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Enteignung, Währungsreform, Lastenausgleichsgesetz

Liquides Vermögen vor staatlichem Zugriff sichern

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Überblick und Orientierung

Liquides Vermögen zu schützen kann heikler sein als z. B. Immobilien. Aber selbst das ist möglich. Hier gibt es mehrere Problemszenarien, die natürlich keiner exakt vorhersehen kann. Aber: Wenn wir in die Vergangenheit schauen und uns gleichzeitig in den Kopf unserer Regierungen hineindenken, dann wird Folgendes recht klar:

  • Währungsreform ist nicht das erste Szenario, sondern eher das Thema “Bankenrettung” auf Kosten der Kunden.
  • “Die Schulden des einen, sind die Guthaben des Anderen” (das gilt auch für sogenanntes “Giralgeld” (= Geld, das die Banken schöpfen, indem sie Kredite ausgeben), sollte Dir jemand etwas anderes erzählen, dann empfehle ihm einen Grundkurs in Bilanzierung und Buchhaltung).
  • Offensichtliche Wahrheit: Geld ist nie weg, es hat nur jemand anders. Oder es war nie wirklich da. Beispiel: Wenn Leute glauben, dass Elon Musk X Milliarden besitzt, weil sie den aktuellen Kurswert mit der Anzahl seiner gehaltenen Aktien multiplizieren, verstehen nicht, dass das “theoretisches Geld” ist. Denn würde Musk alle seine Aktien auf einen Schlag verkaufen, dann würde der Kurs ins Bodenlose fallen.
  • Offensichtliche Wahrheit: Der Zweck einer Währungsreform ist nicht die Guthaben zu entwerten, sondern die Schulden loszuwerden (was dann natürlich zum Verlust der Guthaben führt). Siehe mein Youtube-Video Was genau passiert bei einer Währungsreform / Währungscrash? Gewinner / Verlierer (Eurokrise) #78/99
  • Wenn Leute von “asymmetrischer Entwertung von Guthaben und Schulden” sprechen, dann frage sie doch mal, wem das was bringen würde. Das bringt nämlich weder den Banken noch dem Staat etwas. Empfehle auch diesen Leuten einen Grundkurs in Bilanzierung und Buchhaltung.
  • Guthaben werden von Inflation und Hyperinflation zerfressen, negative Guthaben (= Darlehen) somit auch. Wenn die dahinter liegenden Immobilien “zugenagelt” sind (siehe Artikel Bestehende Immobilien vor Risiken und staatlichem Zugriff sichern), werden Zwangshypotheken uninteressant.
  • Kapitalgesellschaften werden meist verschont, da sie der Motor für die neu zu startende Wirtschaft sein sollen. Grundsatz des römischen Rechts, auf dem unser Rechtssystem beruht: “Gleiches muss gleich behandelt werden” (= Kapitalgesellschaft = Kapitalgesellschaft).
  • Von Enteignungen in Form von Steuern wären wiederum eher Privatleute betroffen, auch hier würden Kapitalgesellschaften und Stiftungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgenommen oder zumindest nur wenig belastet werden.
  • Guthaben können also (zumindest aus volkswirtschaftlicher Sicht) über Immobiliendarlehen abgesichert werden. Siehe mein Youtube-Video Rezession, Eurokrise, Währungsverfall, Crash – wie Du dich davor absichern kannst #20/99
  • Aktien (auch wenn sie in Deinem Depot in “Euro” ausgewiesen werden) sind Anteile an Kapitalgesellschaften und keine Geldwerte. Wie hoch diese Anteile nach einer Währungsreform noch gehandelt werden, hängt vom Substanzwert ab, oder davon, ob dieses spezielle Unternehmen zu den Gewinnern der Reform zählt.

Aktuelle Situation und Auswirkungen auf Banken

Vor nicht allzu langer Zeit gab es in den Medien nur ein Thema: Die Pandemie-Krise. Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, hat der Staat viele Maßnahmen ergriffen:

Einschränkungen der sozialen Kontakte, Schließung von öffentlichen Gebäuden und milliardenschwere Subventionen für Unternehmer – nur um einige zu nennen.

Die Frage, die ich mir bei all dieser Thematik stelle, ist: Was richtet mehr Schaden an? Das Feuer (Corona) oder das Löschwasser (Maßnahmen gegen die Pandemie)? Sicherlich ist das gesundheitliche Risiko nicht zu unterschätzen, aber muss man wirklich das ganze Wirtschaftssystem des Landes stilllegen? Was passiert mit den Unternehmen? Und was passiert mit den Banken?

