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Feedbackloops bei der Anwendung beobachten und auswerten

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Definition: Feedbackloop

Ein Feedbackloop (engl. für: “Rückmeldungs-Schleife”) ist die Antwort (Reaktion) einer Umgebung auf eine (gemachte) Aktion. 

Beispiel: Wie lernt ein Kind das Thema “Höhe” zu verstehen? 

1. Anwendung: Es beginnt unsicher zu laufen (Aktion) und fällt dabei hin (Reaktion). 

2. Es beobachtet, dass Fallen aus Stehhöhe mal mehr, mal weniger “Aua macht”, je nach Untergrund. Steinboden ist schmerzhafter als flauschiger Teppich, niedrige Geschwindigkeit tut weniger weh als hohe Geschwindigkeit, von einem Tisch zu fallen ist schmerzhafter als aus Stehhöhe usw.

3. Es wertet die Konsequenzen seiner Handlungen aus und zieht daraufhin Schlussfolgerungen, wie z. B. “Bei Steinboden vorsichtiger sein – vor allem in Kombination mit Geschwindigkeit und profillosen Socken …”.

4. Durch verbesserte Anwendung und der aufgrund der Praxis gezogenen Schlussfolgerungen beginnt der Zyklus wieder von vorne.

Der Feedbackloop ist Schmerz / Freude. Der Schmerz- / Freude-Feedbackloop bei einem Kind hat einen Vorteil – er erfolgt ohne Zeitverzögerung und wird daher nahezu automatisch ausgewertet! 

Regel: Freude bedeutet “richtiger Weg in Bezug auf die eigene Zielsetzung”, Schmerz bedeutet “falscher Weg in Bezug auf die eigene Zielsetzung”. Freude / Schmerz ist der Kompass, der Dich in Richtung Deiner Ziele steuert. Schmerz / Freude findet nicht absolut (“entweder / oder”), sondern in Abstufungen statt.

Der Lernalgorithmus

Lernen und vor allem konzeptionelles Verstehen hängt jedoch nicht nur vom richtigen Studieren von Materialien bzw. dem Übernehmen bereits vorhandenen Wissens ab. Wirkliches konzeptionelles Verstehen hat vor allem mit Tun, Anwendung, Beobachtung und Auswertung zu tun.

Anwendung ist also der Test. Genau genommen: Anwendung mit wertvollem Endergebnis (Produkt). Wenn Du das Gelernte wirklich erfolgreich in der Praxis anwenden kannst, hast Du es konzeptionell verstanden. Der Lernalgorithmus lautet also: 

Beispiel für Anwendung

(1) Ein Schreinerlehrling möchte einen Stuhl auf eine bestimmte Weise bauen. (2) Er baut den Stuhl. (3) Der Stuhl ist fertig. (4) Der Stuhl wird überprüft und getestet (dabei stellt sich heraus, dass er noch etwas instabil wirkt und auch etwas unbequem ist). (5) Der Lehrling denkt, es wäre besser, den Stuhl nochmals zu verstärken und die Neigung der Rückenlehne zu verändern (außerdem ist ihm aufgefallen, dass er beim Zusammenbau des nächsten Stuhls eine andere Reihenfolge wählen sollte, weil es so schneller wäre). (1) Er überlegt sich, wie er seine Erkenntnisse am besten umsetzt. (2) Er ändert den Stuhl. (3) Er hat jetzt den verbesserten Stuhl etc.


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Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “High-Tech-Lernen (& -Lehren)”

Feedbackloops bei der Anwendung beobachten und auswerten

Also, alles aus Büchern, alles, was Ihr bisher gelernt habt, ist einfach nichts anderes als Theorie. Das sind Erfahrungen, die andere schon gemacht haben, damit Du sie nicht auch nochmal machen musst, wo jeder das Rad neu erfinden muss. Deswegen lernt man aus Büchern. Aber man lernt, um anzuwenden, sonst kannst Du es auch gleich lassen – außer in der Schule. Ich weiß, da ist es halt so. 

Aber wenn ich lerne, um anzuwenden, dann muss ich ja anwenden und dann schauen: “Hat es so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe?”, und das macht so gut wie keiner. 

Versteht Ihr? Also eigentlich lernst Du mit dem Zweck, damit Du das Rad nicht neu erfinden musst, um Dich auf das Leben und auf Deine zukünftige Arbeit oder Herausforderungen vorzubereiten – also auf die Anwendung.

