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Weniger gefährliche Situationen, bei denen Du trotzdem wachsam sein solltest

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Die folgenden Situationen sind weniger gefährlich. Dennoch musst Du (da Du in Systemen arbeitest) Vorsicht walten lassen:

  • Duplikation bestehender Faktoren (= etwas bestehendes wiederholen)
  • Optimierung bestehender Faktoren (= etwas funktionierendes leicht verbessern)
  • Einführung neuer Faktoren in limitierte Subsysteme (= z. B. neue Schreibtische für die Buchhaltungsabteilung)
  • Lösung von Engpässen oder offensichtlichen “Löchern” in Subsystemen (= “ein Loch stopfen”)
  • Erschaffen neuer (Sub-)Systeme in völliger Isolation zum bestehenden System (= neue Vertriebsform, mit neuen Leuten in einem getrennten Büro)

Duplikation bestehender Faktoren

Werden bereits bestehende und funktionierende Faktoren vervielfältigt, ist die Gefahr für negative Auswirkungen geringer (beachte: geringer! Nicht: nicht vorhanden!). 

Beispiel: Aus bestehenden Koi werden neue gebrütet. Oder: Ein erfahrener Oberkellner lernt einen neuen Kellner ein.

Beispiel: Du hast ein Rezept für einen Kuchen, der sehr gut ist und den Du schon oft gebacken hast. Davon möchtest Du jetzt 3 Stück für eine Party backen. Das ist relativ sicher. Beachte nur, dass “Skalierung” an sich auch ein Faktor ist. Zum Beispiel könnte es sein, dass Du keine Schüsseln hast, die groß genug sind, oder nicht genug Platz im Kühlschrank. Auch das Handling von 3 Kuchen ist eine ganz andere Sache als von einem.

Optimierung bestehender Faktoren

Du verbesserst bestehende Faktoren, um die Downside mehr zu begrenzen, sodass netto mehr Upside übrig bleibt. 

Beispiel: Du machst eine Liste der Leute, die in Deinem Leben eine besondere Rolle spielen. Diese Leute fragst Du, was ihnen wichtig ist, was sie von Dir erwarten würden und was Du ihnen liefern könntest, um ihnen zu helfen. Natürlich könnte das Wechselwirkungen auslösen, die positiven dürften aber überwiegen.

Beispiel: Du bist in der Sales-Abteilung und hast ein funktionierendes Verkaufsgespräch. Dir fällt aber auf, dass Du Dein Follow-up (Nachhalten) digitalisieren könntest, um Zeit zu sparen. Weil Du schlau bist, machst Du beide Sachen erst mal parallel, damit nicht viel schief laufen kann.

Einführung neuer Faktoren in limitierte Subsysteme

Werden in völlig abgegrenzten Subsystemen neue Faktoren eingeführt und Du stellst sicher, dass kaum oder nur sehr wenig Übertragung auf andere Teile des Systems stattfindet, ist auch das eine weniger gefährliche Situation. 

Beispiel: Eine Warenhauskette nimmt ein neues Produkt auf, testet es aber erstmal nur in einer Filiale.

Beispiel: Plattformen wie Facebook oder Instagram führen oft neue Funktionen zunächst bei einer kleinen Gruppe von Nutzern ein, um Feedback zu sammeln und “Kinderkrankheiten” zu beheben, bevor sie diese für alle Nutzer freischalten.

Lösung von Engpässen oder offensichtlichen “Löchern” in Subsystemen

Wenn bekannte Engpässe gelöst oder offensichtlich Fehlendes in untergeordneten Systemen eingefügt wird, ist das ein weniger großes Risiko. Wichtig: Gehe den korrekten Engpass an und schaffe nicht mit den “Lösungen von heute die Probleme von morgen”.

Beispiel: Eine Firma hat keine Rezeptionistin und hochqualifizierte Kräfte müssen dauernd Telefondienst machen. Dann wäre (fast!) jede Rezeptionistin besser als das offensichtliche Loch. 

