen”, oder “Ich suche ja schon seit drei Jahren und habe noch nichts gefunden”, und so weiter, und so weiter. 

Sprich, also hier ist “Ist” und hier ist “Ideal” und dazwischen gibt es ein Hindernis, was auch immer das ist. Und wenn Du jetzt Dich und Deine Dienstleistung als das positionierst, was ihn von “Ist” zu “Ideal” bringt, und er damit das Hindernis überspringen kann, vielleicht auch noch möglichst schmerzlos, dann kauft er. Das war jetzt Verkaufen in drei Grundprinzipien erklärt.

Und glaubt mir, das ist sehr mächtig, was ich Euch gesagt habe. Und da ist nichts von Volllabern, da ist nichts von Überzeugen, da ist nichts von Einwandbehandlung. Genau genommen brauchst Du Einwandbehandlung gar nicht wirklich, wenn Du das richtig machst hier. Der hat halt dann ein paar Bedenken, aber das ist nicht wirklich das Thema, weil die meisten Verkäufer diese drei Schritte nicht sauber machen. Deswegen müssen sie danach Einwände behandeln, Einwände behandeln, Einwände behandeln. Wenn sie es aber sauber machen würden, gäbe es die gar nicht. 

Ich würde dann aber trotzdem einfach Leute, die besonders erfolgreich sind oder die sich besonders gut darin auskennen, würde ich befragen. Lernst Du jetzt nur fürs Studium oder für irgendeine andere Sache, wo Du sagst: “Oh, da muss ich eine Prüfung bestehen”, dann würde ich da jetzt nicht so einen Aufwand betreiben, logischerweise. Noch eine Frage? 

Teilnehmer: Ich habe eine Frage: Wenn man jetzt Leute fragt, die mit einem Gebiet wirklich Vertrautheit haben, jetzt mal konkretes Beispiel: Ich weiß nicht, ob Du Dich erinnerst – das ist ein Freund und Geschäftspartner von uns beiden, insgesamt sehr, sehr erfolgreich und hat es wirklich drauf. Und, aber ich glaube, Du hast es mir letztes Jahr erzählt, dass der zum Beispiel in einem Bereich ein völliges Missverständnis hatte, auf Prioritätensetzung. Du erinnerst Dich vielleicht an das Beispiel? 

Alex: Deute mir mal kurz an, wer das war.

Teilnehmer: Ja, es ging um das Thema Projekte korrekt priorisieren oder Personen und Personen-Ausbildung. Du erinnerst dich?

Alex: Ja.

Teilnehmer: Und der Typ, der ist ja …, der hat es ja im Ganzen ziemlich drauf, aber hat halt auch immer so Struggle mit viel zu viel arbeiten und zu lange.

Alex: Genau.

Teilnehmer: Und worum es mir jetzt geht: Wie stelle ich denn, wenn ich mich jetzt — weil er ist einer, den ich fragen würde –, wenn ich mich im Business orientieren wollen würde, dass ich mir aber nicht so ein …, wenn der selber so ein grundsätzliches Missverständnis hat, dass ich mir da dann nichts Falsches reinziehe, weil es ja bei ihm …

Alex: Na ja, grundlegend, wenn Du bei anderen Leuten nach Prinzipien fragst und so weiter, dann heißt es nie, dass Du Dein Hirn ausschaltest. Also, egal, wie einflussreich der ist, egal, was für eine Autorität das ist – Du überprüfst das immer mit einfachem, simplem Menschenverstand. So, und deswegen steht hier auch “mit mehreren, wirklichen Profis” und Du würdest dann eben – sagen wir mal – 3, 4, 5 Leute danach fragen und dann würden Dir ja auch die Inkongruenzen auffallen, also, warum der eine das so macht und der andere so oder dass da was fehlt.

Also grundsätzlich ging es in dem Fall danach: Das war wirklich ein sehr schlauer Typ und der hatte aber immer wieder ein bisschen Zeitprobleme. Das lag daran, weil er geistig einfach immer nur in Projekten gedacht hat. Also, der hatte einfach eine gewisse Zeit zur Verfügung und hat einfach immer daran gedacht: “So, okay, meine 24 Stunden und damit arbeite ich die Projekte ab.”

Er hat aber nie daran gedacht, ich sag mal, in Leute zu investieren – so merkwürdig das klingt, mal in Leute zu investieren, die dann ihm helfen, diese Projekte abzuarbeiten. Natürlich hat er irgendwelche Leute gehabt, die ihm geholfen haben, aber diese grundlegende Denkweise: “Schärfe die Axt, mach mal einen Monat gar kein Projekt, bilde lieber einen Monat oder zwei Leute aus und dann greif mit denen das Projekt an”, das kam in seiner Art zu denken gar nicht vor.

Also, für ihn war ein Projekt immer abgeschlossene Sachen. Klar muss man sich auch um Mitarbeiter kümmern, aber diese grundlegende Idee war da gar nicht drin. Das mag jetzt komisch klingen, aber glaub mir, es gibt viele interessante Ideen, die Menschen haben. Zum Beispiel – also, wenn Du jetzt ein Fachgebiet einfach nicht in Deinen Kopf kriegst und Du hast trotzdem alles richtig gemacht, musst Du Dir ja vielleicht mal die Frage stellen, ob Du überhaupt Bock drauf hast von Anfang an?

Ich sehe das zum Beispiel immer wieder, wenn wir versuchen, es Leuten beizubringen, wie sie mehr Zeit haben oder wie sie Ihren Laden besser organisieren und so weiter, und so weiter, und die finden einfach immer die besten Ausreden, es einfach nicht tun zu müssen. So, dann stellst Du Dir die Frage: “Mensch, will der überhaupt mehr Zeit haben?” Ja, aber beschäftigt sein kann ja auch sinnvoll sein:

Musst Du nicht nach Hause zu Deinem Ehepartner, den Du vielleicht nicht mehr so gut magst oder so. Du wirkst viel kompetenter, wenn Du total gestresst bist, was auch immer. Auch da muss man ab und zu mal die Frage stellen: “Will man das wirklich?”

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