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Warum das Schulsystem uns den Spaß am Lernen verdorben hat …

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Jetzt stellst Du Dir vielleicht die Frage, warum man in der Schule / Universität auf Prüfungen, Zertifikate und Zeugnisse lernt und kaum auf Anwendung hin? 

Das hat seinen Ursprung in der Herkunft unseres Schulsystems. Das Schulsystem wurde ursprünglich zu Zeiten der industriellen Revolution von Konzernbossen eingeführt, um fleißige Arbeiterbienchen auszubilden. 

Damals brauchte man keine selbstdenkenden Menschen, sondern Leute, die keine Fragen stellten und die Dinge genau so machten, wie es sich das Management ausgedacht hatte. 

Kurz: Verstehen war nicht notwendig beim Produzieren von Stahlträgern.

Gleichschaltung ohne individuelle Förderung

Ein zusätzlicher Fehler ist, dass alle Schüler über einen Kamm geschert und nach einer immer gleichen Ausbildungs- und Prüfungsmethode beurteilt werden. Die unterschiedlichen Fähigkeiten und Talente der einzelnen Individuen werden dabei völlig außer Acht gelassen. Dabei ist es offensichtlich, dass man nicht von jedem dieselbe Leistung oder Begeisterung für eine bestimmte Aufgabe erwarten kann – weil jeder seine individuellen Fähigkeiten und Vorlieben hat, die eigentlich gefördert werden müssten!

Was Du in modernen Schulsystemen unbewusst “lernst” und untergejubelt bekommst  

Das Schulsystem hat auch (bedingt durch seine Herkunft) verschiedene versteckte Nebenzwecke:

Verborgene Zwecke der Schule (der versteckte Lehrplan)
(entsprechend der Absichten der Industriebosse von 1820)
Absichten, die Du beim Lernen verfolgen solltest
Den Studenten Obrigkeitshörigkeit beizubringen (brauchte man in Konzernen)Selbst zu denken und “Meinungen” (egal von wem) kritisch zu hinterfragen
Die Studenten an gewisse Regeln zu gewöhnen (“Wenn du nicht machst, was der Chef (Lehrer) sagt, dann wirst du bestraft …”)Den Zweck von etwas zu verstehen und so selbst zwischen sinnvollen und nicht sinnvollen Regeln unterscheiden zu können
Zu lernen, wie man richtig Entscheidungen trifft, da Du so eigenverantwortlich arbeiten kannst
Die Studenten bekommen beigebracht, pünktlich zu sein, nicht aufzufallen und in der Masse zu verschwinden Dich nicht in der Masse zu verstecken, sondern immer mehr über einen Bereich zu erfahren, um so mehr Verantwortung übernehmen zu können
Die Studenten lernen, Autoritäten (Lehrern) nicht zu widersprechen, selbst wenn einem etwas unlogisch vorkommt Selbst genug Verstehen über ein Gebiet zu haben, um nicht von “Autoritäten” abhängig zu sein Wirkliches Verstehen anzustreben, sodass Du in der Lage bist, Unlogiken zu erkennen und anzusprechen (denn: “Autoritäten” machen auch Fehler – und zwar jede Menge …)
Die Studenten lernen, dass tiefgehendes Verstehen nicht erwünscht ist (man könnte ja sonst unangenehme Fragen stellen), sondern der belohnt wird, der einfach diszipliniert das macht, was man ihm sagt Tiefgehendes Verstehen anzustreben, um es in der Praxis anzuwenden
Den Zweck und das Ergebnis von etwas solange zu hinterfragen, bis Du es wirklich gut verstanden hast und es logisch für Dich ist 
Den Leuten brutale Frusttoleranz und Disziplin einzudrillen (Hinweggehen über missverstandene Worte und Texte / Inhalte, die nicht konzeptionell verstanden wurden)Missverstandene Worte aufzuklären, um wirkliches, konzeptionelles Verstehen zu erreichen, das Du im Leben anwenden kannst
Spaß am Lernen aufrechtzuerhalten (und, wenn der Spaß verloren geht, zu wissen: “Es läuft etwas schief” und dies aufzuklären)

Das Problem in Kurzform erklärt: Du als Student hast nie gelernt, wie man lernt, um Inhalte erfolgreich anwenden zu können. Du kennst die Techniken nicht, Du hast bisher keinerlei Studiertechnologie*.