Beispiel: Du bist Firmenchef und hast keinen Buchhalter. Selbst ein mittelmäßiger Buchhalter wird die Situation wahrscheinlich verbessern.

Beispiel: Du wolltest ursprünglich Deine Hochzeit selbst organisieren, bist jetzt aber beruflich so sehr eingespannt, dass Du einen Hochzeitsplaner engagierst. Selbst wenn er nicht der beste ist, wird er weniger Chaos schaffen, als wenn Du es mit zu wenig Zeit und ohne jede Erfahrung selbst zu machen versuchst. 

Erschaffen neuer (Sub-)Systeme in völliger Isolation zum bestehenden System 

(neuer Koiteich mit keinerlei Verbindung zum “Multimillionen-Euro-Koiteich”)

Du kannst also experimentierfreudig sein, sofern Du neue Systeme bzw. Systemänderungen in Quarantäne bzw. „im Reagenzglas“ testest. 

Beispiel: Du arbeitest als Angestellter und möchtest Dich selbstständig machen. Dann würdest Du die Selbstständigkeit in kleinem Rahmen in Deiner Freizeit beginnen, testen und sicherstellen, dass sie keine Auswirkungen auf Deinen Job hat.


Video-Briefing

Video Vorschau

Dieser Blogbeitrag ist ein kleiner Auszug aus dem Booklet “Systemisches Denken”

So, jetzt kommen wir zum nächsten Kapitel: Weniger gefährliche Situationen, bei denen Du trotzdem wachsam sein solltest. Also, im System ist man immer wachsam, aber hier ist es wesentlich ungefährlicher als davor. Die folgenden Situationen sind weniger gefährlich. Dennoch musst Du (da Du in Systemen arbeitest) Vorsicht walten lassen. Erster Faktor ist:

  • Duplikation bestehender Faktoren, das heißt: etwas Bestehendes wiederholen oder Klonen.
  • Optimierung bestehender Faktoren, etwas Funktionierendes leicht verbessern, nicht schocken.
  • Einführung neuer Faktoren in limitierte Subsysteme, zum Beispiel neue Schreibtische für die Buchhaltungsabteilung.
  • Lösung von Engpässen oder offensichtlichen “Löchern” in Subsystemen, ein Loch stopfen. Also, Du hast einfach keinen Buchhalter. Die Rechnungen stapeln sich und irgendwie zahlst Du nur auf Zuruf. Ja, das kann ja nur besser werden. 
  • Erschaffen neuer (Sub-)Systeme, also Systeme oder Subsysteme, in völliger Isolation zum bestehenden System ist gleich: neue Vertriebsform mit neuen Leuten in einem getrennten Büro. Ist aber trotzdem ein Faktor, weil, wenn Du Dich zeitlich verkalkulierst und Du aber eine wichtige Position im alten System hast, dann wirst Du als Hauptfaktor destabilisiert. Versteht Ihr diesen Punkt? Wir gehen da gleich noch drauf ein, anhand von Beispielen.

Duplikation bestehender Faktoren. 

Damit ist gemeint: Klonen, ein Duplikat anfertigen. Werden bereits bestehende und funktionierende Faktoren vervielfältigt, ist die Gefahr für negative Auswirkungen geringer. Beachte: “geringer”, nicht nicht vorhanden. 

Beispiel: Aus bestimmten Koi, also, das sind ja unsere Zierfische, werden neue gebrütet. Oder: Ein erfahrener Oberkellner lernt einen neuen Kellner ein. 

Ein weiteres Beispiel: Du hast ein Rezept für einen Kuchen, der sehr gut ist und den Du schon oft gebacken hast. Davon möchtest Du jetzt drei Stück für eine Party backen. Das ist relativ sicher. Beachte nur, dass “Skalierung” an sich auch ein Faktor ist. Zum Beispiel könnte es sein, dass Du keine Schüsseln hast, die groß genug sind, oder nicht genug Platz im Kühlschrank. Auch das Handling von drei Kuchen ist eine ganz andere Sache als von einem. Eine Großküche muss anders gemanagt werden, als die Familie zu bekochen. Also, es ist relativ ungefährlich, aber trotzdem musst Du auf gewisse Dinge achten.

