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Planung und Plantiefen

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Schreibst Du z. B. eine Diplomarbeit, willst etwas Neues entwickeln oder planst einen größeren Urlaub, ist das Arbeiten mit Plantiefen sehr hilfreich – ebenfalls ein wertvolles Tool für systemisches Denken.

Das Arbeiten in Plantiefen (meistens Plantiefe 1–3) basiert auf dem Prinzip von Iterationen. Anstatt also einen Plan gleich von Anfang an bis in alle Einzelteile auszuarbeiten, wird zunächst ein grober Plan erstellt, der dann auf Downsides gecheckt wird – und zwar aus allen Gesichtspunkten. Auf diese Art und Weise kann viel unnötige Arbeit verhindert werden. 

Definition: Plan
Ein Plan ist die allgemein formulierte schlaue Idee, wie man vom Ist-Zustand zum (korrekten, nicht eingebildeten!) Ideal-Zustand kommt.

Diese Definition lässt jedoch offen, wie allgemein definiert ein Plan sein müsste. Plantiefen hingegen bedeuten, dass es verschiedene Detailtiefen von Plänen gibt. Dieses iterative Vorgehen hat den Zweck, Zeit und Frust zu sparen, indem frühzeitig mit wenig Aufwand Themaverfehlungen erkannt und vermieden werden.

  • Plantiefe 1 beschreibt kurz und knapp die Situation und die Idee, wie man das nächsthöhere Ideal erreichen könnte. Diese sollte in einer 1–3-Minuten-Sprachnachricht abgehandelt sein und 3 bis 7 Unterpunkte enthalten. (Sprachnachricht heißt nicht, dass es immer eine Sprachnachricht sein soll, es soll eher eine Idee über die Größenordnung vermitteln. Eine Plantiefe 1 kann natürlich auch in schriftlicher Form erfolgen, allerdings nur kurz und knapp.)
  • In einer Plantiefe 2 wird jeder einzelne Punkt von Plantiefe 1, auch jeweils in einer 1–3-Minuten-Sprachnachricht detaillierter beschrieben, damit diese durch die verschiedenen Ebenen auf Downsides, fehlende Daten etc. geprüft werden können.
  • Eine Plantiefe 3 ist das Gleiche wie Plantiefe 2, jedoch wird nicht die Plantiefe 1 weiter ins Detail heruntergebrochen, sondern die Plantiefe 2.

Plantiefen sind also nichts anderes als ein immer tieferes „Hineinzoomen“ in einen Bereich, wie eine Wurzel, die sich immer weiter nach unten ausweitet. 

Beispiel: Plantiefen bei der Entwicklung einer App

Würde man zum Beispiel eine App wie Tinder oder Instagram entwickeln wollen, dann wäre Plantiefe 1, den Zweck und die Hauptfaktoren der App (wie Chat, Posts und Storys / Videos) festzulegen.

Plantiefe 2 wäre dann der grobe Aufbau der App und die Aufteilung der einzelnen Faktoren in Unterfaktoren, inkl. wie sie miteinander in Wechselwirkung stehen.

Plantiefe 3 wäre das Ausarbeiten der technischen Anforderungen, der notwendigen Ressourcen  und das Festlegen der Reihenfolgen von Aufgaben.

Beispiel: Plantiefen bei der Erstellung von “Reicher als die Geissens”

Als ich mein Buch “Reicher als die Geissens” geschrieben habe, habe ich ebenfalls mit Plantiefen gearbeitet. 

Plantiefe 1 bestand aus:

  • Titel samt Untertitel
  • Das Buch wird in 3 Teile aufgeteilt werden (der erste beschäftigt sich mehr mit dem Sein, der zweite mit dem Tun und der dritte mit dem konkreten Haben / Ergebnissen). 
  • Es soll die wichtigsten Gesetze enthalten, die man als Lebensunternehmer unbedingt benötigt. 
  • Außerdem muss jedes Kapitel so wertvoll sein, dass, wenn man (wie z. B. ein Querleser) bei einem bestimmten Kapitel startet, man dazu verführt wird, das gesamte Buch zu lesen. 
  • Ein weiterer Anspruch ist, dass in jedem Kapitel für die jeweiligen Bewusstseinsebenen (Unternehmer, Selbständiger und Angestellter) mindestens eine neue Erkenntnis enthalten sein muss, so dass die Anfänger nicht überfordert, aber auch die Profis nicht unterfordert werden.

Plantiefe 2 bei RADG waren dann einfach die einzelnen Kapitelnamen der Teile. 

Plantiefe 3 war die Gliederung sämtlicher Kapitel anhand von Bulletpoints (jeder Bulletpoint war ein Gedankengang = ein Absatz).

Plantiefen müssen immer von oben nach unten gemacht werden, da man sonst den Blick für das große Ganze verliert und sich stattdessen in Details verirrt. 
Die detaillierteren Plantiefen können wieder Auswirkungen auf die darüber liegenden Plantiefen haben, was eventuelle Anpassungen notwendig macht. 
Wir bewegen uns schließlich in einem System.

Gute Pläne basieren auf guter Beobachtung

Die letzten 25 Jahre Erfahrung mit guten und schlechten Plänen haben eine Sache gezeigt: Die Fehler liegen selten in den Plänen an sich, sondern in einer nicht korrekten Beobachtung der Ist-Situation oder einer falschen Ideal-Vorstellung. 

Wirf also nicht einfach mit „schlauen Ideen“ um Dich, sondern mach Deine Hausaufgaben und beobachte die Ist-Situation so exakt wie möglich und stelle sicher, dass Dein Ideal auch wirklich ideal ist (indem Du z. B. Leute befragst, die in diesem Bereich kompetente Vertrautheit haben).

Durch Plantiefen kann schon der Plan in Plantiefe 1 (also ohne sich tierisch viel Arbeit mit der ganzen Detailausarbeitung zu machen) von den Advocati Diaboli auf Downsides geprüft werden. Diese Vorgehensweise spart extrem viel Zeit und verhindert „Themaverfehlungen“.

Was ist eine Themaverfehlung? 

Eine Themaverfehlung ist, wenn Du z. B. die ganze Logistik für das Erstellen eines Bohrturms zur Förderung von Öl, den Aufbau und auch das Bohren perfekt gemacht hast und alles wunderbar war – nur leider an der falschen Stelle! 

Eine Themaverfehlung ist „Die Rechnung ohne den Wirt zu machen“ oder wenn Rolls Royce sein neues Modell „Silver Mist“ (kein Witz!) nennt. Eine Themaverfehlung ist auch, eine Überraschungsparty für jemanden zu veranstalten, der einfach nur Ruhe haben will und Überraschungen nicht leiden kann. 

Durch das Nutzen des Erfolgsalgorithmus und Arbeiten in Plantiefen wirst Du Themaverfehlungen auf ein Minimum reduzieren können!

Grafik zu Themaverfehlung, Bohren nach Öl an der falschen Stelle

Video-Briefing

Video Vorschau

Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “Systemisches Denken”

  1. Planung und Plantiefen. Schreibst Du zum Beispiel eine Diplomarbeit, willst Du etwas Neues entwickeln oder planst einen größeren Urlaub, ist das Arbeiten mit Plantiefen sehr hilfreich? Es ist etwas, was wir hier intern entwickelt haben, weil wir schmerzhaft lernen mussten, dass wenn man einen großen Plan macht, ist der auch nicht iterativ und dass das irgendwie schlecht ist. Und wenn Du so möchtest, sind Plantiefen die Anwendung von Iteration auf Pläne.