Und jetzt machst Du es dann, beobachtest aber nicht, ob es funktioniert. Das passiert ganz oft bei Mitarbeitern, bei allen Möglichen. Die denken, wenn sie es so machen, wie es im Buch steht … Ob sie es dann auch wirklich so machen, mit missverstandenen Worten, eigenen Blickwinkeln und so weiter, ist noch eine ganz andere Geschichte. Aber sie machen es dann so: “Aha, Arbeit abgehakt. Haken dahinter.” Und wo ist da der Lerneffekt? 80 Prozent des Lerneffekt kommt aus: Aktion beobachten, war es denn korrekt und ist es so, wie es erwünscht war? 

Definition Feedbackloop: ein Feedbackloop (Englisch für “Rückmeldungs-Schleife”) ist die Antwort, also die Reaktion, einer Umgebung auf eine davor gemachte Aktion. Also ich mach was, ich hau Dir eine rein, Du kriegst eine rote Backe. Dann schaust Du mich an – weil Du zu klein bist, schlägst Du nicht zurück. Bist Du zwei Köpfe größer als ich, habe ich dann eine sitzen. Das wäre dann der Feedbackloop. Je nachdem. 

Beispiel: Wie lernt ein Kind das Thema “Höhe” zu verstehen? 

  1. Anwendung: Es beginnt unsicher zu laufen (Aktion) und fällt dabei hin (Reaktion). 
  2. Es beobachtet, dass Fallen aus Stehhöhe mal mehr, mal weniger “Aua” macht, je nach Untergrund. Stein macht mehr Aua als Teppich. Sehr flauschiger Teppich macht ganz wenig Aua, auf der Couch und im Bett erst recht nicht. Steinboden ist schmerzhafter als flauschiger Teppich, niedrige Geschwindigkeit tut weniger weh als hohe Geschwindigkeit. Von einem Tisch zu fallen ist schmerzhafter als aus Stehhöhe. 

Und da müsst Ihr jetzt bitte die Frauen bei der Erziehung etwas bremsen. Weil die wollen nämlich ihre Kinder, und das liegt in der Natur der Frau, vor allem beschützen. Kinder müssen aber diese Erfahrung machen. Wenn Du sie nämlich davor beschützt, machen sie sie eh heimlich und es ist nur Zeitverschwendung. Du musst nur dafür sorgen, dass sie keinen Schaden dabei nehmen. 

Das heißt, bei mir galt die Regel: Er darf überall runterfallen, solange es nicht höher als Stehhöhe ist. Das ist zwar aua – gut, wenn es ein Stein wäre, würde ich auch sagen, gut, Hüfthöhe, aber so das war die Regel.

Ich erinnere mich noch, sind wir an der Königsallee gesessen – da war irgendwas, EM, WM oder sonst irgendwas –, ich mit meiner damaligen Frau, und da war alles aufgeschüttet mit Sand und so weiter, es war Sommer. Und der Sohn unter einem Jahr wollte unbedingt Sand essen. Und meine damalige Frau war stundenlang damit beschäftigt, ihn davon abzuhalten. Da habe ich gesagt: “Nee, du bleibst jetzt mal da, du lässt ihn das jetzt mal.” Er schön, so eine Hand und “ham” [mimt in eine Hand voll Sand beißen, verzieht dann verwundert das Gesicht] – Feedbackloop kam nach einer Sekunde, “puäh” [mimt ausspucken]. Sag ich: “Siehste?” 

Und dann war er die nächste halbe Stunde damit beschäftigt, die ganzen Sandkörnchen wieder aus seinem Mund zu kriegen, immer “puäh”,“puäh”,“puäh”, “puäh” [mimt ausspucken]. Spucken hat er auch gelernt. Also es war sehr lehrreich, das Ganze. Er weiß jetzt auch, wie Sand schmeckt und so weiter. Ich habe herzlich gelacht. Meine Exfrau fand das nicht so lustig, aber so ist es halt. 

Dann habe ich sie einfach gefragt: “Du, weißt du eigentlich, wie Sand schmeckt?” – “Ja.” – “Weißt du auch, wie sich das in den Zähnen anfühlt?” – “Ja.” – “Okay. Woher?” 