Nächster Punkt: 

Optimierung bestehender Faktoren 

Du verbesserst bestehende Faktoren, um die Downside mehr zu begrenzen, sodass netto mehr Upside übrig bleibt. Also, Du siehst etwas, wo eine Downside ist und grenzt die mehr ein, oder Du verbesserst etwas die Upside. 

Beispiel: Du machst eine Liste der Leute, die in Deinem Leben eine besondere Rolle spielen. Diese Leute fragst du, was ihnen wichtig ist, was sie von Dir erwarten würden und was Du ihnen liefern könntest, um ihnen zu helfen.

Also, es sind einfach Hauptfaktoren Deines Lebens – Leute, von denen Du abhängig bist, die mit Dir in Wechselwirkung stehen. Denen stellst Du diese Fragen. Das kann nicht wirklich schädlich sein, außer dass Du zu viele Leute fragst und zu viel Input kriegst, und die jetzt alle erwarten, dass Du es gleich umsetzt. Das wäre eine potenzielle Downside. Natürlich könnte das Wechselwirkungen auslösen – die habe ich gerade gesagt –, die positiven dürften aber überwiegen. 

So, jetzt einfach eine neue Sache. Wenn Du anfängst, hier dieses Booklet einmal wirklich in die Tat umzusetzen, anfängst damit zu denken – Du hast es einmal durchgearbeitet inklusive Videos, hast es dann in der Praxis angewandt und nach einem Jahr liest Du es nochmal. So, irgendwann wirst Du ein Meister darin, Dinge vorhersagen zu können. Und an diesem Skill musst Du arbeiten.

Also, Du machst immer Aussagen, wo Du denkst, so wird es laufen, und wenn Du angekommen bist bei 90, 95 Prozent Vorhersage, dann hast Du es drauf, dann hast Du es richtig drauf. 

Beispiel: Du bist in der Sales-Abteilung und hast ein funktionierendes Verkaufsgespräch. Dir fällt aber auf, dass Du Dein Follow-up, also das Nachverfolgen, digitalisieren könntest, um Zeit zu sparen. Weil Du schlau bist, machst Du die beiden Sachen erst einmal parallel, damit nicht viel schief laufen kann. Also, Du arbeitest bisher mit Zetteln und Wiedervorlage, und jetzt möchtest Du das halt ins System packen. Du würdest beides gleichzeitig machen. Da kann nicht viel schief laufen. 

So, und hier unten ist halt die Darstellung, wenn Du Leute, die in Deinem Leben Hauptfaktoren darstellen, einfach mal fragst: Was ist Dir wichtig? Was erwartest Du von mir? Wie kann ich Dir wirklich helfen? 

Aber auch nicht auf scale. Einer nach dem anderen, nicht zu schnell, Erwartung dämpfen. Wenn Du das so machst, kann das nur Upsides haben – sagen: “Hey, pass auf, ich fange damit an, ich interessiere mich da für dich. Ich kann dir nicht versprechen, dass ich es gleich umsetze, aber ich würde gerne mal wissen, wie.”

So, und solange jetzt nicht im Stundentakt zehn Leute hintereinander durchmachst, die dann alle die Erwartung haben, dass Du jetzt gleich alles änderst, gibt es dabei so gut wie keine Downside. Trotzdem, wenn Du es optimiert hast, beobachten: Läuft es auch so, verbessert es sich so wie vorgeschlagen, so wie vorhergesagt? Also, sprich Du sagst: ”Hier optimieren wir was, machst gleichzeitig eine These: “Wie wird sich das auswirken, wenn ich das optimiere?”, schaust auf die Upsides, auf die Downsides, machst eine Vorhersage, dann optimierst Du es und dann beobachtest Du es, ob es so gelaufen ist. Gut. 