Das Arbeiten, in Plantiefen (meistens Plantiefe 1 – 3) … Du kannst natürlich bis 15 machen. Also wenn Du jetzt der US-Präsident wärst oder seine Administration, dann würdest Du jetzt mit drei Detailtiefen wahrscheinlich nicht klarkommen, sondern Du müsstest mehrere machen. Aber für den normalen Menschen und den Unternehmer reichen eigentlich Plantiefen 1 bis 3.

Das Arbeiten in Plantiefen basiert auf dem Prinzip von Iterationen. Anstatt also einen Plan gleich von Anfang an bis in alle Einzelteile auszuarbeiten, wird zunächst ein grober Plan erstellt, der dann auf Downsides gecheckt wird – und zwar aus allen Gesichtspunkten. Adler, Giraffe, Ameise. Auf diese Art und Weise kann viel unnötige Arbeit verhindert werden.

Definition: Plan

Ein Plan ist die allgemein formulierte schlaue Idee, wie man vom Ist- Zustand zum (korrekten, nicht eingebildeten!) Ideal-Zustand kommt.

Also, wir haben gerade in unserer Gesellschaft momentan sehr viele falsche Ideale, wo die Leute denken: “Mensch, das wäre toll.” Also juhu, wenn Du alles hast, Auto, eigenes Haus, dann bist Du glücklich. Komisch nur, steht auch schon in “Reicher als die Geissens”, warum die Reichen und Schönen dann so viel Drogen nehmen müssen, um ihr Unglücklichsein zu kurieren.

Oder der Feminismus. Go, Girl, die Frauen sind alle unabhängig, sie brauchen die Männer nicht mehr. Noch mal, Feminismus gibt es in drei Stufen. Momentan sind wir in Stufe drei angelangt. Stufe eins und zwei waren einigermaßen sinnvoll. Stufe drei ist irgendwie schräg. Warum? Weil sich die Frau völlig vom Mann befreit, hängt aber dann total tief im System. Also sprich, sie hört zwar nicht auf ihren Mann, dafür auf ihren Chef, auf den Staat und auf die Vogue-Kultur.

So, und dort kommt man dann in Ideale rein, die vielleicht nicht so ideal sind. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich will da jetzt auch gar nicht tief reingehen. Ich will Euch nur sagen: falsche Ideale sind falsche Ideale. Stand auch schon in “Reicher als die Geissens” drin, diese falsche Idee, was Liebe ist. Wenn Du Liebe mit der Honeymoon-Phase verwechselst, also denkst, dass immer alles exciting und so weiter ist, wie ganz am Anfang, dann hast Du Liebe nicht verstanden.

Also ein Plan ist eine allgemein formulierte schlaue Idee, wie man vom Ist-Zustand zum (korrekten, nicht eingebildeten!) Ideal-Zustand kommt. Also, der Ideal-Zustand muss korrekt sein. Wenn ich anschaue, die meisten meiner Pläne sind nicht gescheitert, weil der Plan schlecht war, sondern weil ich entweder die Ist-Situation nicht ordentlich genug beobachtet habe, es jede Menge weggelassen, Daten gebe gab, ich nicht auf Downsides gecheckt habe und mein Ideal-Zustand einfach gar nicht ideal war.

Beispiel: Viele Leute träumen davon, wenn sie ein Geschäft eröffnen, sagen: “Hey, super, ich öffne jetzt ein Geschäft und ich will in jeder Stadt Deutschlands eine Niederlassung haben.” Wer will das?

Oder die Frage, die ich oft gestellt kriege: “Wie viele Mitarbeiter hast Du (so als Statussymbol)?” Sage ich: “Du, mein Ideal wäre null.” Also ich weiß gar nicht wie man mit der Mitarbeiteranzahl prahlen kann, aber manche Leute denken viele Mitarbeiter zu haben wäre wahnsinnig gut.

Oder in jeder Stadt eine Niederlassung zu haben. Ja, aber warte mal, es gibt vier Barrieren in diesem Universum: Materie, Energie, Raum, Zeit. Materie: Versucht mal gegen eine Wand, durch eine Wand zu laufen. Schwierig. Versuch mal, durch einen elektrischen Zaun oder starkes energetisches Feld zu laufen. Schwierig. Versuch mal auf den Mond zu kommen. Schwierig. Raum. Versuch mal, in die Vergangenheit oder in die Zukunft zu kommen. Schwierig.

Das heißt, Du hast diese 4 Hauptbarrieren, Hindernisse. So, warum soll ich denn freiwillig in mein Geschäft einen Faktor Raum einfügen? Warum sollte ich das tun? Falsches Ideal. Das korrekte Ideal wäre: “Ich möchte so viel Territorium wie möglich erobern.” Das wäre businessmäßig ein korrektes Ideal. Dann würdest Du aber konzentrisch vorgehen. Das heißt, Du wärst jetzt hier und würdest nur so viel Raum in Kauf nehmen, wie Du musst?

Fragt Julius Cäsar. Der ging damals zum – Ich glaube, es war das Orakel von Delphi – und hat es gefragt: “Hey, ich plane da Germanien zu erobern.” Da sagte sie: “Wenn du den Rubikon überschreitest (das ist ein italienischer Fluss), dann wirst du ein großes Reich zerstören.” Und er dachte: “Ja!” Er wusste nur nicht, dass es sein eigenes war. Warum? Weil er überexpandiert ist. Also, er hat einfach versucht, zu viel einzusammeln und zum Schluss hat er gar nichts gehabt.

Im Volksmund sagt man auch: Wer zwei Hasen fangen will, hat zum Schluss keinen. Also achtet drauf, dass das Ideal richtig ist. Und da fällt man schnell drauf rein, auf falsche Ideale. Die haben meistens auch was mit Status zu tun und mit der persönlichen fixen Idee. Denn man sagt: “Das wollte ich schon immer so haben.” Und so weiter. Leider operierst Du in Systemen und wie du’s haben willst, ist schön in Deinem Kopf, aber wenn Du in dem Universum operierst, solltest Du die Gesetzmäßigkeiten, Prozesse, Abläufe, Wechselwirkungen der Hauptfaktoren berücksichtigen.

So, also nochmal: Ein Plan ist eine allgemein formulierte schlaue Idee. Diese Definition lässt jedoch offen, wie allgemein definiert ein Plan sein müsste. Plantiefen hingegen bedeuten, dass es verschiedene Detailtiefen von Plänen gibt. Dieses iterative Vorgehen hat den Zweck, Zeit und Frust zu sparen, indem frühzeitig mit wenig Aufwand Themaverfehlungen erkannt und vermieden werden.

So, und jetzt gebe ich Euch einen groben Überblick. Das ist aber hier alles nicht in Stein gemeißelt. Plantiefen sind Werkzeuge, ja, Werkzeuge. Werkzeuge haben den Zweck, Nutzen zu stiften. Oft kriege ich dann die Frage: “Ja, wie genau verwende ich das?” So, dass es Dir Nutzen stiftet. Also, das ist wichtig. Es gibt keine festen Regeln, das ist nur ein Prinzip.