So, da muss man die Frauen ein bisschen davon abhalten. Kinder müssen diese Feedbackloops erleben. Weil irgendwann sind die Eltern nicht mehr da und dann kommen sie zu schnell und sehr heftig. Wenn Du Kinder versuchst, vor allem zu beschützen, tust ihnen keinen Gefallen. Der Job der Eltern ist es genau genommen, die Kinder optimal auf ihr späteres Alleinsein, also Hinausgelassen-Sein in das Leben vorzubereiten. Das ist eigentlich der Zweck. 

  1. Es wertet die Konsequenzen seiner Handlungen aus. 

Bewahrst Du Deine Kinder immer vor allem Möglichen, dann können sie nicht in Konsequenzen denken. Und die Fähigkeit, in Konsequenzen zu denken, ist definiert als Verantwortung. 

Es wertet also (das Kind) die Konsequenzen seiner Handlungen aus und zieht daraufhin Schlussfolgerungen, wie zum Beispiel “Bei Steinboden vorsichtiger sein, vor allem in Kombination mit Geschwindigkeit und profillosen Socken … oder auch mit Schuhen, wenn es nass ist.”

Oder wer von Euch ist, nachdem er Führerschein gemacht hatte, kurz später schon mal … hat schon mal Bodenfrost unterschätzt oder Laub mit nass oder Frühjahr mit Regen auf Pollen? Wer hat da schon mal unschöne Erfahrungen mit gemacht? Na also. Haben wir auch in der Fahrschule irgendwie gelernt. Muss man aber selber machen. Und ich bin mir sicher, es ist Euch danach nicht mehr so passiert.

Durch verbesserte Anwendung und der aufgrund der Praxis gezogenen Schlussfolgerungen beginnt der Zyklus wieder von vorne – also 1, 2, 3; 1, 2, 3; 1, 2, 3; 1, 2, 3. 

Der Feedbackloop ist Schmerz / Freude. Der Schmerz- / Freude-Feedbackloop beim Kind hat einen Vorteil – er erfolgt ohne Zeitverzögerung und wird daher nahezu automatisch ausgewertet. Du kannst Ursache und Wirkung immer gleich zuordnen. 

Regel: Freude bedeutet richtiger Weg in Bezug auf die eigene Zielsetzung. Schmerz bedeutet falscher Weg in Bezug auf die eigene Zielsetzung. Freude / Schmerz ist der Kompass, der Dich in Richtung Deiner Ziele steuert. Freude / Schmerz findet nicht absolut (entweder / oder), sondern in Abstufungen statt. Das heißt nicht, also Freude oder Schmerz, sondern hier unendlichen Schmerz, hier unendliche Freude, und dazwischen gibt es Abstufungen. Wenn Du nichts fühlst, dann machst Du auch gar nichts. Es ist einfach genau dazwischen. 

Es ist aber wirklich ein Kompass. Könnten viele auch in ihrem Leben benutzen. Ich mache jetzt etwas und schaue: Strahle ich jetzt mehr oder weniger als vorher? Vielleicht war das nicht besonders förderlich, was ich da gemacht habe. Oh, ich strahle hier mehr. Was war denn eigentlich los? Vielleicht sollte ich das verstärken. 

Problematisch ist es halt, wenn Feedbackloops verzögert kommen. Das heißt, Du machst eine Aktion und dann kommt die Reaktion vier Jahre später. Das dann miteinander zu verknüpfen im Nachhinein, das erfordert eine sehr gute Art zu schauen und vor allem auch sehr hohe Intelligenz. 

Der Lernalgorithmus – klingt kompliziert, ist aber eigentlich rotzeinfach, wird aber trotzdem nicht gemacht. 

Lernen und vor allem konzeptionelles Verstehen hängt jedoch nicht nur vom richtigen Studieren von Materialien bzw. dem Übernehmen bereits vorhandenen Wissens ab. Wirkliches konzeptionelles Verstehen hat vor allem mit Tun, Anwendung, Beobachtung und Auswertung zu tun. Tun, Anwendung, Beobachtung, Auswertung und wieder neues Tun. 

Anwendung ist also der Test. Genau genommen: Anwendung mit wertvollem Endergebnis / Endprodukt. Also ich habe ein echtes Produkt, wie ich es mir vorgestellt habe, in der Hand. Wenn Du das Gelernte wirklich erfolgreich in der Praxis anwenden kannst, hast Du es konzeptionell verstanden. 