Nächster Punkt:

Einführung neuer Faktoren in limitierte Subsysteme

 Also, Du hast Dein System, Du hast die Hauptfaktoren, und jeder Hauptfaktor selber hat ja unterhalb von sich wieder ein Subsystem.

Warum? Also, jetzt zum Beispiel: Der Koiteich besteht zum Beispiel aus Kois, so, und ein einzelner Koi hat wiederum Organsysteme, Nervensysteme und so weiter. Also: Werden in völlig abgegrenzten Subsystemen neue Faktoren eingeführt und Du stellst sicher, dass kaum oder nur sehr wenig Übertragung auf andere Teile des Systems stattfindet, ist auch das eine weniger gefährliche Situation. 

Beispiel: Eine Warenhauskette nimmt ein neues Produkt auf, testet es aber erst mal nur in einer Filiale. Kein Problem.

Beispiel: Plattformen wie Facebook oder Instagram führen oft neue Funktionen zunächst bei einer kleinen Gruppe von Nutzern ein, um Feedback zu sammeln und “Kinderkrankheiten” zu beheben, bevor sie diese für alle Nutzer freischalten. Und selbst dann, wenn die Kinderkrankheiten weg sind, schalten sie sie nicht für alle gleichzeitig frei, sondern erst einmal für zwei Bundesländer. “Ah, sehr schön. Nur zwei Wochen. Nichts gehört. Aha. Für die ganze USA. Aha. Für Deutschland. Ah ja, für die auch. Okay, gut, jetzt für ganz Europa.” 

Also, selbst das wird langsam, relativ langsam hochgefahren. Das haben die schon gelernt. Das symbolisiert halt unsere Testergruppe. Und die anderen haben noch das alte System. Die haben das neue System. Die arbeiten also noch mit App 2.0 und die mit Beta-Version 2.1. [zeigt Folie mit zwei unterschiedlich großen Gruppen]

Nächster relativ ungefährlicher Subfaktor oder ungefährliche Sache ist 

Lösung von Engpässen oder offensichtlichen “Löchern” in Subsystemen

Wir haben gesagt: Wir ändern immer nur einen Faktor gleichzeitig – und das ist immer der Engpass. Warum? Weil Du dort das Wenigste falsch machen kannst. 

Wenn bekannte Engpässe gelöst oder offensichtlich Fehlendes in untergeordneten Systemen eingefügt wird, ist das ein weniger großes Risiko. Als Beispiel: Du hast keinen Buchhalter ja, oder die Rezeptionistin ist nicht da. So, was soll denn da schlimmer werden, als dass das Telefon bimmelt und keiner rangeht?

Wichtig: Gehe den korrekten Engpass an und schaffe nicht mit den “Lösungen von heute die Probleme von morgen”. Wenn ich das ganze Wissen über systemisches Denken in einen Satz zusammenfassen oder runterdampfen müsste, würde dieser Satz lauten: Handhabe immer nur den Engpass, danach beobachte die Auswirkungen. Finde den nächsten Engpass und handhabe dann den, weil der Engpass immer dafür sorgt, dass es sehr viel mehr Upside als Downside gibt.

Dabei nicht vergessen, dass es auch eine negative Form des Engpasses gibt. Das ist die Dreckschleuder. Also, manchmal muss man nicht nur einen Engpass lösen, sondern auch eine Dreckschleuder beseitigen. Also, Engpass und Dreckschleuder sind eigentlich ähnlich, nur das eine nimmt Schlechtes weg und das andere bringt Positives hinzu. 

Beispiel: Eine Firma hat keine Rezeptionistin und hochqualifizierte Kräfte müssen dauernd Telefondienst machen. Dann wäre (fast!) jede Rezeptionistin besser als das offensichtliche Loch. Oder: 

Beispiel: Du bist Firmenchef und hast keinen Buchhalter. Selbst ein mittelmäßiger Buchhalter wird die Situation wahrscheinlich verbessern. 