Plantiefe 1 beschreibt kurz und knapp die Situation und die Idee, wie man das nächsthöhere Ideal erreichen möchte. Dies könnte in einer 1-3-Minuten-Sprachnachricht abgehandelt sein und 3 bis 7 Unterpunkte enthalten. (Sprachnachricht heißt nicht, dass es immer eine Sprachnachricht sein soll. Es soll eher eine Idee über die Größenordnung vermitteln. Eine Plantiefe 1 kann natürlich auch in schriftlicher Form erfolgen, allerdings nur kurz und knapp.) Also eine Plantiefe 1wäre eine halbe Seite, höchstens.

Diese Plantiefe 1 lässt man dann durch alle Blickwinkel laufen (Adler, Giraffe, Ameise) und durch den Erfolgsalgorithmus, die Plantiefe 1 schon. Das geht rasend schnell. Also, wenn Ihr denkt, das ist zeitaufwendig, wenn Du die Denkweise mal hast, ich durchlaufe die vier Punkte in zehn Sekunden. Ist nur eine Denkweise.

In einer Plantiefe 2 wird jeder einzelne Punkt von Plantiefe 1 auch jeweils in einer 1–3-Minuten-Sprachnachricht detaillierter beschrieben, damit diese durch die verschiedenen Ebenen auf Downsides, fehlende Daten etc. geprüft werden können.

Also nochmal: Plantiefe 1 ist, Du beschreibst kurz und knapp Deine Idee. Die hat vielleicht fünf Unterpunkte. Jetzt lässt Du die durch den Erfolgsalgorithmus laufen. Jetzt lässt Du die durch die Blickwinkel laufen. Sagen wir mal, Du bist der Adler, der Unternehmer. Und jetzt fragst Du Deine Abteilungsleiter und fragst die Leute, die es betrifft, die sich darin auskennen, die Sachbearbeiter, die Spezialisten. So, die geben ihren Input und daraus entwickelst Du jetzt Plantiefe 2. Oder Du erkennst, es ist Schwachsinn und verwirfst es.

So, und bei Plantiefe 2 würdest Du jeden dieser fünf Punkte nehmen und würdest den wieder detaillierter beschreiben? Dann durch den Algorithmus, durch die Blickwinkel, verwerfen oder vertiefen.

Also nochmal: In einer Plantiefe 2 wird jeder einzelne Punkt von Plantiefe 1 auch jeweils in einer 1-3-Minuten-Sprachnachricht detaillierter beschrieben, damit diese durch die verschiedenen Ebenen auf Downsides, fehlende Daten etc. geprüft werden können.

Denn Du bist ja in dem System. Du musst vielleicht die Buchhaltung fragen: “Was haltet ihr davon?” Du musst vielleicht den Einkauf fragen: “Hey, wie denkt ihr darüber?” Und so weiter. Deine Hauptabteilungen sind Hauptfaktoren. Außerdem werden, wenn die Leute mitgestalten können, bei Deiner Idee, sie sie später auch viel mehr annehmen, als wenn Du das bis ins Detail ausarbeitest, sagst: “Geile Sache, so machen wir das!” Denken sich alle: “Oje (stöhn)!”

Es gibt auch ein Immunsystem. Also das heißt, Businesses und Systeme haben so eine Art Immunsystem gegen Neues. Das wird ausgestoppt. Neues wird ausgestoppt, weil die Leute Angst haben. Sie wissen nicht warum, sie können es nicht genau formulieren. Sie haben Angst vor Wechselwirkungen. Deswegen sagen sie: “Es zwar nicht toll, wie es momentan ist, aber wenigstens wissen wir, wie es ist und die Upsides sind besser als die Downsides.” Deswegen stoppen die alles aus. Weil sie das irgendwie im Gefühl haben, “Bloß nix ändern hier!”

Eine Plantiefe 3 ist das Gleiche wie Plantiefe 2, jedoch wird nicht die Plantiefe 1 weiter ins Detail heruntergebrochen, sondern die Plantiefe 2. Also bricht es dann praktisch immer weiter runter. Plantiefen sind also nichts anderes als ein immer tieferes “Hineinzoomen” in einen Bereich, wie eine Wurzel, die sich immer weiter nach unten ausweitet.

Also praktisch immer mehr “heranzoomen” in einem Bereich, wie eine Wurzel, die sich immer weiter nach unten ausbildet.

Nochmal: Plantiefen brauchst Du, speziell wenn Du schon bestehende Systeme hast, denn Du musst Dich dann abstimmen mit Einkauf, mit Deinen Managern, mit wem auch immer Du zu tun hast. Aber auch in der Familie. Wenn Du jetzt mit Deiner Frau im Geheimen ausbaldowerst, wie Du vielleicht die Stadt wechseln möchtest oder dies oder das oder jenes, und dann stellst Du das auf einmal Deinen Kindern vor, dann kann es sein, dass die das ganz Böse sabotieren.

Wenn Du sie aber schon in Plantiefe 1 mit ins Boot genommen hast und die dann vielleicht sagen: “Ja, wir finden es aber nicht gut umzuziehen”, sagst Du: “Ja, verstehe, dass ihr das nicht gut finden, aber schau mal, aus den und den Gründen. Was wäre Dir denn wichtig, dass es für Dich akzeptabel wäre?” So, verstehst Du, so kannst Du die Leute schon mit einbinden. Wenn Du sie vor vollendete Tatsachen setzt, werden sie Deinen Plan torpedieren.

Das ist ein weiterer Gesichtspunkt, warum es schlau ist, das so in Iterationen zu machen.

Beispiel: Plantiefen bei der Entwicklung einer App

Würde man zum Beispiel eine App wie Tinder oder Instagram entwickeln wollen (weiß hier jeder, was Tinder ist? So eine Dating-App, wo man nach rechts oder links wiped. Nach rechts heißt: gefällt mir. Nach links heißt: gefällt mir nicht. Besonders vorteilhaft für Frauen, für Männer nicht so!

Warum ist es für Frauen erfolgreicher als für Männer? Ganz einfach, weil die Männer von 100 Frauen die ihnen angezeigt werden, liken Sie 40. Jetzt ratet mal, wenn eine Frau da ist und sie kriegt 100 Männer angezeigt, wie viel sie dann da liked. 1,5. Ist also ein leichtes Ungleichgewicht da.

Also, würde man zum Beispiel eine App wie Tinder oder Instagram entwickeln wollen, dann wäre Plantiefe 1, den Zweck und die Hauptfaktoren der App (wie Chat, Posts und Storys / Videos) festzulegen.

Also sprich, Du würdest in Plantiefe 1, wenn Du jetzt so eine App entwickeln würdest, würdest Du sagen … Also der Typ, der damals Instagram gemacht hat, hat gesagt: “Mensch, Facebook ist mir zu textlastig. Warum machen wir nicht irgendwas, was so eine Art Bilderalbum ist, also was sich rein auf Bild fokussiert, wo man nicht viel schreiben muss, einfach nur Bilder, vielleicht noch Videos, so mit dem Zweck, dass die Leute ihr Leben möglichst in Bildern darstellen können?” Das wäre der Zweck von Instagram gewesen.

Und der Zweck von Tinder wäre: “Na gut, die Welt wird eh immer oberflächlicher. Warum machen wir es nicht leicht, gleich nach Gesicht und sonst irgendwas auszuwählen? Schwupp, schwupp, schnell, schnell, so läuft es.”

So, und dann würdest Du sagen: “So, jetzt bei Instagram. Okay, was muss das Ding haben? Man muss die Dinger posten können, man muss ein Profil anlegen können und man muss sich Messages schicken können.”

