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Wechselwirkungen in Systemen – Beispiel Mitarbeiter entlassen

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“Wenn ich den doofen Mitarbeiter entlasse, dann werden meine Probleme kleiner!” 

Du entlässt Mitarbeiter A, weil er seinen Job nicht richtig macht, stattdessen lieber mit anderen quatscht und so auch andere von der Arbeit abhält. Mit linearem Denken hättest Du alles richtig gemacht.

Mit systemischem Denken sieht es allerdings anders aus. Die Wechselwirkungen sind z. B.: 

  • Loch im System: Du reißt ein Loch in Dein (mehr oder weniger) gut funktionierendes System.
  • Stress und Überlastung: Die anderen Mitarbeiter werden seine Arbeit übernehmen müssen, was zu Überlastung, Stress und möglichen Fehlern führen kann
  • Unsicherheit und Angst: Mögliche Unsicherheit im Team macht sich breit, weil das Personal nun Angst hat, ebenfalls entlassen zu werden
  • Reputation: Der entlassene Mitarbeiter könnte eine schlechte Bewertung in den Bewertungsportalen hinterlassen, was die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitsplatz senken könnte
  • Neueinstellungen: Du musst ermüdende Einstellungsgespräche führen, Papierkram erledigen, den neuen Mitarbeiter anlernen, Anfängerfehler korrigieren etc.
  • Das Gefährliche: Jede dieser Wechselwirkungen hat dann wiederum andere Wechselwirkungen!

Schau Dir auch die anderen Beispiele für Wechselwirkungen in Systemen in weiteren Blogartikeln an.


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Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “Systemisches Denken”

“Wenn ich den doofen Mitarbeiter entlasse, dann werden meine Probleme kleiner.” Das ist jetzt Unternehmersicht. Du entlässt Mitarbeiter A, weil er seinen Job nicht richtig macht, stattdessen lieber mit anderen quatscht und so auch andere von der Arbeit abhält. Mit linearem Denken hättest Du jetzt alles richtig gemacht. Also, wir schmeißen ihn raus und schon habe ich weniger Probleme.

So, jetzt könnte es aber sein, dass er zum Beispiel mit anderen quatscht, einfach deswegen, weil er nicht ausgebildet wurde. Weil er nicht genügend Anlernzeit gekriegt hat. Weil Du ihm keine Verantwortung übergeben hast, weil Du gar nicht weiß, wie man Verantwortung übergibt. Weil Du gar nicht weiß, welche Voraussetzungen man schaffen muss, um jemanden überhaupt in die Verantwortung zu bringen. Und so weiter. Es könnte ja auch sein, dass es andere Gründe hat, jetzt weist Du sie ihm zu.

Das gleiche bei Kindern. Nicht, nicht alle … Also die Kinder sind eigentlich in gewisser Weise immer ein bisschen das Spiegelbild der Eltern. Das ist so ein bisschen das Traurige. Die Eltern versuchen dann, bei ihren Kindern das zu reparieren, was sie vorher bei sich hätten reparieren sollen.

Aber ich bin immer ein Freund, großer Freund davon, jeder kehrt vor seiner Tür. Der Beschuldiger liegt immer falsch, wenn Du mich fragst. Aber wenn das Kind sagt: “Schaut mal, Fischer hat gesagt, ihr sollt vor Eurer eigenen Türe kehren.” Dann sage ich: “Ja, das gilt aber auch für das Kind.” Jeder muss für sich selber kehren und nicht dem anderen vorhalten, dass er bei sich kehren muss.

Mit systemischem Denken sieht es allerdings anders aus. Die Wechselwirkungen sind zum Beispiel:

  • Loch im System: Du reißt ein Loch in Dein (mehr oder weniger) gut funktionierendes System.
  • Stress und Überlastung: Die anderen Mitarbeiter werden seine Arbeit übernehmen müssen, was zu Überlastung, Stress und möglichen Fehlern führen kann.
  • Unsicherheit und Angst: Mögliche Unsicherheit im Team macht sich breit, weil das Personal nun Angst hat, ebenfalls entlassen zu werden und der doch so beliebt war, die das gar nicht verstehen und der jetzt auch noch viele Rechtfertigungen und Erklärungen gibt.
  • Reputation: Der entlassene Mitarbeiter könnte eine schlechte Bewertung in den Bewertungsportalen hinterlassen, was die Attraktivität des Unternehmens als Arbeitsplatz senken könnte. 
  • Neueinstellungen: Du musst ermüdende Einstellungsgespräch führen, Papierkram erledigen, den neuen Mitarbeiter anlernen, Anfängerfehler korrigieren etc.
  • Das Gefährliche: Jede dieser Wechselwirkungen hat dann wiederum andere Wechselwirkungen!

So haben wir das jetzt mal dargestellt. Vorkommen: Du quatscht ja immer nur am Handy, deswegen fliegst Du jetzt raus.

Eltern neigen auch dazu, nur auf das Negative zu schauen. Also auch Fairness beinhaltet immer, dass Du eigentlich die Plus- und Minus-Sachen aufmachst. Und auch Fairness bei Mitarbeitern bedeutet eigentlich, dass er verschiedene Warnstufen kriegt. Also jemanden rauszuschmeißen wegen Underperformance, ohne mit ihm vorher mindestens zwei bis drei Mitarbeitergespräche geführt zu haben und ihm dann noch eine Abmahnung geschickt zu haben, ist nicht nett.

Und das ist auch für die anderen nicht nett, weil es scheinbar aus heiterem Himmel kommt. Dagegen, hat er schon außer der Reihe Mitarbeitergespräche bekommen, dann gäbe es auch diese Wechselwirkung hier nicht, dass alle jetzt Angst haben. Also das Unheil kündigt sich ja an. Jetzt ist angekündigtes Unheil natürlich nicht besser als unangekündigtes Unheil. Man reagiert nur nicht so hysterisch drauf.

Aber noch mal: Du hast ja noch nicht entschieden … Also Du machst ja diese Druckstufen, die Du auf den Mitarbeiter ausübst, in Anführungszeichen, machst Du ja aus einem Grund: “Ich bin mit unserem Vertrag nicht zufrieden.” Das ist das, was Du ihm in erhöhter Deutlichkeit mitteilst, sodass er es versteht. Und dann kann er es verändern. Und dann gehst Du wieder vom Gas.

So, wenn er aber sagt: “Ne, sehe ich nicht ein, gehe ich woanders hin!” oder “Ist mir doch wurscht!”, dann löst das die Konsequenz aus. So hat er es aber selber verursacht.

Und wenn es aus heiterem Himmel kommt, dann löst es diese Nebenwirkungen besonders verstärkt aus. Denn wenn Du immer wieder den Leuten die Wahl nimmst, auch bei Kindern beachten: Du musst Leuten eine Wahl lassen, weil Verantwortung ohne Wahl gibt es nicht.

Wenn Du keine Wahl hast, kannst Du keine Verantwortung übernehmen. Selbstbestimmung steht immer, immer, immer über Verantwortung. Verantwortung kann man nicht aufgezwungen bekommen. Man muss sich dafür entscheiden, sie zu nehmen.

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