Beispiel: Du wolltest ursprünglich Deine Hochzeit selbst organisieren, bist jetzt aber beruflich so sehr eingespannt, dass Du einen Hochzeitsplaner engagierst. Selbst wenn er nicht der beste ist, wird er weniger Chaos schaffen, als wenn Du es mit zu wenig Zeit und ohne jede Erfahrung selbst zu machen versuchst.

Genau genommen können wir ja noch einen weiteren Punkt einfügen: Wenn Du Unternehmer bist und keine eigene Assistenz hast, wirst Du die Assistenz oder bist Du die Assistenz. Ein Unternehmer ohne Assistenz ist die Assistenz. So, mit einer Assistenz kannst Du nichts falsch machen, weil es der erste Job, den Du immer loswerden musst. Hier, schau mal: Rezeption. Hier stapeln sich alles. Es klingelt und so weiter, und so weiter. Kann man nichts falsch machen. Also, falsch machen kann man immer etwas, aber man kann relativ wenig falsch machen. 

Erschaffen neuer (Sub)-Systeme, also nicht unbedingt nur Subsysteme, sondern auch erschaffen neuer Systeme in völliger Isolation zum bestehenden System. 

Das wäre zum Beispiel ein neuer Koiteich mit keinerlei Verbindung und genug Abstand zum Multimillionen Euro Koiteich.

Du kannst also experimentierfreudig sein, sofern Du neue Systeme bzw. System-Änderungen in Quarantäne bzw. im Reagenzglas testest. Es muss abgetrennt sein. 

Beispiel: Du arbeitest als Angestellter und möchtest Dich selbstständig machen. Dein Finanzsystem funktioniert als Angestellter vielleicht nicht hervorragend, vielleicht nicht ideal, aber es funktioniert. Dann würdest Du die Selbstständigkeit in kleinem Rahmen in Deiner Freizeit beginnen, testen und sicherstellen, dass sie keine Auswirkungen auf Deinen Job hat.

Also, er wäre jetzt hier Friseur, würde das schön weitermachen und in seiner Freizeit würde er sich zum Beispiel Trading beibringen, wie man mit Aktien handelt. Es darf sich aber nicht auf den Hauptjob auswirken. 

Bei Führungskräften oder Unternehmern würde es bedeuten: Neue Projekte dürfen bestehende alte nicht gewähren, weil die bestehenden alten, wenn sie Hauptfaktoren sind oder blaue Knöpfe, also besonders beitragen – das ist der Hauptfehler, den die Leute machen: Sie haben ein funktionierendes System, dann haben Sie eine neue tolle Idee, die tolle Idee unterschätzen sie, weil sie die Downsides nicht angeschaut haben. Dadurch müssen Sie die erfolgreichen Aktionen vernachlässigen. Zum Schluss fliegt die neue Idee nicht, also sie funktioniert nicht und das alte System ist kaputt oder stark beschädigt. Das ist das, was in 90 Prozent der Fälle passiert. 

Glaubt mir, wenn Ihr jetzt mit Leuten sprecht, nachdem Ihr so weit gekommen seid in dem Booklet, werdet Ihr immer sehen: “Oh je, was macht der denn?”

Frage: Warum kann ich so viele Fragen von der Bühne beantworten? Ganz einfach: nur damit, nur mit systemischem Denken. Sagt mir einer: “Ich habe jetzt eine tolle Idee! Ich mache Immobilien sehr erfolgreich in Deutschland und ich möchte jetzt Grundstücke in Venezuela kaufen. Wie findest du diese Idee?” Okay, völlig neues System, viel Distanz – brauchen wir gar nicht drüber reden, oder? — andere Gesetze.

Er denkt gleich, es wäre gleich, was völlig unterschiedlich ist. Wahrscheinlich findet er venezolanische Frauen gut und deswegen hat er sich gedacht: “Verknüpfen wir doch das Angenehme mit dem Nützlichen” und so weiter. Es gibt also sehr, sehr viel Emotion da drin, weil es überhaupt gar keinen Grund gibt, so eine Entscheidung zu treffen. Kannst Du alles vorhersagen. 