Das wären die drei Hauptfaktoren. Storys und was es dann sonst noch alles gibt, Reels [kurze Videos], das kam alles später.

Plantiefe 2 wäre dann der grobe Aufbau der App und die Aufteilung der einzelnen Faktoren in Unterfaktoren, inklusive wie sie miteinander in Wechselwirkung stehen. So, jetzt würdest Du sagen: “So, es soll also praktisch Bilder haben, es soll Profile haben, es soll den Feed haben (also dass man das Ganze angezeigt kriegt und es bei einem so durchläuft) und es soll Direct Messages haben (dass man sich schreiben kann).”

So, und jetzt würden alle sagen: “Ja, das ist eine gute Idee, das finden wir toll.” Du machst ein paar Umfragen: “Was würdest Du davon halten, nur Bilder?” “Ah, ja, geil.” Okay, sehr schön, Plantiefe 1 bestanden

So, jetzt, ja: “Wie müssen die Bilder denn sein? Welches Format? Direct Messages? Ja, wie genau? Muss ich dafür Follower sein? Nicht Follower sein? Kann ich jemanden blocken? Was machen wir gegen Spam (also wenn Leute Dich anschreiben und Du hast gar keinen Bock auf die?” Und so weiter. Wäre Plantiefe 2.

Plantiefe 3 wäre das Ausarbeiten der technischen Anforderungen, der notwendigen Ressourcen und das Festlegen der Reihenfolgen von Aufgaben.

Für die Programmierer unter euch: Plantiefe 1 wäre einfach eine halbe Seite: Was soll die App tun? Plantiefe 2 wäre das Lastenheft. Also ein Lastenheft ist eine Beschreibung: Was soll die App können? Also aus User-Sicht: Was soll sie können? Und ein Pflichtenheft, das wäre Plantiefe 3, wäre alles runtergearbeitet, inklusive grafischer Darstellung, das man dem Programmierer dann gibt, der sagt: “Alles klar, ich hack das jetzt so ein.”

Ich gebe Euch jetzt noch ein paar Beispiele, dass Ihr das Thema Plantiefe 1, 2 und 3 gut versteht.

Beispiel: Plantiefen bei der Erstellung von “Reicher als die Geissens”

Als ich mein Buch “Reicher als die Geissens” geschrieben habe, habe ich ebenfalls mit Plantiefen gearbeitet.

Plantiefe 1 bestand aus:

  • Titel samt Untertitel

Wie soll das Ding heißen? Dann habe ich festgelegt:

  • Das Buch wird in 3 Teile aufgeteilt werden (der erste beschäftigt sich mehr mit dem Sein, der zweite mit dem Tun und der dritte mit dem konkreten Haben und den Ergebnissen).

Also beim dritten Teil wird das alles zusammengefügt. Außerdem:

  • Es soll die wichtigsten Gesetze enthalten, die man als Lebensunternehmer unbedingt benötigt.
  • Außerdem muss jedes Kapitel so wertvoll sein, dass man, wenn man (zum Beispiel ein Querleser) bei einem bestimmten Kapitel startet, man dazu verführt wird, das gesamte Buch zu lesen.

Das waren einfach Anforderungen, die ich in Plantiefe 1 ausgearbeitet habe.

  • Ein weiterer Anspruch ist, dass in jedem Kapitel für die jeweiligen Bewusstseinsebenen (Unternehmer, Selbstständige oder Angestellter – die sind ja jeweils etwas mehr oder weniger erfahren) mindestens eine neue Erkenntnis, also pro Kapitel, enthalten sein muss, so dass die Anfänger nicht überfordert, aber auch die Profis nicht unterfordert werden.

Das waren die Anforderungen dafür.

Plantiefe 2 bei RADG waren dann einfach die einzelnen Kapitelnamen der Teile.

Also ich bin dann in Plantiefe 2 hergegangen und habe einfach die Kapitelnamen aufgestellt, plus ein paar Hinweise, was da drin sein soll.

Plantiefe 3 war die Gliederung sämtlicher Kapitel anhand von Bulletpoints (und jeder Bulletpoint war ein Gedankengang = ein Absatz).

Wenn Du jetzt “Reicher als die Geissens” aufschlägst, wirst Du feststellen, die haben immer so Absätze, so und pro Absatz, der dann immer getrennt war, stand jeweils ein Bullet. Ich mache immer das Prinzip: ein Absatz, ein Gedanke.

So, das waren die Pläne. Und dann, als das alles so ausgearbeitet war, habe ich’s runterdiktiert. Und wenn Du jetzt zum Beispiel, wer von Euch hat mal eine Arbeit schreiben müssen, eine Diplomarbeit, eine Doktorarbeit oder so? Pain in the ass, richtig? Weil man geneigt ist, vorne anzufangen und hinten aufzuhören.

Wenn Du das so machst, macht es Spaß. Wenn Du es iterativ machst, in Plantiefen, macht es richtig Spaß. “Ah, wie könnte ich’s gliedern, das dahin, das dahin, ne, doch nicht, vielleicht so, da, da, da, da.” Da kannst Du auch Software für nutzen, dann kannst Du Mind-Mapping-Software für nutzen. Das mache ich oft, um das damit so, … weil Du da die Ebenen darstellen kannst. Und so weiter.

Aber glaube mir, Arbeiten schreiben, Bücher schreiben, … Also wenn ich das höre, kennt Ihr dieses Blank-Page-Syndrom bei Schreibern? Also die sitzen da vor der leeren Seite und wissen nicht, was sie schreiben sollen. Ja, liegt dran, weil er vorne starten und hinten aufhören möchte. Wenn er in Plantiefen arbeiten würde, iterativ, und sagt: “Ja, worum soll es in dem Buch überhaupt geben? Ja, wie sollte es mal sein?”

Also, es ist wahnsinnig schwierig bis unmöglich ein Buch zu schreiben, wenn Du vorne anfängst und hinten aufhören willst. Das ist unmöglich. Stell Dir mal vor, Harry Potter, sieben Bände mit, weiß ich nicht, 40 Kapiteln pro Band, die ineinander verwoben sind, mit Cliffhangern, dass es interessant bleibt (also sprich, dass man später noch weiterlesen will), mit Mysterys, mit eingeführten Charakteren, eingeführten Dingen, die man später braucht usw.

Ah ja, klar, vorne angefangen, hinten aufgehört. Ne, ist klar. Wisst Ihr was: Die gute Frau hat vor einer großen Wand zwei Jahre iteriert, vor einer großen Wand, und zwar hat sie das erste Buch angefangen zu schreiben, als ihr die anderen sechs schon klar waren. Also sie hat eine riesige Wand gehabt, wo sie gesagt hat: “So, Kapitel eins, da, da, da, da, da, da, ne, das nicht, ja, den hier rein, ah, wie machen wir das hier spannend? Sehr schön. Jetzt brauchen wir aber hier noch einen Charakter …” und ist dann vor dieser Wand garantiert zwei Jahre hin und her gerannt.

Und diese Story, sie hat angefangen Harry Potter auf eine Serviette zu schreiben, in Burger King oder so, Bullshit. Denn Harry Potter ist ein System, das siehst Du wirklich. Es ist ein System mit Hauptfaktoren, die sich wechselseitig beeinflussen.