Was sind eigentlich Guthaben auf Bankkonten aus vertragsrechtlicher Sicht?

Was kaum jemand weiß: Guthaben auf Konten, Sparbüchern etc. sind nichts anderes als unbesicherte Kredite, die der Inhaber dem jeweiligen Finanzinstitut gewährt hat. Solange alles gut läuft, interessiert das in der Praxis niemanden, wenn aber Zweifel an der Stabilität der Banken aufkommen, kann das sehr entscheidend werden.

Ein Gesetz, das kaum jemand kennt, aber fatal für Dich werden kann

Eines ist sicher: Die Deutsche Bundesregierung hat vorgesorgt. Bereits am 10.12.2014 verabschiedete der Bundestag nämlich das “Gesetz zur Sanierung und Abwicklung von Instituten und Finanzgruppen” (Kurz: Sanierungs- und Abwicklungsgesetz, SAG), welches ab dem 01.01.2015 in Kraft trat: https://www.gesetze-im-internet.de/sag/

“Sanierung” bedeutet in diesem Zusammenhang, ein insolventes Unternehmen wieder zum Laufen zu bringen. Mit “Abwicklung” ist die Liquidation (Auflösung) des Unternehmens gemeint, wobei sämtliche Vermögenswerte verkauft werden, um Gläubiger auszahlen zu können.

Das Sanierungs- und Abwicklungsgesetz hat der “Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung” (bereits während der Finanzkrise 2008 gegründet) weitere Kompetenzen übertragen. Sie kann – sobald eine systemrelevante Bank in finanzielle Probleme gerät und und damit das gesamte System gefährdet – eine sogenannte Abwicklungsanordnung herausgeben.

Die mögliche Konsequenz für Dich

Das bedeutet: Das Gesetz ermöglicht es, bei möglicher Insolvenz einer systemrelevanten Bank Kundengelder ab einer Summe von 100.000 Euro einzuziehen oder in Aktien der Bank zu einem von ihr festgelegten Nennwert umzuwandeln. Wenn Du (oder Dein Unternehmen) also mehr als 100.000 Euro auf der betroffenen Bank liegen hast, kann das Geld teilweise enteignet oder in Aktien umgewandelt werden.

Vielleicht erinnerst Du Dich an das Jahr 2013 und Zypern, als zypriotische Banken Teile der Guthaben ihrer Kunden dafür genutzt haben, um die Bank vor dem Konkurs zu retten. Was damals für Deutschland absolut unmöglich schien und von Wolfgang Schäuble auch vehement dementiert wurde, ist heute mit dem SAG sogar gesetzlich geregelt!

Ich sage nicht, dass es soweit kommen muss, denn niemand kann die Zukunft vorhersagen. Doch ich möchte Dich dafür sensibilisieren, Dich vorzubereiten. Denn besonders in der aktuellen Lage und den extremen wirtschaftlichen Auswirkungen des “Löschwassers” (welche durch die Aktionen und Maßnahmen der Regierung entstehen), ist eine Welle an systemrelevanten Bankenpleiten grundsätzlich nicht auszuschließen.

Was ist eine systemrelevante Bank?

Schauen wir uns das Wort “systemrelevant” im Detail an:

System: altgriechisch sýstēma; „ein aus mehreren Einzelteilen zusammengesetztes Ganzes”

Relevant: von lateinisch relevans, in die Höhe heben, entgegenheben (und dadurch sichtbar, erkennbar, deutlich machen).

Das englische Schlagwort zu systemrelevant ist “too big to fail” (deutsch: zu groß zum Scheitern). Eine systemrelevante Bank ist also eine Bank, ohne die unser Wirtschafts- und Finanzsystem in Probleme geraten würde. Darum wird der Staat immer darum bemüht sein, diese Banken am Leben zu halten.

Interessant ist, dass die Bundesanstalt für Finanzen eigenständig entscheiden kann, welche Bank als systemrelevant eingestuft wird (§ 67 Abs. 2 SAG). Es gibt also keine konkrete Liste, bei welcher Bank im Fall der Fälle die Kunden zur Kasse gebeten werden. Einen Hinweis kann uns aber die europäische Zentralbank liefern. Diese publiziert nämlich eine “Liste bedeutender beaufsichtigter Unternehmen und Liste weniger bedeutender Institute”: List of significant and less significant supervised institutions

Systemrelevante Banken sind also KEIN Pluspunkt

Zu den bedeutenden Unternehmen zählen u. a. die Deutsche Bank und die Postbank. Genossenschaftsbanken und Sparkassen werden wiederum als “weniger bedeutend” eingestuft.