Merke: Wir leben nicht mehr in der industriellen Revolution und wir wollen auch keine dressierten Leute werden. Menschen und Firmen, die es wirklich gut meinen, wollen starke, selbstdenkende, fähige Mitstreiter. Darum ist der Zweck des Studierens ausschließlich:
“Dinge zu begreifen, um sie anwenden zu können” 

Mit Anwendung meinen wir:
“mit dem Gelernten, dem Wissen und dem Begreifen wertvolle* Ergebnisse erzielen zu können”


Video-Briefing

Video Vorschau

Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “High-Tech-Lernen (& -Lehren)”

Warum das Schulsystem uns den Spaß am Lernen verdorben hat …

Warum das Schulsystem uns den Spaß am Lernen verdorben hat. Jetzt stellst Du Dir vielleicht die Frage: “Warum man in der Schule oder der Universität auf Prüfung Zertifikate und Zeugnisse lernt und kaum auf Anwendung?” Das hat seinen Ursprung in der Herkunft unseres Schulsystems. 

Das Schulsystem wurde ursprünglich zu Zeiten der industriellen Revolution von Konzernbossen eingeführt, um fleißige Arbeiterbienchen auszubilden. Damals brauchte man keine selbstdenkende Menschen, sondern Leute, die keine Fragen stellten und die Dinge genau so machten, wie es sich das Management ausgedacht hatte. Also die Leute – die Manager –, wie die das halt haben wollten, die Abläufe und Prozesse.

Kurz: Verstehen war nicht notwendig beim Produzieren von Stahlträgern oder Eisenbahnschienen.

So, und hier siehst Du es eigentlich relativ deutlich. Hier ist der Lehrer – sehr autoritär –, da die Schüler – alle brav in Uniform –, schön “uniform”, alle in der gleichen Form. Das war das Ziel: nämlich, dass dort einfach fleißige Arbeiterbienchen draus wurden. 

Durch Google oder jetzt durch moderne künstliche Intelligenz, ChatGPT und Co braucht man das eigentlich nicht mehr, weil Maschinen können das besser – Speichern von Daten können die besser – als der Mensch. Menschen können aber intelligente Fragen stellen. Das schafft die künstliche Intelligenz vielleicht eines Tages auch noch. 

Tatsächlich ist es eigentlich so, dass jetzt jeder genau genommen seinen Co-Piloten hat, seinen Privatlehrer, und zwar in der Tasche, am Handy sogar per Spracheingabe. Also Du kannst bei der ChatGPT-App einfach per Spracheingabe Fragen stellen und er beantwortet es Dir direkt. Also, es ist wie wenn Du Dich mit dem Lehrer unterhältst oder dem Ausbilder oder einem Fragenbeantworter. 

Und tatsächlich haben wir heute ganz andere Anforderungen. Wir brauchen Leute, die kritisch denken, die verstehen, die hinterfragen, die sich überlegen: “Sind die Ideale noch die Ideale? Was könnte man verbessern? Wie erreichen wir den Zweck der Sache, also den Grund, warum wir es tun, noch besser?”

Und Du brauchst eigentlich heute genau die Leute, die man früher in der Schule nicht haben wollte. 

So, und wenn Du mal anschaust: Vor 200 Jahren ein Telefon, wie sah das aus? Ja, so ein schwarzes Ding mit so einer Wählscheibe. Die Wählscheiben, die gab es ja auch noch bis vor 40, 50 Jahren. 

Und wenn Du Dir einfach alles anschaust, Küchen … Egal was Du Dir anschaust – es sieht überhaupt nicht mehr so aus wie vor 200 Jahren. Das Einzige, was noch genau gleich ausschaut wie vor 200 Jahren, ist die Schule: Schulbänke, Schüler, Lehrer vorne, Tafel. Da hilft es auch nichts, wenn man jetzt ein Multimedia-Board reinstellt. Deswegen sieht es immer noch gleich aus, nur moderner. Und früher brannten da vielleicht Öllampen, jetzt sind es halt Neonleuchten. 

Aber vom Prinzip, wenn Du es Dir anschaust: Wie hat man sich früher fortbewegt? Mit Pferden. Heute mit Autos. Wenn Du es Dir anschaust, wirst Du feststellen: Es hat sich alles wahnsinnig viel verändert, aber das Schulsystem nicht. Und das ist ein Fehler. 