Und Du stellst ein System nicht vorne, fängst nicht vorne an, das geht nicht. Also auch, wenn Du jetzt Gott wärst und das System erschaffen würdest, würdest Du von oben nach unten erschaffen. Das heißt, Du würdest erst mal sagen: “Sehr schön, wie soll das Universum denn aussehen? Ah, da soll es Planeten geben, ah, da soll es Monde geben, ah, da soll es Sonnen geben. Ah, da machen wir noch ein paar schwarze Löcher rein, damit es ein bisschen spaßig bleibt. Das Ganze gruppieren wir zu Milchstraßen, ah, ja, ja, ja.” So, also Du würdest von oben anfangen. “Also okay, wie sieht es denn jetzt auf dem Planet genau aus? Bei der Erde: Wasser wäre nicht schlecht. Ah, Land, okay. Im Wasser, wie sieht es da aus? An Land, wie sieht es da aus?” Also, Du würdest immer von oben nach unten vorgehen. Nicht von unten nach oben, Du verirrst Dich.

Du legst ja das System und den Zweck fest und von dort aus gehst Du vor. Also glaub mir, wenn Du Dich nicht an diese Abläufe hältst, verirrst Du Dich. Ich bin lange genug im Dunkeln gewandelt. Das ist der Weg hinaus. Und hier steht’s dann auch schon: Plantiefen müssen immer von oben nach unten gemacht werden, da man sonst den Blick für das große Ganze verliert und sich stattdessen in Details verirrt.

Nochmal: Systemisches Denken bedeutet, das große Ganze im Auge zu behalten, nicht nur einzelne Faktoren.

Die detaillierteren Plantiefen können wieder Auswirkungen auf die darüberliegenden Plantiefen haben, was eventuelle Anpassungen notwendig macht. Wir bewegen uns schließlich in einem System.

Also Beispiel: Du gehst jetzt her, hast Plantiefe 1, sehr schön. Alle sagen: “Super!” Okay, sehr schön. Plantiefe 2 sagen auch alle: “Super!” Jetzt gehst Du zu Plantiefe 3 und stellst fest: “Scheiße, das ist nicht finanzierbar. Das kriegen wir nicht hin. Und die Programmierer finden wir auch nicht.” So, dann musst Du wieder zurück zu Plantiefe 1, musst dort Änderungen machen, muss wieder in Plantiefe 2 runter, und so weiter. Auch das kann passieren. Das ist das, was hier steht: Die detaillierteren Plantiefen können wieder Auswirkungen auf die darüber liegenden Plantiefen haben.

Weil Du dann auf einmal etwas erkennst, wo Du sagst: “Oh, da habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht.” Also zum Beispiel einer der Gründe, warum Stalingrad im Zweiten Weltkrieg so übel wurde, für die Deutschen, war siebeneinhalb Zentimeter. Die findest Du halt erst in Plantiefe 3 oder 5. Warum? Weil nämlich die ganze Logistik für den Russlandfeldzug eigentlich über die Schiene geplant war.

Allerdings hat der Zar, nachdem ihm Napoleon ja ziemlich auf die Pelle gerückt war, als dann die Eisenbahnschienen gebaut wurden, gesagt: “Wie Eisenbahnschienen? Damit das nächste Arschloch bei uns direkt reinmarschiert. Auf keinen Fall. Aber Eisenbahnschienen brauchen wir. Gut, machen wir einen anderen Abstand, damit die Europäer nicht immer bei uns reinmarschieren.” Und die sind halt siebeneinhalb Zentimeter breiter als die anderen europäischen Schienen.

Und das hat die Wehrmacht-Planung vergessen. Diese scheiß siebeneinhalb Zentimeter. Oder Gott sei Dank. Und als sie es dann gemerkt haben, scheiße, die ganze Planung, aufgebaut bis auf Plantiefe 10 sicher, denn das ist ja größer, dieser Plan und dann siebeneinhalb Zentimeter, dann mussten sie umplanen und zwar schnell über LKWs. Und schnell und planen ist keine gute Idee. Na ja, und der Rest ist Geschichte: Wintereinbruch, LKWs steckengeblieben. Das war denen auch klar, dass es gefährlich ist, aber es blieb ihnen nichts anderes übrig. Wegen siebeneinhalb Zentimeter.

Das ist damit gemeint, also auch auf den unteren Planstufen, auf den Plantiefen, kann sich was rausstellen, wo Du dann sagst: “Mist, wir müssen alles noch mal anfassen.” Aber, besser findest Du den Fehler in Plantiefen und in Iterationen als im echten Leben. Das ist schmerzhaft.

Glaub mir auszurechnen, wie viel Energie auf Dich einwirkt, wenn Du hier aus dem vierten Stock springst und dann Deine Lebenserwartung auszurechnen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass Du es überlebst, mag anstrengend sein. Mag. Stochastik, also sprich Wahrscheinlichkeitslehre, da musst Du Dich mit statistischen Gegebenheiten …, aber glaub mir, ist der bessere Weg als es auszuprobieren. So, und Plantiefen, zusammen mit Iteration, sorgen dafür, dass Du die Downsides siehst.

Denn oft liegt der Teufel im Detail. Aber, im Detail kannst Du Dich verirren. Deswegen musst Du von oben nach unten aufsplitten, damit Du das große Ziel nicht aus den Augen verlierst und den Zweck nicht aus den Augen verlierst, aber trotzdem die Details nicht übersiehst.

So, noch ein paar Sachen dafür.

Gute Pläne basieren auf guter Beobachtung

Die letzten 25 Jahre Erfahrung mit guten und schlechten Plänen haben eine Sache gezeigt (zumindest mir, und die habe ich bei anderen verifiziert): Die Fehler liegen selten in den Plänen an sich, sondern in einer nicht korrekten Beobachtung der Ist-Situation oder einer falschen Ideal-Vorstellung.

Das heißt, man hat die Ist-Situation nicht ordentlich beobachtet und hat das Ideal nicht wirklich geschaut, ob es wirklich ideal ist.

Wirf also nicht einfach mit schlauen Ideen um Dich, sondern mach Deine Hausaufgaben und beobachte die Ist-Situation so exakt wie möglich und stelle sicher, dass Dein Ideal auch wirklich ideal ist (indem Du zum Beispiel Leute befragst, die in diesem Bereich kompetente Vertrautheit haben).

Also, bevor Du Plantiefen ausarbeitest, stell Dir die folgende Frage: “Löst meine vorgeschlagene Änderung am System (= neuer Faktor) wirklich einen aktuellen Engpass?” Da kommen wir noch dazu, gleich. Deswegen sage ich, das geht leider nicht linear.

Also, Du stellst Dir einfach immer die Frage, wenn Du irgendeine Idee hast: “Löst es einen Engpass?” Falls ja, dann macht den Erfolgalgorithmus schnell, checke Downsides, unerwünschte Wechselwirkungen, weggelassene Daten, Advocatus Diaboli. Test bestanden – weitermachen. Falls nein (80 Prozent der Fälle) stelle Deinen Vorschlag zurück, bis er zum Engpass wird. Schreibe ihn auf, aber mach nichts. Warum, wieso, werdet Ihr gleich erfahren.

Was ein Engpass genau ist, kommen wir gleich dazu.

Nächster Punkt: Man braucht Ideen, schlaue Ideen. Nicht allgemein, sondern Du musst Deinen Verstand einengen. Du findest erst den Engpass und sagst: “So, in Bezug auf diesen Engpass, hierfür hätte ich gerne schlaue Ideen.”