Der Lernalgorithmus lautet also: Ich habe hier meine Theorie, den Gedanken. Dann mache ich eine Aktion. Dann kriege ich eine Reaktion, das Ergebnis. Das muss ich dann beobachten – das machen aber viele nicht, die sind dann schon wieder bei der nächsten Aktion und derweil explodiert da hinten etwas oder es passiert was Tolles und sie kriegen es gar nicht mit. Passiert auch gerne beim Swipen durch Instagram. Dabei passieren viele tolle Sachen, gute wie schlechte, und Du kriegst es gar nicht mit. Das wird dann wieder ausgewertet und geschlussfolgert. Daraus entsteht wieder eine Theorie und ein Gedanke. Und dann macht man das wieder. 

In Kurzform: Was sollst Du aus dem Kapitel rausholen? Du lernst am meisten durch die Reaktion Deiner Aktion. Deswegen beobachte sie. Und manchmal machst Du etwas, wo Du sagst … Wenn Du jetzt hier einen Baum pflanzt, dann wirst Du jetzt natürlich nicht direkt, nachdem Du ihn angepflanzt und gewässert hast, gleich eine Reaktion kriegen. Manchmal muss man sich das dann auch im Kalender sagen: “So, jetzt schau ich da mal morgen vorbei. Am Wochenende. In einem Monat, in einem Jahr, im Herbst, im Frühjahr …” 

Die meisten Leute vergessen die Beobachtung. Gerade wenn Du ein Erwachsener bist, dann sind die Pflänzchen, die Du pflanzt, meistens nicht so kurz, dass Du um die Ecke rennst, auf den Knien landest und dann einfach sagst: “Aha. Stimmt, das war jetzt nicht gut.” Sondern Du machst jetzt etwas und dann, vier Jahre später, kriegst Du das Ergebnis. Wenn Du jetzt kein Geld zurücklegst, irgendwann kommt eine Krise, dann merkst Du: “Oh, das war vielleicht schlecht.” 

Deswegen ganz wichtig, darum geht es mir: Beobachtung. Das wird gerne vergessen vor lauter Lernen. 

Oder auch so die Einser-Schüler, wenn ich mir die so angeschaut habe, die waren ja alle völlig lebensunfähig bei mir damals in der Schule. Vielleicht ist es heute anders, aber … Meine Mutter hat gesagt: “Schau mal, wie er …”, sag ich mir: “Oh Gott, so wie der will ich auf keinen Fall sein.” Die wurden Dir dann als Vorbilder hingestellt und ich so [verzieht ablehnend und angewidert das Gesicht]: “Nee. Wander ich aus, begeh Selbstmord, aber der nicht. Nee!” 

Jetzt machen wir mal ein Beispiel für Anwendung von diesem Ding hier. 1. Ein Schreinerlehrling möchte einen Stuhl auf eine bestimmte Weise bauen – Gedanke. 2. Er baut den Stuhl – Aktion. 3. Der Stuhl ist fertig. 4. Der Stuhl wird überprüft und getestet. Dabei stellt sich heraus, dass er noch etwas instabil wirkt und auch etwas unbequem ist – Beobachtung. Das wäre halt dann auch der Test. 5. Der Lehrling denkt, es wäre besser, den Stuhl nochmals zu verstärken und die Neigung der Rückenlehne zu verändern, weil dann ist er auch bequemer. Außerdem ist ihm aufgefallen, dass er beim Zusammenbau des nächsten Stuhls eine andere Reihenfolge wählen sollte, weil es so schneller wäre. Jetzt korrigiert er den Stuhl, baut den nächsten. 1. Er überlegt sich, wie er seine Erkenntnisse am besten umsetzt. 2. Er ändert den Stuhl. 3. Er hat jetzt den verbesserten Stuhl. 

Warum muss ich das erwähnen? Vor 100 Jahren hätten mich alle ausgelacht darüber. Ja, klar, so machen wir es ja! So lernt doch jeder! Heute gibt es so viele Ablenkungen – WhatsApp hier, Instagram da, da ruft wieder einer an, direkte Erreichbarkeit –, heute muss man das dazu sagen. Früher gab es das nicht so, deswegen ist es auch dem Dümmsten aufgefallen.