Heute ist das Schulsystem nicht unbedingt dafür da, um Arbeiterbienchen klassisch für Stahlträger zu produzieren, aber es steht immer noch unter dem Einfluss von Großkonzernen und von Konzernen. Und auch die Universität bildet genau genommen nicht aus für den Mittelstand, nicht für Leute, die gut im Leben zurechtkommen, sondern einfach für Zahnrädchen in Konzernen. 

Und jetzt schauen wir uns mal an, was Du im modernen Schulsystem unbewusst lernst und auch untergejubelt bekommst. Das Schulsystem hat auch, bedingt durch seine Herkunft, verschiedene versteckte Nebenzwecke. Das ist jetzt keine Kritik, von wegen “bei uns ist alles scheiße” oder sonst irgendwas, sondern die Sachen sind einfach wie sie sind.

Genau genommen sind eigentlich sehr viele Leute Opfer des Schulsystems. Nicht nur die Schüler, auch die Lehrer, die es frustriert, dass die Schüler keinen Bock haben, bis hoch zu den Rektoren und so weiter. Warum es bis jetzt noch nicht verändert wurde, sollte man mal die Leute vielleicht im Kultusministerium fragen. Das ist praktisch das Ministerium, das dafür zuständig ist. 

Verborgene Zwecke der Schule entsprechend den Absichten der Industriebosse von 1820. Den Studenten Obrigkeitshörigkeit beizubringen, brauchte man gerade in diesen großen Industrien und Konzernen. 

Die Absichten, die Du beim Lernen aber verfolgen solltest, sind nämlich ganz anders. Du solltest lernen, selbst zu denken und Meinungen – egal von wem –, kritisch zu hinterfragen. Denn eine Meinung sind richtig oder falsch interpretierte Fakten. Oder sagen wir mal so, sie sind ein richtig oder falsch interpretiertes Etwas. Und das Etwas können sein: Fakten. Das können fehlende Fakten sein, falsche Fakten. Es können wiederum Meinungen sein. 

Aber lange Rede, kurzer Sinn: Eine Meinung ist immer eine Interpretation. Und eine Interpretation ist immer subjektiv und somit solltest Du Meinungen selber hinterfragen und sie nicht einfach schlucken. 

Weitere verborgene Zwecke: den Studenten an gewisse Regeln zu gewöhnen. Wenn Du nicht machst, was der Chef oder Lehrer sagt, dann wirst Du bestraft. 

Was Du aber machen solltest, Du solltest versuchen, den Zweck von etwas zu verstehen, also den Grund: warum? Warum tun wir das? Was bringt das? Warum macht man das? Um so selbst zwischen sinnvollen und nicht sinnvollen Regeln unterscheiden zu können? Du willst also lernen, wie man richtige Entscheidungen trifft, da Du nur so eigenverantwortlich arbeiten kannst.

Und hier kommen wir zu einem wichtigen Punkt mit der künstlichen Intelligenz. Die künstliche Intelligenz wird nicht Dein Job klauen, sondern jemand, der mit künstlicher Intelligenz arbeitet, wird Deinen Job klauen. Sondern eine künstliche Intelligenz ist nichts anderes als ein Assistent, ein Zuarbeiter. 

Du wirst feststellen, wenn Du bisher als Zuarbeiter arbeiten wolltest – also jemand, der die ganze Zeit Anweisungen braucht –, dann wird es die künstliche Intelligenz besser können als Du. Wenn Du aber als Verantwortlicher arbeitest, also sprich der, der sagt: “Okay, ich habe den Zweck verstanden. Ich weiß, wo ich hin will in meinem Job oder soll. Und ich stell die richtigen Fragen und gebe die richtigen Anweisungen sowohl an Mitarbeiter als auch an künstliche Intelligenz, also an Lieferanten”, dann wirst Du immer einen Job haben. 

Du wirst aber feststellen, wenn Du die Zwecke von etwas nicht verstehst, sondern nur auf Obrigkeiten hörst, dann wirst Du immer eine Art Assistent bleiben. Und glaub mir, künstliche Intelligenz kann das besser.

Die Studenten bekommen beigebracht, pünktlich zu sein, nicht aufzufallen und in der Masse zu verschwinden. Ihr wisst es sicher, ob Du es kannst oder verstanden hast, ist nicht wichtig. Wichtig ist: intelligent aussehen, nicken, nicht auffallen, sonst wirst Du aufgerufen, was Du nicht willst. 