  • Also nochmal: Duplikation bestehender Faktoren – etwas Bestehendes wiederholen
  • Optimierung bestehender Faktoren, etwas Funktionierendes leicht verbessern, trotzdem beobachten 
  • Einführen neuer Faktoren in limitierte Subsysteme, zum Beispiel Schreibtische für die Buchhaltung 
  • Lösung von Engpässen und offensichtlichen “Löchern” in Subsystemen, auch im Hauptsystem. Da musst Du nur genau hinschauen (ein Loch stopfen) 
  • Erschaffen neuer Subsysteme in völliger Isolation – also Systeme oder Subsysteme in völliger Isolation zum bestehenden System, neue Vertriebsform mit neuen Leuten in einem getrennten Büro mit einem getrennten Verantwortlichen, mit dem Du höchstens eine Stunde die Woche sprechen musst.

Teilnehmer: Ich habe noch eine Anmerkung, das habe ich selber. Vor ein paar Tagen hat mir das mal jemand erzählt und mal so ganz einfach runtergebrochen auf das Thema “Neue Ideen, neue Zeit, Businesses” und so weiter. Er hat gesagt, wenn ich jetzt mit meinem Business – ich mache 10 Millionen Umsatz – und um dann was Neues anzufangen, was irgendwie 10 Prozent meiner Aufmerksamkeit brauchen wird oder meiner Zeit … 

Alex: 1 Million.

Teilnehmer: … also müsste dieses andere Business, die Idee, ja mindestens gut sein, um 1 Million im Jahr zu machen. Minimum. Was auf die meisten Ideen nicht zutrifft. Und selbst wenn es gerade so diese Million machen würde, wäre es ja irgendwie immer noch sinnlos. Es müsste ja eher zwei machen, damit sich’s überhaupt lohnt, sich mit etwas Neuen zu befassen. Und das fand ich echt überraschend einfach, dass ich meine Aufmerksamkeit: “Wie viel verdiene ich damit und wie viel müsste das andere machen?” und dann fallen …

Alex: Hundertprozentig richtig. Jetzt sage ich Dir aber noch eine geile Sache dazu: Unternehmer haben ja oft das Problem, dass sie kreativ sind. Das heißt, sie lieben es, Dinge zu starten und zu erschaffen. Und wenn Sachen laufen, verdient man Geld. Aber es ist langweilig – sie lieben zu erschaffen. Jetzt wollen wir ja diesen Drang nicht unterdrücken. Die Frage ist also, wie kanalisiert man ihn, dass man das Ganze intelligent mit systemischem Denken macht?

Die Antwort ist ganz leicht. Mach Dir folgende Regel: Jedes neue Business, das Du anfängst, muss das Bestehende mit pushen. Also sei kreativ mit neuen Businesses, aber sie müssen das Bestehende neu pushen. 

Ich mal Euch so eine kleine Metapher. Dort, wo ich in Mallorca bin – als meine Kinder noch klein waren, gab es so eine schöne Hüpfburg. Und diese Hüpfburgen, die bläst Du nicht einmal auf, sondern da ist hinten ein Kompressor, der bläst die ganze Zeit immer neue Luft da rein und dann hüpfen die Kinder auf diesen Hüpfburgen und so weiter, und so weiter. 

Da hatte ich dann die Idee, dass ich gedacht habe: Eigentlich funktioniert Business wie eine Hüpfburg. Der Kompressor, also der, der die Energie reinpumpt, ist der Unternehmer, und das Business ist die Hüpfburg. Und dann habe ich mir überlegt: Wie wäre es denn intelligent, so eine Hüpfburg zu skalieren? Die meisten würden Folgendes machen: Sie würden an ganz anderer Stelle eine neue Hüpfburg aufmachen.

Es gibt aber nur einen Kompressor, das ist der Unternehmer. Das heißt also: Nimmt er den Druck aus dem ersten Business raus und packt ihn ins zweite rein, dann sinkt die erste Hüpfburg langsam in sich zusammen, während die zweite aufgeblasen wird. Zum Schluss hat er keine wirklich funktionierende. So, wie würde man es also machen, dass man trotzdem Hüpfburgen skaliert? Ganz einfach nebeneinander bauen, mit einer Röhre.