Aber Du musst gerade den vierten Schritt machen. Der fünfte und sechste ist Dir wieder klar, aber die meisten … Die meisten machen auch den gleichen Scheiß immer wieder. Warum? Weil sie nicht beobachten! Also sie machen immer … bauen immer wieder den gleichen Scheiß-Stuhl, der wackelig ist und unbequem. Oder streiten sich immer auf die gleiche Weise mit ihrer Ehefrau oder ihrem Ehepartner und … Müsst ich doch mal beobachten: Wie kommen diese Streitereien denn zustande? Was ist denn die wahre Ursache davon und was sollte ich in Zukunft anders machen? Lernalgorithmus. 

Auch unsere Bundesregierung, die hat auch einen sehr speziellen Lernalgorithmus, der heißt folgendermaßen: Wenn es nicht funktioniert, war es noch nicht genug. Wenn wir Kernkraftwerke abschalten und die Preise … eigentlich sollten die Strompreise ja fallen, jetzt sind sie auf einmal gestiegen – so, da müssen wir noch mehr abschalten. Oder wenn ein Lockdown nichts hilft, dann war es einfach zu wenig, dann müssen wir einfach noch mehr machen. 

Das ist aber nicht nur Regierungssache, da neigt man allgemein dazu. Also auch ich und andere neigen dazu, wenn man so überzeugt ist von der eigenen Theorie. Deswegen ist dieser Punkt hier wichtig [Markierung bei “Theorie / Gedanke”]. Das ist ja die Theorie und das ist die Reaktion und die muss man beobachten.

So, und die Reaktion ist genau genommen die Antwort des Universums auf Deine Aktion, auf Dein Experiment. Und wenn man aber so verliebt ist in seine eigene These und man sich selber für so göttlich hält, dann sagt man: “Es hat nicht funktioniert, war nicht genug davon.” Macht diesen Fehler nicht!

Einstein würde dazu sagen: “Es ist Wahnsinn, immer wieder das Gleiche zu tun und zu hoffen, ein anderes Ergebnis zu bekommen.”

Lernalgorithmus / Feedbackloop – dazu eine Frage?

Teilnehmer: Die Frage mag jetzt auch ein bisschen trivial scheinen, aber … Also angenommen, Du hast jetzt einen Mitarbeiter, dem im Kindesalter so die Feedbackloops immer vorenthalten wurden und er ist nicht so geschickt im Selbstauswerten. Der macht dann immer wieder so den gleichen Fehler. Wie findest Du denn zu Mitarbeitern einen Zugang, dass sie da überhaupt bereit sind, hinzuschauen?

Alex: Das ist natürlich auch schon wieder eine ganze potenzielle Vortragsrunde, wie man … Das kann natürlich an den verschiedensten Sachen liegen. Im ersten Schritt wirst Du feststellen, ist es gar nicht so kompliziert. Meistens, so in 80 Prozent der Fälle, liegt es einfach an einer Sache: Er beobachtet nicht. 

Was hast Du als Kind gemacht, wenn einer nicht schauen wollte? Du hast seinen Kopf genommen und hast ihn dahin gedreht. Dann hält er sich Hände vor den Kopf, dann nimmst Du ihm die weg und hältst ihn noch am Kopf fest und sagst: “Schau dahin.” Dann macht er die Augen zu und dann machst Du zur Not noch so [öffnet seine geschlossenen Augen mit den Fingern]. 

In Kurzform: Das muss man tun. Ist aber gar nicht so schlimm notwendig, es reicht eigentlich zu sagen: “Hey, lass uns doch mal da hinschauen.” Dann sagt er: “Wo?” – “Ja, auf das Ergebnis von dem, was du gemacht hast.” – “Ach so. Nein, nein, ich …”

Wo schaut der Mitarbeiter hin? Auf seine ellenlange To-do-Liste. Dann ist das erste Ding abgehakt. Sehr schön, da liegt’s. So, wo schaut er hin? Nicht auf das Ergebnis, sondern auf Schritt zwei der To-do-Liste. Das meine ich mit der Instagram-Stress-husch-husch-immer-schnell-quick-quick-noch-alles-mehr-Sache. So, und dann musst Du ihm sagen: “Nein, nein, nein. Du musst erst mal da hinschauen.”