Wenn Du Deinen Verstand allgemein fragst, der ist wie eine künstliche Intelligenz, der antwortet so schlau wie Deine Fragen sind. Wenn Du sagst: “Mensch, welche Ideen könnte ich denn haben?” Dann pap, pap, pap, pap pap. Ja, und das sind alles Ideen, die Dein System schädigen werden, denn Du hast ja nicht gesagt: “Welche Ideen könnte ich haben, die nicht mein System schädigen und mich nach vorne bringen?” Dann würde er sagen, Dein Verstand sucht nach dem Engpass.

Aber wenn Du allgemein Deinen Verstand fragst: “Ah, welche coolen Ideen gibt es denn?” Dann brrrk! Gibt es halt eine schöne Liste an Antworten.

So, jetzt hast Du den Erfolgsalgorithmus gemacht und Test bestanden: “Nein.” Besorge Dir alle Daten und gehe den Erfolgsalgorithmus noch einmal durch, so lange, bis Deine vorgeschlagenen Änderungen den Test bestehen.

Das heißt ja nicht, wenn es nicht besteht, dass Du dann aufhörst. Dann musst Du es halt verbessern, noch mal neu, wieder durch, wieder durch, wieder durch. Das heißt Erfolgsalgorithmus und Iteration, das wirkt alles zusammen.

Angenommen “Ja”, mache eine Plantiefe 1. Also, das war ja die Frage: “Wie gehe ich vor?”

Erste Frage, bevor Du irgendeine Plantiefe machst: “Löst meine vorgeschlagene Änderung am System (= neuer Faktor) wirklich einen aktuellen Engpass?” Falls “Nein”, aufschreiben, archivieren, falls “Ja” , sehr gut. Dann durch den Erfolgsalgorithmus. Dann, wenn es sie bestanden hat, mache eine Plantiefe, dann die Plantiefen wieder durch den Erfolgsalgorithmus.

Das geht aber sauschnell, glaub’s mir, das geht sauschnell. Und hierzu gilt: Ausrechnen mag anstrengend sein, Springen ist aber schmerzhaft bis tödlich.

Durch Plantiefen kann schon der Plan in Plantiefe 1 (also ohne sich tierisch viel Arbeit mit der ganzen Detailausarbeitung zu machen) von den Advocati Diaboli auf Downsides geprüft werden. Also von den Abteilungsleitern, von den Managern, von den Leuten, die sich in dem Bereich wirklich auskennen.

Diese Vorgehensweise spart extrem viel Zeit und verhindert “Themaverfehlungen”.

Nochmal: Erfolg ist das Weglassen von Misserfolg. Das ist nichts anderes als die Anwendung davon.

Wer den besseren Filter hat, um rote Knöpfe zu filtern: Das ist der Filter. Erstens Du fokussierst Dich nur auf Engpass. Zweitens Erfolgsalgorithmus. Drittens Plantiefen. Warum? Weil Du jeweils das minimalste Investment hast, um einen roten Knopf zu finden.

Viele von Euch werden jetzt mit dem Thema Engpass noch ein bisschen Schwierigkeiten haben und sagen: “Ja, es gibt ja auch Sachen, die sind kein Engpass, die muss ich trotzdem machen.” Und so weiter. Ja, ja, da kommen wir gleich noch dazu. Ich habe Euch gesagt, Bücher sind linear, ich muss halt mit irgendwas anfangen. Also das ist die bestmögliche Reihenfolge.

Hätte ich erst mit Engpass angefangen, hättet Ihr das nicht verstanden, wenn Ihr vorher nicht Iterationen, MVP und sonst irgendwas gehabt hättet. Also irgendwas, Bücher gehen halt in einer Linie.

Also Beispiel: Die ganze Planung der Wehrmacht damals war sicher perfekt, aber leider falsch, weil sie die siebeneinhalb Zentimeter nicht berücksichtigt haben. Das heißt gut geplant, aber leider Themaverfehlung.

Teilnehmer: Wie immer ein Wahrnehmungsproblem.

Alex: Ja, er war schon bei uns auf dem Unternehmer-Coaching. Da sage ich nämlich: “Fehlentscheidungen gibt es eigentlich nicht.” Denn Euer Verstand entscheidet eigentlich immer richtig. Es sind immer Fehlbeobachtungen. Denn die Entscheidungen sind so gut wie die Informationen, auf denen man entscheidet. Und wenn die Informationen gut sind, dann wird Euer Verstand die richtigen Entscheidungen treffen. Wenn die Informationen schlecht sind, die haben was damit zu tun, mit Deinen Augen, nicht mit Deinem Verstand. Du musst ihm ja Informationen geben.

Was es ist, Du muss den Ist-Stand richtig beobachten, den Idealzustand richtig beobachten. Und die Fehlentscheidungen liegen nicht an Entscheidungen, sondern an Ist- und Ideal-Fehlern. Mag sich sehr philosophisch anhören. Arbeitet mal ein bisschen länger als Unternehmer oder ein bisschen länger im System, jetzt, nachdem Ihr das gehört habt. Und dann schaut Euch das ganze Booklet in zwei Jahren nochmal an, dann wird Euch einiges klar werden.

Letzter Punkt noch: Was ist eine Themaverfehlung? Eine Themaverfehlung ist, wenn Du zum Beispiel die ganze Logistik für das Erstellen eines Bohrturms zur Förderung von Öl, den Aufbau und auch das Bohren perfekt gemacht hast und alles wunderbar war – nur leider an der falschen Stelle!

Eine Themaverfehlung ist “Die Rechnung ohne den Wirt zu machen” oder wenn Rolls Royce sein neues Modell in Deutschland “Silver Mist” nennt. In Englisch hieß es “Silver Mist”, das heißt “Silbernebel”, “Mist” ist “Nebel”. In Deutschland hat es halt keiner gekauft.

Oder das Luxusmodell von Volkswagen. Warum kauft das keiner? Weil jemand, der ein Luxusmodell will, keinen Volkswagen kauft. Das hätten ihnen sicher Leute sagen können, bevor sie die Milliarde reininvestiert haben.

Sowohl, dass “Silver Mist” für Deutschland kein guter Name ist, als auch der VW Phaeton. Cooler Name, alles cool, aber Volkswagen / Luxus passt nicht zusammen. Volkswagen ist Durchschnitt, auch gehobener Durchschnitt oder sonst irgendwas. Aber Premium ist Premium und Volkswagen ist wie Feuer und Wasser. Denn die Leute wollen sie ja von der Masse, vom Volk abheben, deswegen wollen sie ein exquisites Auto, eins, das sich eben nicht jeder leisten kann.

Und wenn dann Volkswagen draufsteht, auch wenn das Ding exquisit ist … Ich meine, heute ist Lamborghini Volkswagen, Porsche ist Volkswagen, aber wenigstens heißt es nicht Volkswagen.

Also: Themaverfehlung ist “Die Rechnung ohne den Wirt zu machen” oder wenn Rolls Royce sein neues Modell “Silver Mist” nennt. Eine Themaverfehlung ist auch, eine Überraschungsparty für jemanden zu veranstalten, der einfach nur Ruhe haben will und Überraschung nicht leiden kann.

Durch das Nutzen des Erfolgsalgorithmus und Arbeiten in Plantiefen und Iterationen wirst Du Themaverfehlungen auf ein Minimum reduzieren können!