Was Du aber wirklich möchtest, ist: Du möchtest Dich nicht in der Masse verstecken, sondern Du möchtest immer mehr über einen Bereich erfahren, um so mehr Verantwortung übernehmen zu können. Denn Zuarbeit, vorbereitende Tätigkeiten, Daten recherchieren und so weiter, das ist nicht das, was man von Dir langfristig gebrauchen kann. Das wird künstliche Intelligenz übernehmen. 

Außerdem versteckter Zweck: den Studenten zu lehren, Autoritäten – also auch Lehrern – nicht zu widersprechen. Und das, selbst wenn einem etwas unlogisch vorkommt. Was Du tatsächlich willst, Du willst eigentlich selbst genug Verstehen über ein Gebiet haben, um nicht von Autoritäten abhängig zu sein. Du willst wirkliches Verstehen anstreben, sodass Du in der Lage bist, Unlogiken zu erkennen und anzusprechen, denn Autoritäten machen auch Fehler, und zwar jede Menge. 

Vor 400 Jahren haben die ganzen Mediziner empfohlen: “Hey, der hat Bauchweh, lassen wir ein bisschen Blut ab, Aderlass.” “Oh, der hat eine Infektionen.” Gut, sie wussten nicht, was eine Infektion ist, lassen mehr Blut ab und so weiter. Wenn Du damals gesagt hast: “Na, finde ich nicht so sinnvoll.” Dann hieß es: “Setzen, sechs!” 

Nächster Punkt: Die Studenten lernen, dass tiefgehendes Verstehen nicht erwünscht ist. Man könnte ja sonst unangenehme Fragen stellen. Also man will ja nicht, dass Du bei den Eisengießern unangenehme Fragen stellst (von damals). Sondern der wird belohnt, der einfach diszipliniert das macht, was man ihm sagt. 

Tatsächlich, heutzutage solltest Du tiefgehendes Verstehen anstreben, um es in der Praxis anzuwenden. Den Zweck und das Ergebnis von etwas so lange zu hinterfragen, bis Du es wirklich gut verstanden hast und es logisch für Dich ist. 

So, Du musst also – wenn Du etwas tun möchtest –, eigentlich verstehen: Was ist denn der Grund, warum ich es tue? Welchen Zweck soll das erfüllen, was ich tun soll? Und dann musst Du aber auch wissen, was soll da unten ganz genau rauskommen? Und wenn Du das nicht verstanden hast, dann wird das immer im Chaos enden.

So, und dafür musst Du nachfragen können. Dafür musst Du keine Angst vor Autoritäten haben. Dafür musst Du auch kritische Fragen stellen können, auch so etwas. Es gibt da ganz komische Ideen dazu. 

Ich betreue selber hier in verschiedenen Coachings und Ausbildungen Hunderte von mittelständischen Unternehmern – die unterscheiden sich natürlich zu Großkonzernen –, aber jeder von denen würde sich freuen, wenn seine Mitarbeiter höflich, aber mit Hirn widersprechen würden oder einen besseren Vorschlag machen würden. Keiner würde sich darüber aufregen, nicht einer, die sagen immer: “Hmm, es wäre mal schön, wenn da einer käme. Aber stattdessen stehen die alle stramm, schön autoritätshörig ‘Oh, ist ja der Chef, der wird es schon besser wissen’.”

Und nee, das ist eben nicht so. Der Chef sieht aus seiner Position – aus der höheren Position – besser, aber die Mitarbeiter an der Basis haben viel mehr Details. Und nur wenn man beide Dinge zusammenbringt, kriegt man wirkliche Ergebnisse. 

Ein weiterer Punkt: den Leuten brutale Frusttoleranz und Disziplin einzudrillen. Das macht man, indem man sie hinweggehen lässt über missverstandene Worte und Texte und über Inhalte, die nicht konzeptionell verstanden wurden. Das hält kein Mensch aus. Das macht Dein Verstand nicht mit. Das ist überhaupt nicht verstandesgerecht, das ist Folter. Trotzdem wird es so gemacht. Und der einzige Punkt ist, den Leuten brutale Frusttoleranz und Disziplin einzudrillen. 

Stattdessen solltest Du missverstandene Worte aufklären, um wirkliches konzeptionelles Verstehen zu erreichen, das Du im Leben anwenden kannst. Außerdem solltest Du Spaß am Lernen aufrecht erhalten und wenn der Spaß verloren geht, zu wissen, es läuft etwas schief und zu wissen, was man dann macht. 