Was bedeutet das nun konkret? Man kann in diesem Fall leider keine konkreten Empfehlungen geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Geld zur Bankenrettung verwendet wird, ist bei systemrelevanten Banken allerdings deutlich höher. Mache Dir deswegen Gedanken darüber, wo Du wie viel Geld halten möchtest.

Warum die 100.000-Euro-Grenze?

Nach der Finanzkrise 2008 waren Sparer und Anleger sehr verunsichert. Aus diesem Grund hat die Europäische Union eine Richtlinie (Richtlinie 2014/49/EU) eingeführt, nach der jede EU-Bank dem Anleger eine Rückzahlung seiner Einlagen bis zu einer Summe von 100.000 Euro garantieren muss. Alle weiteren Einlagen sind von der Garantie ausgeschlossen.

Wichtig: Die Summe aller Einlagen ist hierbei relevant. Diese setzen sich aus verschiedenen Positionen zusammen, zum Beispiel:

  • Sparbuchguthaben
  • Festgeld
  • Tagesgeld
  • Girokonto-Guthaben
  • Sparverträge (auch vermögenswirksame Leistungen)
  • Namensschuldverschreibungen
  • Und oft übersehen: zwischen geparkte Beträge aus Aktienverkäufen

Sondervermögen, das nicht in einen Sanierungsfall hinein gerechnet werden dürfte

Eine Ausnahme bildet dabei das Sondervermögen, wie Wertsachen im Bankschließfach oder Unternehmensbeteiligungen (Aktien, Fonds & ETFs). Diese werden nicht zur Einlagensumme hinzugerechnet.

Bedeutet übersetzt: ALLES WAS IN EINEM DEPOT VERWALTET WIRD, IST “TREUHÄNDERISCH” GEHALTENES VERMÖGEN UND IST UNABHÄNGIG VON DER 100.000 EURO GRENZE! Es ist also kein “unbesicherter Kredit”. Dies beinhaltet unter anderem:

  • Geldmarktfonds (Investmentfonds, die in Geldmarkttitel und liquide Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit (unter 12 Monaten) investieren. Beispiel: Tagesgeld, Termingelder, Schuldscheindarlehen, Anleihen, etc.)
  • ETFs
  • Aktienfonds
  • Rentenpapiere & festverzinsliche Wertpapiere
  • etc.

Meine Empfehlung

Solltest Du mehr als 100.000 Euro auf Deinem Konto haben, verteile es auf mehrere (vorzugsweise nicht systemrelevante) Banken, wie Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken. Achte darauf, dass Dein Guthaben bei keiner der Banken die 100.000-Euro-Grenze überschreitet und verteile es ggf. in Sondervermögen (wie Geldmarktfonds etc.) um.

Ein paar Worte zu Kryptowährungen

Gelegentlich werden Kryptowährungen als “sichere, vor staatlichem Zugriff geschützte Geldanlage” beworben. Hierzu solltest Du Folgendes bedenken:

a. Es gibt viel Scam (Betrug) in diesem Bereich. Du solltest Dich also wirklich gut damit auskennen, bevor Du Dich darauf einlässt.

b. Krypto ist nur bedingt sicher vor stattlichem Zugriff, da durch Gesetze der Umtausch in Euro / Dollar reglementiert werden könnte – mit der Folge, dass Du nicht mehr an Dein Geld kommen könntest.

Ausweichen auf Kryptowährungen empfehlen wir daher nur für Leute, die sich wirklich damit auskennen.

Es gibt viele (bessere) Möglichkeiten, Vermögen sicher und vor staatlichem Zugriff geschützt anzulegen und / oder zu transferieren (vererben …) – auf die wir im Next Level Steuer Coaching eingehen. Wenn Dir Dene Vermögenssicherung wichtig ist, buche ein kostenloses Gespräch mit einem unserer Experten und finde heraus, ob das Steuer Coaching Dir helfen kann, Dein Vermögen vor staatlichem Zugriff zu schützen.

Auf diesem Blog veröffentlichen wir regelmäßig Artikel zu den heißesten Themen aus Immobilien, Steuern, Unternehmertum und coolen Lifehacks.

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