Das heißt, egal ob Du bei Hüpfburg eins die Luft rein bläst oder bei Hüpfburg zwei – durch die Röhre sind sie miteinander verbunden, sodass beide nach oben gebracht würden. Also zwei Hüpfburgen mit einer Röhre, sodass die sich, wenn Du (egal wo Du die Luft reinpumpst, es wirkt sich auch auf das andere aus). So, und jetzt kommt hier Trick 17! Stell Dir einfach die Frage: Welches Business könnte ich neu starten, das mein bestehendes auf’s nächste Level hebt?

So, jetzt als Beispiel: Du verkaufst irgendwas. Jetzt könntest Du sagen: “Sehr schön, ich starte jetzt eine Agentur für digitale Werbung.” Warum? Weil, wenn ich das nämlich voll raus habe, dann habe ich hier mein Problem gelöst und gleichzeitig noch ein neues Business und lerne auch noch, weil andere Unternehmer mich beauftragen, lerne auch noch über deren Techniken, kriege viele Insights, die ich bei mir wieder benutzen kann. Wäre ja eine Idee. 

Oder bei mir, nee. Bei mir ist es zum Beispiel so: Ich mache ja nur Immobilien, Steuern, Unternehmertum, sonst nichts. Warum? Weil es sich alles gegenseitig befeuert. Warum? Weil ein Unternehmer fast immer Immobilien hat und fast immer ein Steuerproblem. Jeder, der Steuer ein Problem hat, ist oft Unternehmer und hat oder will Immobilien. Egal wie – diese drei Punkte sind verbundene Hüpfburgen. 

Würde ich jetzt sagen: “Sehr schön. Wir bringen Angestellten bei, wie man die erste Immobilie kauft”, würde das überhaupt nicht hier reinpassen. Deswegen machen wir das auch nicht. Klar tun wir es ab und zu mal, aber wir fokussieren uns nicht darauf. Also, wir schließen jetzt keinen Angestellten aus. Aber deswegen habe ich die ganzen kostenlosen Kurse auf YouTube, wo sich praktisch die Angestellten, die eh nicht so viel Geld haben und die sich das nebenbei aufbauen müssen, die können es dann kostenlos konsumieren. Oder in “Reicher als die Geissens” steht’s drin. 

Aber es ist nichts, worauf ich mich fokussieren möchte. Und das ist schon ganz schön cool so, also strategisch angeordnet, weil, schau mal: Ich den Scheiß ja eh rauskriegen muss. Ich muss die Booklets ja eh machen, damit meine Mitarbeiter und meine Führungskräfte ausgebildet sind. Also, der Grund, warum ich auch ein Jahr nicht da sein kann, ist, weil ich gut ausgebildete Führungskräfte habe.

So, wie habe ich das gemacht? Durch Handbücher. Diese Handbücher gibt es schon. Also, theoretisch habe ich ungefähr 500 Booklets auf Vorrat. Der Unterschied ist nur, dass ich für die Führungskräfte die Booklets sehr kurz gemacht habe, mit wenig Beispielen, wenig Zeichnungen und mit wenig extra Definition. Also, es ist praktisch die Schnellvariante. Also, ich sage mal, das Systemische-Denken-Booklet für intern hat halt nicht 130 Seiten, sondern nur 15.

Und mit Internen-Sprech habe ich das den Leuten dann erklärt. So, und jetzt mache ich nichts anderes, als das praktisch so aufzubauen, dass es wirklich jeder versteht. Ist intern für mich gut, ist für die Teilnehmer der Coachings gut, ist für alles gut. Versteht Ihr, wie ich meine? Kann ich gar nicht verlieren dran. 

So, also, wenn Du kreativ sein möchtest, stell Dir die Frage: Welches Business kann ich machen oder welche Aktion kann ich machen, die immer mein bestehendes System mit fördert? Das ist die magische Frage hierbei. Da haben wir eine Frage dazu.