Also, wenn Du so möchtest, eine Themaverfehlung ist das Schlimmste, was Dir passieren kann, nämlich alles perfekt investiert, gemacht, getan, Zeit, Ressourcen, und so weiter. Und dann leider an der falschen Stelle. Die Rechnung ohne den Wirt. Und das versuchst Du zu vermeiden.

Teilnehmerin: In der praktischen Umsetzung dann, wie hältst Du dann den Erfolg fest? Bei der Plantiefe 1, 2, 3. Denn es kann ja sein, dass auf dem Weg bei der Umsetzung ja doch neue Daten oder neue Ergebnisse herauskommen.

Alex: Einfach wieder durchgehen, verbessern. Also, vom Prinzip her ist es, wenn Du so möchtest, … Plantiefen haben den Zweck, … also alles folgt dem Prinzip der Definition: Erfolg ist das Weglassen von Misserfolg. Schlussfolgerung mit blauen und roten Knöpfen: Wer den besten Filterprozess hat, also sprich wie man relativ schnell rausfindet, wo die Fehler sind, ohne groß “all in” gehen zu müssen, der gewinnt.

So, das heißt, all das ist nichts anderes als ein Filter-Mechanismus, dass Du ohne großes Investment – und das große Investment ist Umsetzung – ohne großes Investment schon die Fehler findest.

Ich mache Euch mal ein Beispiel. Wie hat man früher Autos gebaut? Ganz einfach: Man hat Pläne gemacht und sogenannte Mock-ups gebaut. Also der Ausdruck Mock-up ist praktisch so ein Mini-Prototyp, den man so gebaut hat und schön, den hat man dann den Aktionären gezeigt und die Kunden befragt, und so weiter.

Aber man hat Pläne gezeigt. So, irgendwann kam CAD dazu, Computer Aided Design. Das heißt, Du konntest das Ding komplett am Computer zeichnen und konntest es auch 3D rendern, also Du konntest das in 3D darstellen, konntest es drehen, von der Seite anschauen und so weiter.

Das war schon eine erste Erleichterung, weil man da nämlich Fehler schneller gefunden hat, denn selbst dieses Modell, da muss ja einer daneben stehen, der das im Kopf hat, und da muss einer daneben stehen, der auch bauen kann. Also es muss praktisch Ingenieur und Künstler in einer Person sein und es ist nicht so einfach.

So, und dann kam irgendwann der Punkt, dass das CAD so perfektioniert wurde, dass man praktisch das ganze Auto, nicht nur den Außenbereich, sondern praktisch den ganzen Bereich, inklusive Motor darin, konstruieren konnte.

Warum macht man das? Weil es schon mehrfach vorkam, wirklich kein Witz (also BMW hat eine Extra-Abteilung, die das verhindern soll), dass, … die einen entwickeln den Motor, die anderen entwickeln die Karosserie, die entwickeln dies, das, jenes. Soweit, so klar? Denn es kann ja nicht jeder alles. Und beim Zusammenbauen haben sie dann festgestellt, dass die Motorhaube leider nicht zu geht, weil der Motor einfach zwei Zentimeter zu hoch ist.

So, und jetzt hast Du aber alles fertig, verstehst Du, alles fertig. Und jetzt: “What the fuck!” Und um das zu verhindern, würdest Du in Iterationen vorgehen. Und wenn Du so möchtest, dass Du das Ganze erst mal am Computer darstellst und auch über den Computer simulierst und sagst: “Passt das alles ineinander? Und wie ist der Luftwiderstandswert?” Also diese ganzen wichtigen Faktoren werden alle am Computer getestet, bevor Du einen Prototyp baust.

Warum? Weil der Prototyp wahnsinnig viel Zeit kostet und wahnsinnig aufwendig ist. Und wenn Du so möchtest, Iterationen, rote, blaue Knöpfe, Plantiefen, MVP ist nichts anderes als die Computersimulationen für den Unternehmer, damit Du es nicht auf dem harten Weg rausfinden musst.

Habt Ihr das verstanden? Also einfach nur so ähnlich wie Computersimulationen. Du würdest auch keinen Piloten, nachdem Du ihn theoretisch ausgebildet hast, direkt in den Flieger lassen, sondern die gehen erstmal in den Simulator..

So, jetzt hast Du eine tolle Idee, dann simulierst Du’s hier durch und wenn Du sagst: “Ah, funktioniert nicht, neuer Durchgang.” Oder Du siehst: “Oh, das ist so falsch, meine Idee, das ist einfach ein tiefroter Knopf. Alles klar.” Wenn er so blaurot ist, kannst Du auch sagen: “Gut, kriegen wir die Downside in den Griff.”

Ich habe aber eine Erfahrung gemacht, nur so, die muss nicht immer wahr sein, ist aber in 80 Prozent der Fälle wahr. Die lautet: Wenn es schlecht nicht funktioniert, funktioniert es gut auch nicht.

In Kurzform bedeutet es Folgendes: Wenn ich irgendetwas baue und das nicht wirklich funkt, also ich baue es MVP, und es wird nicht angenommen, dann würde es auch in der verbesserten Version nicht angenommen werden.

Warum? Ich mache Euch mal ein Beispiel: Du machst jetzt irgendeine Anzeige, schaltet irgendeine Anzeige bei Facebook oder irgendwo und die funktioniert nicht. Jetzt kannst Du das Bild verbessern, den Text verbessern und so weiter, und so weiter. Also, verbessern heißt nicht abändern, sondern verbessern. Dann wird sie vielleicht funktionieren. Aber jetzt musst Du Dir vorstellen, so eine Anzeige mit 100 Euro Budget performt ja viel besser, als wenn Du da 5.000 Euro Budget drauf setzt.

Warum? Weil jedes Mal, wenn Du skalierst, machst Du Verluste. Also das ist jetzt vielleicht nicht jedem klar, aber jedes Mal, wenn Du versuchst, etwas größer zu machen, hast Du Reibungsverluste. So, das heißt, ich persönlich geh schnell her und sage “Roter Knopf” und versuche es gar nicht erst irgendwie zurechtzudengeln. Meine Erfahrung ist, dass blaue Knöpfe oft leuchten. Also so richtig, so wow! Ja? 

Und dass blaurote Knöpfe, kann man vielleicht noch einen Durchgang machen, vielleicht zwei, aber ich sag dann eher: “Ne, neuer Versuch.” Also, die Gefahr ist einfach, dass man ein lahmes Pferd zu einem Renngaul machen möchte. Das will ich damit sagen. Also sprich, wenn die MVP-Version schon nicht wirklich funktioniert.

Du hast ja unendlich viele Möglichkeiten an Köpfen. Warum Dich jetzt mit einem rumschlagen? Es ist einfach ein Numbers Game, das will ich damit nur sagen.

Könnt ihr aber natürlich machen wir Ihr wollt. Meine Erfahrung ist nur die, wenn wir hier in der AF Media irgendwas machen, und das funktioniert im Kleinen als MVP nicht, hat es noch nie im Großen perfektioniert funktioniert. Warum? Weil schau, wenn Du jetzt zum Beispiel eine Anzeige schaltest und sie funktioniert als MVP, also sie bringt das richtige Einnahmen/Ausgaben-Verhältnis, das heißt okay, sie kostet so viel, bringt so viel.

In dem Moment, wo ich es skaliere, wird’s eh schlechter. Dafür habe ich jetzt aber die Möglichkeit, es zu verbessern. Verstehst Du, wie ich meine? Wenn ich es aber schon perfekt haben muss, damit es überhaupt funktioniert, dann wird es die Skalierung – also sprich, das ich’s in größerer Form mache – nicht überstehen.