So wäre es eigentlich. Es ist aber nicht alles, nur eine kurze Auflistung. Zum Beispiel lernst Du in der Schule erstmal, dass es nur um Zahlen geht. Eins ist gut, sechs ist schlecht. 100.000 Euro sind besser als 50.000 Euro. Du wirst dann vorbereitet auf das Leben: immer, die ganze Zeit, Dich nur um Zahlen zu kümmern. Ja? Das sind einfach nur Zahlen. Klar, haben sie eine Bedeutung, aber Du wirst praktisch total auf Zahlen fixiert.

So und jetzt kommt der nächste Punkt: Wie ist es denn im Leben wirklich? Im Leben lernst Du durch Fehler und Du machst Fortschritt, indem Du den gleichen Fehler nur einmal machst. Wenn Du ihn zweimal, dreimal, viermal machst, das nennt man Dummheit im Leben. Aber ein Fehler das erste Mal zu machen ist keine Dummheit, sondern das ist ein Lernprozess. Und tatsächlich lernst Du mehr aus dem, was Du falsch machst, als aus dem, was Du richtig machst. 

In der Schule ist es aber so: Du machst einmal einen Fehler, dann wird es bewertet in einer Note und dann wird es nicht korrigiert, nicht verbessert, gar nichts, sondern dann geht es gleich zum Nächsten. 

Das ist aber nicht so im Leben. Im Leben machst Du einen Fehler. Dann wiederholst Du es, dann machst es besser, dann machst Du es besser und dann machst Du es besser und irgendwann wirst Du halt exzellent. 

Und die Leute, die es auf den ersten Schritt irgendwie drauf haben, es von Anfang an exzellent zu machen, das sind dann die Einser-Schüler. Zu meiner Zeit war es aber so, als ich in der Schule war – ich habe ein bayerisches Gymnasium mit bayerischem Abitur besucht. Eltern, beide Lehrer, aber nicht nur das, der Onkel war Oberstudiendirektor von einem Gymnasium in München und so weiter … Ich komme da aus einer ganzen Lehrer-Dynastie. Und die meinten es auch alle gut, keiner von denen meinte es irgendwie schlecht oder wollte irgendwen vergewaltigen oder sonst irgendwas tun, aber sie kannten es ja auch gar nicht anders. 

Und wenn ich dann meine Eltern befragt habe, die mir sicherlich nichts Böses wollen, dann hab ich gesagt: “Ja sag mal, was ist denn eigentlich der Zweck der Schule? Ist es jetzt auszusortieren oder auszubilden? Ist es zu selektieren oder zu optimieren?” Also verstehst Du: Willst Du Leute aussortieren oder kategorisieren oder möchtest Du sie ausbilden? Ja? Das sind zwei widersprüchliche Zwecke, weil Du musst Dich ja jeweils anders verhalten. Wusste keiner so genau, irgendwie eine Mischung draus. Ja, Du wirst auf Zahlen gedrillt. 

Und Du lernst dabei eine Sache, die im Arbeitsleben total schädlich ist: Du kriegst Angst, Fehler zu machen. Du solltest Angst davor haben. 

Angst ist sowieso kein guter Ratgeber, aber wenn Du irgendwas blöd finden sollte, dann wäre es: Fehler zu wiederholen, die Du schon mal gemacht hast. Das wäre sehr blöd. Aber Fehler sind ein wichtiger Bestandteil des Lernens. Und davor kriegst Du Angst. Das ist doch schrecklich. 

Genau genommen ist Dein Fehler, den Du früh machst, das Wertvollste, was Dir passieren kann. Weil aus diesem Fehler, wenn Du dann wirklich draus lernst, also, auch gerade Fehlerkultur – wie geht man mit Fehlern um, wie macht man das? – ist unermesslich wichtig, unermesslich wichtig.

Und im praktischen Leben – als Unternehmer oder auch als Familienoberhaupt, als Familienmitglied – – musst Du einfach wissen, dass Fehler eine gute Sache sind. Kommst Du aber aus der Schule, denkst Du, Fehler wären die Pest. 

Also ein Fehler einmalig zu machen – nicht fahrlässig, ihn einmalig zu machen –, ist total okay, braucht man zum Lernen. Ihn mehrfach zu machen oder ihn fahrlässig zu machen, das heißt, er hätte verhindert werden können, das ist nicht gut. Aber nichts davon ist richtig dramatisch. Fehler haben Ihren Platz! 

Das Problem in Kurzform erklärt: Du, als Student, hast nie gelernt, wie man lernt, um Inhalte erfolgreich anwenden zu können. Du kennst die Techniken nicht. Du hast keinerlei Studiertechnologie. Du weißt einfach nicht, wie man es macht, dazu bist Du nie ausgebildet worden. 