Teilnehmer: Desto länger ich mich mit dem systemischen Denken beschäftige, desto desillusionierter bin ich so ein bisschen, auch was meine Tätigkeiten angeht und meine Ziele, die ich mir gesetzt habe, die sehr hoch sind, und merke halt, dass ich so ein bisschen davon abrücke, soweit die Vision, die ich habe, ob das überhaupt machbar ist, so wie ich es mir vorgestellt habe. Und dann sehe ich halt jetzt Personen wie zum Beispiel Elon Musk, der jetzt komplett SpaceX über 20 Jahre aufgebaut hat und so weiter. Wenn man, ich weiß nicht, manchmal muss man doch irgendwas Verrücktes wagen, was komplett überhaupt zum Scheitern verurteilt ist, eigentlich, wenn man systemisch da rangeht.

Alex: Nee, war der auch da. Du hast Faktoren bei Elon Musk, die Du vorne nicht siehst. Elon Musk wäre ohne Paypal nie der geworden, der er jetzt ist. Nicht wegen der 130 Millionen oder so, die er damals dafür gekriegt hat – weiß nicht genau, wie der Wert war –, sondern wegen der Genies, die sich da zufällig alle zusammengefunden haben. Und Genies kennen Genies. 

So, wenn Du mal anschaust, wer da alles, wer da alles dabei war, was die dann später, was die dann später für Projekte gemacht haben. Ja? Das heißt, er war zufällig in einem Hort von Genies. Und diese Kontakte hat er noch zu denen, und die haben sich gegenseitig sowohl mit Kontakten als auch mit Wissen ausgestattet. Wen Du auch anschaust, all das, was er macht, zahlt alles auf ein Gesamtsystem ein. Schau mal genau hin bei Elon Musk, schau mal ganz genau hin. 

Sein Leuchtturm-Ziel ist, den Mars zu besiedeln – in Anführungszeichen. Das ist sein Leuchtturm-Ziel, weil er echt Angst hat, dass durch KI, Atomkrieg oder sonst irgendwas irgendwann der Planet ausgelöscht wird und die Menschheit verschwindet. Das ist sein Ding. So was macht er? SpaceX brauchst Du zum Reisen.

Solar macht er, um den Planeten länger zu erhalten. Dann – wie heißt sein Satellitensystem? Bitte? Starlink. So, jetzt hat er Starlink. Jetzt kauft er noch Twitter auf. Jetzt hat er auf einmal auch noch die ganzen Daten und die Meinungen der Leute. So, wenn Du da hinschaust, macht er sehr strategische Moves, die alle in eine Richtung eingehen, und jede der Aktionen, die er macht, zahlt auf die anderen ein.

Und er hat auch ein Kern-Ingenieursteam, sowohl für Software als auch für Space als auch für sonst irgendwas, die er zwischen den Unternehmungen hin und her schieben kann. Also, das ist sehr systemisch aufgebaut, was er macht. Es sieht verrückt aus, ist es aber nicht. Der Unterschied ist nur, dass er auf einer 30-Jahres-Vision arbeitet und deswegen die einzelnen Teile in Position bringt, wo Du noch gar nicht weißt, warum er das tut, wenn Du Dich nicht wirklich damit beschäftigst.

So, aber jetzt nur als Beispiel. Schau mal, wenn er jetzt Twitter sagt: “Ich nehme da die Zensur raus.” Er erkennt über Twitter alle möglichen Trends, er kann über Twitter rekrutieren. Die Leute haben ja Profile drin. So, er investiert in KI. Warum? Weil er mit der KI die Daten von Twitter heben kann. Aber nicht nur die – noch andere Sachen und so weiter, und so weiter. 

Also, das ist schon alles extrem systemisch. Es sieht nur so aus, wie wenn es verrückt wäre. Und es sieht deswegen verrückt aus, weil Du die große Vision und die großen langfristigen Bewegungen noch nicht als Ganzes sehen kannst. Aber jeder Punkt davon ist sehr strategisch und sehr systemisch.

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