Oder wenn ich ein Auto baue, das ich nur mit den intelligentesten Facharbeitern zusammengebaut kriege oder jeder zweite am Fließband Ingenieur sein muss, dann kriege ich es natürlich irgendwie hin. Aber wie will ich das denn jetzt in Serie bauen? Das will ich damit sagen.

Und daraus hat sich bei uns der Daumenwert entwickelt: Wenn es in der MVP-Version nicht funktioniert, funktioniert es in der perfekten Version erst recht nicht.

Also als Beispiel: Wenn die MVP-Variante zur damaligen Zeit von Instagram nicht angenommen worden wäre, dann hättest Du sie auch verbessern können, dann wäre sie trotzdem nicht angenommen worden.

Und wenn Du heute die MVP-Variante von Instagram nehmen würdest, dann würde sie auch nicht angenommen werden. Warum? Weil eine Idee zum Zeitpunkt X, zum Zeitpunkt des jeweiligen Systemzustands, funktioniert und nicht zu jeder Zeit. Also auch ein Bill Gates oder wie auch immer die heißen, wenn die nicht X-Mal hintereinander den Erfolg wiederholt haben, mit völlig neuen Firmen, hast Du auch immer “Zur richtigen Zeit am richtigen Ort”-Komponenten dabei.

Was übrigens für Trump spricht, weil ich sage mal, es zum Milliardär zu schaffen und richtig pleite zu gehen und es wieder zum Milliardär zu schaffen, schließt definitiv das Zufallsprinzip aus. Irgendwas muss er raus haben mit blauen und roten Knöpfen, auch wenn er recht unbeliebt ist, aber das ist mal ein Fakt.

Und das können die wenigsten anderen Präsidenten von sich behaupten und auch die wenigsten anderen Milliardäre. Steve Jobs zählt auch dazu. Ja, der hat auch mehrere Unternehmen hochgezogen, aus völlig unterschiedlichen Branchen.

Also: Planung ist die schlaue Idee, wie man Ist zu Ideal bringt. Es ist aber auch, gerade mit Plantiefen, ein Test auf blaue und rote Knöpfe, ein Durchsimulieren am Computer, in Anführungszeichen.

Teilnehmer: Dieses Jahr werden wir das allererste Mal ein eigenes Produkt an den Markt bringen, zusammen mit einem Partner, der auf uns zugekommen ist und uns die Idee und auch schon das MVP quasi übergeben hat. Mit dem zusammen machen wir das dann jetzt und ich frage mich, wie wir den roten bzw. den blauen Knopf prüfen können. Und wir hatten dann die Idee, dass wir das Produkt gar nicht erst herstellen lassen, sondern einfach schon mal zum Kauf anbieten.

Und kauft dann überhaupt einer? Mit der Gefahr, dass ich nachher alles stornieren darf, weil wir nichts haben? Ich habe da so ein bisschen Angst vor, weil dann die Idee auch raus ist. Die Leute wissen Bescheid. Und so weiter. Wie siehst Du das?

Alex: Ich würde es so machen. Natürlich. Jede Upside hat eine Downside. Jede Downside hat eine Upside. Ich kann Dir aber sagen, die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Idee nicht funktioniert und ich würde eine Idee, die nicht auf den Engpass, also sprich, … wir haben gesagt, wir holen uns Advocatus Diaboli rein, wenn Du jetzt eine Idee hast, also die, die das Negative suchen sollen, da wird sich dann eine Schwäche herauskristallisieren, wo Du sagst: “Hm, stimmt.”

Und auf die machst Du einen Test. Und bei neuen Produkten ist es immer: verkauft es sich? So, jetzt gibt es natürlich verschiedene Möglichkeiten. Du kannst diese Tests natürlich begrenzt machen. So, aber irgendwie ist halt natürlich Duschen ohne nass werden nicht möglich. So, ich würde es schon testen, an Deiner Stelle, halt jetzt nicht voll ausgerollt, nur sehr limitiert, mit einer speziellen Targetierung auf spezielle Zielgruppen, nur limitiert auf eine gewisse Zeit.

Aber weißt du, die Leute, die etwas kopieren, die kopieren ja deswegen, weil sie wissen, dass es sehr schwierig ist, einen Bestseller oder etwas Erfolgreiches hinzukriegen und weil sie selber zu dumm und zu unkreativ sind, welche rauszufinden und weil sie den Erfolgsalgorithmus nicht haben. Deswegen versuchen sie zu klauen. Ja, so, aber wenn Du jetzt einen Test machst, ist ja damit noch nichts bewiesen.

Bei uns ist es zum Beispiel so, dass die Leute manchmal so dumm sind, unsere Tests zu kopieren, worüber ich mich dann immer freue. Also irgendwie haben wir so das Marken-Ding: “Was der Fischer anfängt, funktioniert irgendwie.” Deswegen wird da alles kopiert. Was die nur nicht wissen, ist, dass das Tests sind und dass wir von diesen Tests ungefähr 20 in die Mülltonne schmeißen. So, das heißt, viel Spaß beim Kopieren. Genau.

Also, ich würde immer testen, keine Ausnahme. Es heißt ja nicht, dass Du es komplett testen musst. Du musst halt überlegen dann, okay, wie. Also der Test selber hat ja auch Downsides. Das Produkt ist raus, es ist bekannt. Okay, die Downside, ich muss stornieren, okay, ich denke, die ist akzeptabel.

Du musst auch noch was anbieten, dann dafür, dass Du sagst Wiedergutmachung. Das hängt ja davon ab, wie lange Du es testest und wie groß. So 5.000 Stornos sind natürlich was anderes als 50. Erster Punkt.

Zweiter Punkt: Die zweite Downside ist: Idee ist raus. Dann überlegst Du Dir halt: “Wie begrenzen wir die Downside?” Aber ich würde auf keinen Fall etwas ungetestet ausrollen. Auf keinen Fall, wegen der Wahrscheinlichkeit 1:30 gegen dich.

Wenn Du Procter & Gamble bist, kannst Du einen vollen Productlaunch machen, weil es denen wurscht ist, wenn sie eine halbe Milliarde verlieren, weil das in ihr Budget passt. Aber wenn Du das nicht bist und Du limitiertere Ressourcen hast, würde ich ich es testen. Und die Idee: “Oh, ich habe Angst, meine Idee kundzutun.”

Schau mal, es gibt ja Ideen und es gibt umgesetzte Ideen. Und die Leute, die Ideen umsetzen können, denen mangelt es nicht an Ideen, sondern an Umsetzern. Zu mir kommen immer Leute, begeistert: “Boah, ich habe eine tolle Idee.” Da fange ich schon’s Schielen an. Ideen sind billig, die sind wirklich billig. Eine umgesetzte, funktionierende Idee ist wertvoll. So, und wenn Du da jetzt eine Idee raus haust, die Leute haben immer Angst, dass ihre Ideen, ihre genialen Sachen geklaut werden.

Aber keiner, der das umsetzen könnte (also es gibt Umsetzer), interessiert sich für Deine Idee, weil der Engpass nicht Ideen sind, sondern umgesetzte, funktionierende Ideen. Also ich fürchte da, ich hatte das früher auch in meinem Kopf und so: “Gott, das klaut dann einer und kopiert einer!” Nein. Denn die, die es kopieren und umsetzen könnten sind sehr selten und die sind alle beschäftigt.

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