Es wäre doch irgendwie schlau, wenn Du 13, 14, 15, 18 Jahre in der Schulbildung bist – je nachdem, ob Du Uni machst oder nicht –, wäre es doch irgendwie schlau – und dann lebst Du ja noch ein bisschen länger und musst wahrscheinlich auch noch was lernen –, wenn Du irgendwie die Werkzeuge kennen würdest, wie man wirklich Verstehen erreicht. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Wir leben nicht mehr in der industriellen Revolution und wir wollen auch keine dressierten Leute werden. Und wir zumindest und die Unternehmer, die wir kennen, wollen auch keine dressierten Leute haben. Sie wollen verantwortliche, selbstdenkende Leute.

So und Menschen und Firmen, die es wirklich gut meinen, wollen starke, selbst denkende, fähige Mitstreiter. Darum ist der Zweck des Studierens ausschließlich: “Dinge zu begreifen, um sie anwenden zu können! Dinge zu begreifen, um sie anwenden zu können!” Mit Anwendung meinen wir: “Mit dem Gelernten, dem Wissen und dem Begreifen wertvolle Ergebnisse erzielen zu können.”

Was bringt Dir das, wenn Du Maschinenbauingenieur bist, aber keine Maschine bauen kannst? Was bringt Dir das, wenn Du Architekt bist, aber nicht weißt, wie man ein Haus baut? Und glaub mir, es gibt genügend Architekten, die wissen theoretisch, wie man ein Haus baut, haben aber noch nie eines gebaut. Und gerade in den kaufmännischen Berufen gibt es wahnsinnig viele Theoretiker, die, wenn sie selber mal ran müssten, keinen Plan hätten. 

Das ist auch bei unseren Politikern, die den Selbstständigen und Unternehmern dauernd Ratschläge geben und sagen: “Ja …” Kürzlich habe ich ein Interview gehört, da heißt es: “Ja Mindestlohn, der muss hoch” und so weiter. Und dann sagt ein anderer: “Naja, der Mindestlohn, der muss ja auch erwirtschaftet werden.” Und dann sagt die Politikerin: “Ja, unsere Mitarbeiter bekommen mehr als den Mindestlohn.” Sagt er: “Ja, in Ihrem Fall wird das ja auch vom Staat bezahlt und deswegen ist das ja kein Problem. Wenn du es selber erwirtschaften müsstest, wäre das ein Problem.” Ja, und dann war es still. Aber das ist ja nicht so schlimm. Dinge sind halt, wie sie sind. 

Der Zweck des Studierens ist: ausschließlich Dinge zu begreifen, um sie anwenden zu können. Ich weiß, wenn Du Schüler oder Student bist, musst Du auch noch Deine Prüfung bestehen. Leider sind diese Prüfung aber nicht so sehr auf Anwendung bezogen, sondern sind noch nach den alten Prinzipien des Schulsystems. Aber keine Sorge, ich gebe Dir die einfachste Lösung, wie Du beides erreichst. Eins nach dem anderen. 

Mit Anwendung – noch mal – meinen wir: mit dem Gelernten, mit dem Wissen und dem Begreifen wertvolle Ergebnisse erzielen zu können. Warum lernst Du irgendwas, wenn Du damit kein Ergebnis erzielst? Kannst es auch lassen. Es sei denn, Du möchtest Gehirn schussern. Also, Du möchtest einfach Gedanken hin- und her schießen, weil Dir sonst langweilig ist. Das halte ich aber nicht für sinnvoll. Das ist das, wie es leider ist. Und das ist das, wie es natürlich sein sollte. Stimmt Ihr mir dem zu?

Teilnehmer: Ja, ich stimme dir auf jeden Fall zu. Ich sehe nur, dass jetzt, wenn das jemand guckt, er zum Beispiel kleine Kinder hat, wie ich ja auch, dass er irgendwie Depressionen dann bekommt.

Alex: Ja, aber da braucht er keine Depression zu bekommen. Das zeige ich Dir noch hintendran, wie man trotzdem damit gut drankommt. Also, als Eltern musst Du auf jeden Fall unterstützend sein, weil die Kinder sind sonst verloren. Die sind wirklich verloren und die Kinder kriegen erst recht Depressionen. 

Aber es gibt Mittel und Wege; die sind in diesem Booklet beschrieben.

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