Und genau genommen sind es die vielen Ablenkungen. Du musst einfach lernen, Dich von diesen Ablenkungen zu befreien: irgendwelchen To-do-Listen, auf denen aller möglicher Scheiß drauf steht, fremde Agenda, was Leute noch wollen, wenn Du noch zurückrufen musst und so weiter. Und Du musst Dich einfach davon freimachen, einfach … 

Schau, wenn es diesen ganzen Lärm, diesen Noise nicht gäbe, würde er es wahrscheinlich alles selber merken. Dadurch, dass aber seine Aufmerksamkeit dauernd fremdgesteuert wird, musst Du ihm manchmal sagen: “Ruhig, tu mal das Handy zur Seite. Ja, ja, die To-do-Liste. So, jetzt lass uns da mal hinschauen.” Daran liegt es in 80 Prozent der Fälle. Einfach: “Schau hin.” Die meisten sind gar nicht so doof. Wenn sie hinschauen würden, würden sie es selber merken. Sie schauen nur nicht.

Teilnehmer: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich selber Feedbackloops nicht erkenne, und bin jetzt dazu übergegangen, von meinen Mitarbeitern auch Feedback mehr einzufordern, aktiv, und hab damit ganz gute Erfahrungen gemacht. Es ist oft so, dass Leute sich dann trotzdem nicht trauen, mir Feedback zu geben. 

Alex: Normal.

Teilnehmer: Ja. Worauf ich hinaus will ist, ich glaube, viele, gerade in Führungspositionen oder auch Unternehmer, haben genau dieses Problem, dass sie es überhaupt nicht annehmen möchten vielleicht, an der Stelle, und deswegen auch nicht in Verbesserungen kommen.

Alex: Eigentlich hat jeder ein Interesse dran, ein Feedback zu kriegen, um sich zu verbessern. Die Leute, die es nicht annehmen, wollen es deswegen nicht annehmen, weil bei einer Diskussion rauskommen könnte, dass er keine Ahnung hat. Also es sind einfach Schwindler. Also die Leute, die kein Interesse an Feedback haben, sind Schwindler oder Angeber oder Poser oder aufgeblasen oder Betrüger oder was auch immer. Jeder Mensch, der irgendwie Verbesserung vorhat … Oder meinetwegen ist er auch ein ausländischer Spion. 

Aber jemand, der sich wirklich verbessern möchte, der möchte Feedback. Solang … Wichtig: Feedback mag jeder, solang Du ihn nicht zwingst, das umzusetzen. Das ist eben der Trick. 

Und Feedback darf nicht mit versteckter Kritik verwechselt werden. 

Also wir haben so ein paar Feedbackregeln hier bei uns. Eine davon lautet: Jeder darf jedem Feedback geben und zwar so schnell wie möglich – nach oben, nach unten, rechts, links, wie er mag. Voraussetzung: Es muss wohlwollend konstruktiv sein, mit Verbesserungsvorschlag – weil wenn ich nur an Dir herumnörgel, ohne Dir zu sagen “Was ist besser?”, dann ist das wie so ein Filmkritiker, der selber noch nie ein Theaterstück zusammengekriegt hat, aber an anderer Leute Zeugs rumnörgeln – und der Empfänger muss sich … Also der Empfänger des Feedbacks bestätigen, den anderen fürs Feedback, sagt: “Vielen Dank für dein Feedback.” Also es muss Wertschätzung da sein. Und der letzte Schritt ist aber, der Feedbackgeber respektiert die Entscheidung des Empfängers, das Feedback umzusetzen oder nicht. 

Wenn Du diese Regeln einhält, dann hast Du immer noch keine Feedbackkultur, sondern Du musst die Leute animieren, animieren, animieren. Weil das ist so ähnlich wie so ein Auto, das steht, da musst Du erstmal die Haftungsenergie überwinden. Aber wenn die das sehen – und das musst Du auch ein bisschen promoten, verkaufen, erst mal auf den Meetings immer wieder ansprechen, Vorbilder zeigen und so weiter und so weiter. 

Alles cool, aber wichtig: Feedback muss wohlwollend verbessernd sein, nicht kritisierend, Frust ablassend, nörgelnd – deswegen muss es auch einen Verbesserungsvorschlag haben. Und es darf kein Zwang sein, es umzusetzen. Also Du musst dem anderen die Entscheidungsfreiheit lassen. Wenn Du es so machst, funktioniert es.

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Feedbackloops bei der Anwendung beobachten und auswerten

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